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faqs.org - Internet FAQ Archives

de.rec.fahrrad FAQ part 4

( Part0 - Part1 - Part2 - Part3 - Part4 )
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Version: 1.0
Last-modified: 1996/02/06
Archive-name: de-rec-fahrrad-faq/part4

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C Fahrradtouren
  *************


C.1 Fahrradkarten
    =============

Es gibt zwei große Verlage, die spezielle Radtourenkarten für ganz Deutschland
anbieten: Haupka und BVA. Haupka Karten waren früher die offiziellen
Fahrradkarten des ADFC. Heute sind dies die Karten der BVA. Wer sich also eine
Fahrradkarte kauft, sollte vorher überlegen, welches Kartensystem im besser
gefällt, da die Aufteilung und der Maßstab der beiden verschieden sind. 

Haupka & Co.

   Auf der Krautweide 24
   65312 Bad Soden/Taunus
   Telefon (06196) 6096-0
   Telex 4072538 haco d
   Telefax (06196) 27450

   Titel: Deutsche Radtourenkarte
   Preis: 11,80 DM
   Maßstab: 1:100.000
   Fläche: 100 x 100 km
   Karten: 43 (35 Kacheln + 8 Großraumkarten)
   Farbe: grün

Bielefelder Verlagsanstalt BVA

   (Herausgeber von Radfahren)
   Niederwall 53
   33602 Bielefeld
   Telefon (0521) 595540
   Telefax (0521) 595531

   Titel: ADFC-Radtourenkarte
   Preis: 12,80 DM
   Maßstab: 1:150.000
   Fläche: 130 x 160 km
   Karten: 27
   Farbe: blau

Außerdem gibt es regional z.B: 

Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR)

   Kreis Unna (incl. Dortmund) 
   Kreis Recklinghausen 
   Ennepe-Ruhr-Kreis 
   Kreis Detmold 

   mit Steigungen, Rastmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten 
   Maßstab 1:50.000, DM 11,80 

   "Tour de Ruhr" Rundreise ums Ruhrgebiet, DM 16,80 oder 19,80 ? 

Kreiskarten des Rhein-Sieg-Kreises (Radwanderkarte, 1:50000) 

Karten für Ba-Wü:

   Landesvermessungsamt Baden-Württemberg
   Postfach 102962, 7000 Stuttgart 10
   Büchsenstraße 54, 7000 Stuttgart 1
   Tel. 0711/123-2831 (Kartenvertrieb)
   Fax: 0711/123-2979

   Kartenverkauf:

      Mo-Do: 8.30-12.00 und 13.00-16.00 
      Fr : 8.30-12.00 und 13.00-15.30 

   Gesamtverzeichnis (ca. 65 Seiten) kostenlos 

   Topographische Radwanderkarten 1:100 000; mit Radwegegrundnetz und
   ergänzenden Radwegen. Je 10.80DM 
   Diverse Topographische Karten 1:50 000; (Naturpark-Karten, Wanderkarten (mit
   Radwegen), Umgebungskarten (dito)). Je 10.80DM 

Karten (1:100000) für Rheinland-Pfalz beim Landesvermessungsamt
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Rheinland-Pfalz 

Karten für die Schweiz:

   Verlag: Kümmerly+Frey, Postfach, CH-3001 Bern, 
   Herausgeber: VCS Verkehrsclub der Schweiz, Postfach, CH-3360 
   Herzogenbuchsee, Tel.: 063-615151 

   Großes Blatt: Ganze Schweiz 1:275.000, ISBN nicht bekannt, 

   Einzelblätter der Regionen: 16 Stück i.d.R 1:60.000

   1. Schaffhausen-Winterthur-Wutachtal ISBN 3-259-00501-3 
   2. Zürich ISBN 3-259-00502-1 
   3. Bodensee-Thurgau ISBN 3-259-00503-X 
   4. St.Gallen-Appenzell ISBN 3-259-00504-8 
   5. Zug-Schwyz-Uri-Glarus ISBN 3-259-00505-6 
   6. Graubünden in Vorbereitung (1:120.000) 
   7. Basel-Aargau ISBN 3-259-00507-2 
   8. Luzern-Ob-u.Niwalden ISBN 3-259-00508-0 
   9. Biel-Solothurn-Oberaargau ISBN 3-259-00509-9 
  10. Bern-Thun-Fribourg-Emmental ISBN 3-259-00510-2 
  11. Franches-Montagnes-Ajoie-Laufental ISBN 3-259-00511-0 
  12. Neuchatel-Pontarlier-Trois Lacs ISBN 3-259-00512-9 
  13. Lausanne-Vallee de Joux ISBN 3-259-00513-7 
  14. Lausanne-Fribourg ISBN 3-259-00514-5 
  15. Genf ISBN 3-259-00515-3 
  16. Lorcano-Bellinzona-Lugano-Varese ISBN 3-259-00516-1 

   Preis: SF 24,80 

Norwegische Karten:

   Vegdirektoratet, Informasjonskontoret, Postboks 6390 Etterstad, N-0604 Oslo 6

Checkliste für die Auswahl der geeigneten Fahrradkarten
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von geb@diktyon.han.de (Martin Gebhardt):

Maßstab: 

 o Wie oft muß ich auf einer Tagestour die Karte wechseln, wieviele Karten
   brauche ich insgesamt? 
 o Wenn ich auch Nebenwege benutzen möchte, ist die Karte dafür fein genug? 

Format: 

 o Wie gut läßt sich die Karte auf- und zufalten? 
 o Kann ich sie so zusammenfalten, daß sie eine bestimmte Region zeigt? 
 o Wie viel Platz braucht sie dann? 
 o Wie lange wird sie das mitmachen? 
 o Paßt sie ggf. gut in Sichtfenster in irgendwelchen Taschen? 
 o Wie will ich sie überhaupt aufbewahren und benutzen? 

Übersichtlichkeit: 

 o Welche Angaben werden gemacht? 
 o Sind die (für mich) wichtigsten Angaben leicht zu entnehmen? 
 o Welche Angaben brauche ich wahrscheinlich nicht? 
 o Macht die Karte einen übersichtlichen Gesamteindruck? 

Gelände:

 o Gibt es Höhenlinien? 
 o Höhenmarkierungen an Straßenkreuzungen oder markanten Punken? 
 o Markierungen an starken Steigunen? 
 o Hinweise auf markante Orientierungpunkte? 

Stassen und Wege: 

 o Sind nur Autostraßen eingezeichnet oder auch Rad- und Wanderwege? 
 o Gibt es Angaben über Radwege an Straßen? 
 o über die Verkehrsdichte auf Straßen? 
 o Sind Straßen markiert, auf denen Radfahrer nicht zugelassen sind? 
 o Reicht die Karte auch für eine Orientierung in (bzw. durch) Städten aus? 
 o Gibt es Angaben über die Qualität von Wegen? 

spezielle Radrouten: 

 o Sind empfohlene Routen eingezeichnet? 
 o Lassen sich diese Routen gut nachvollziehen und finden? 
 o Finde ich mich auf der Karte auch abseits von markierten Routen zurecht? 
 o Sind die offiziellen Radwanderwege besonders gekennzeichnet? 
 o Gibt es Hinweise auf die Beschilderung entlang von Radwanderwegen? 

Enfernungsangaben: 

 o Gibt es überhaupt Entfernungsangaben? 
 o Sind sie übersichlich angebracht? (Testweise eine Tagestour durchzählen!) 
 o Gibt es sie an allen Strecken? (Wenn nicht: An welchen, an welchen nicht?) 
 o Wie fein sind die Aufteilungen? 
 o Nach der Tour: Decken sich berechnete und gefahrene Kilometer? Mit welcher
   Ungenauigkeit muß ich in Zukunft rechnen? 



C.2 Wie transportiert man das Gepäck am besten?
    ===========================================

von Martin Emmerich <me@grmbl.saar.de> 

Möglicht wenig mitnehmen. Allgemein sollte das Gepäck auf alle Räder verteilt
werden. Die schweren Sachen nach vorne, hinten ist schon genug drauf. 

Als "beste" Verteilung gilt: 

 o Schwere Sachen vorne in den Lowrider-Taschen. Die schwersten Dinge dabei
   möglichst auf Achshöhe nach innen. 
 o Reiseführer und anderes, was zur Hand sein muß, sowie Wertsachen in die
   abnehmbare Lenkertasche. 
 o Leichtere Sachen in die hinteren Gepäcktaschen (wieder das schweste möglichst
   auf Achshöhe nach innen). 
 o Die sperrigen leichten Sachen (Zelt/Schlafsack) oben auf die hinteren Taschen
   oder den Gepäckträger. 

Ich verpacke die Kleidung immer in dünnen Plastiktüten. Da kann man auch besser
umräumen. Außerdem bleibt sie dann auch garantiert trocken. 

Gepäcktaschen immer verspannen (Material dazu wird bei guten Fabrikaten
mitgeliefert). 

Gepäckträger und Low-rider.
+++++++++++++++++++++++++++

Möglichst geschweißte oder gelötete Träger. Plastikverbinder (z.B. bei
Esge-Trägern) brechen oft unter Last. Es gibt sehr gute Träger aus gelötetem
dünnem Stahlrohr (Mannesmann 25CrMo4). Leider teuer. 

Beim Reiseräder-Kauf auf Lowrider-Ösen achten (es wurde behauptet, diese
schwächten die Gabel. Kommentare?). Das Rad zur Anprobe mitnehmen. Wenn keine
Lötösen vorhanden sind, kunststoffummantelte Schellen besorgen. Lieber den
Rahmen noch dick mit Textilklebeband (Lenkerband) polstern. 

Fahrradtaschen.
+++++++++++++++

Sehr gut sind die Taschen von Ortlieb. Sie sind auch absolut wasserdicht. Etwas
billiger sind die Karrimore-Taschen. Es gibt da eine Reihe mit lebenslanger
Garantie. Des weiteren gibt es empfehlenswerte von Cannondale, und englische aus
dicker Baumwolle (Carradice). Die Taschen sollten auf jeden Fall aus nicht zu
dünnem Gewebe bestehen, das auch innen beschichtet ist. Eventuell die Nähte mit
Nahtdichter behandeln. Beim Kauf der hinteren Gepäcktaschen darauf achten, daß
die Ferse nicht gegenschlägt (Anprobe). Lieber relativ kleine Hinterradtaschen
kaufen, dann kann man auch nicht zuviel mitnehmen. Im Zweifelsfalle eher die
Hinterradtaschen weglassen als die Vorderradtaschen. 

Bei den Lenkertaschen kann man den oft zu schmalen Riemen durch einen extra
breiten ersetzten. Fotogeschäfte haben eine große Auswahl. 


C.3 Welche Kleidung braucht man?
    ============================

von Martin Emmerich <me@grmbl.saar.de> 

In Mitteleuropa in Frühjahr bis Herbst: 

 o Helm mit Rückspiegel. 
 o Fahrradhose. 
 o Bermuda zum drüberziehen. 
 o Fahrradhandschuhe. 
 o Schuhe mit steifer, harter Sohle, evtl. Fahrradschuhe. 
 o Sonnenbrille. 
 o Zwei dünne Pullover. 
 o Regencape und Regenhose. 
 o Lange Hose (besser als eine dicke ist eine dünne kombiniert mit einer dünnen
   langen Unterhose, die den Schweiß auch gut abtransportiert -> Sportgeschäft).
 o Das übliche sonstige Zeuch nach Gusto. 
 o Umweltfreundliches Waschmittel statt viel Kleidung. 
 o Wenig Kleidung. 
 o Noch weniger Kleidung. 
 o Sonnenschutzmittel, auch für die Lippen. 



C.4 Welche Verpflegung ist empfehlenswert?
    ======================================

von geb@diktyon.han.de (Martin Gebhardt): 

Wichtig finde ich eine gut erreichbare Fahrradflasche, so daß man auch während
der Fahrt etwas trinken kann. Lieber öfter kleine Schlucke als gelegentlich viel
auf einmal. Ich benutze eine Halbliter-Aluflasche. Das ist mir sympatischer als
Plastik. Gefüllt wird die Flasche mit Leitungswasser und Vitamin-/
Mineralstofftabletten. Das gibt Geschmack und gleicht den Mineralverlust durch
Schwitzen aus. (Hierzu sollte sich mal ein Leistungssportler äußern.) Der
Vorteil gegenüber fertigen Getränken ist, daß die Tabletten wenig Platz brauchen
und Wasser fast überall verfügbar ist. Achtung vor Getränken mit Kohlensäure.
Alkohol kann ich außerdem auch nicht empfehlen. (Obwohl das auf der Deutschen
Weinstraße nicht leicht fällt :-) ) Traubenzucker -- das habe ich inzwischen
gelernt -- ist nicht zu empfehlen, da er die Leistungsfähigkeit nur fuer kurze
Zeit erhöht. Danach fällt sie unter den Normalwert. 

Was man sonst an Verpflegung mitnimmt, liegt vor allem auch daran, wie man gerne
Pausen macht. Das kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein, und man
muß es erst herausfinden. Man sollte hierbei auch seine eigenen Vorlieben nicht
verallgemeinern, sondern auf Mitreisende Rücksicht nehmen! 

Früher haben wir mittags irgendwo an einer Imbißstube eine Kleinigkeit gegessen
und dann am späten Nachmittag noch einmal eine Pause gemacht. Dann gab es Obst
und die Brote, die wir morgens vorbereitet hatten. Dazu schwarzen Tee aus der
Thermoskanne. (Eine gute Kanne sollte ihn acht Stunden lang heiß halten.) Das
heiße Getränk kann ich sehr empfehlen. 

Inzwischen mache ich auf sportlichen Touren lieber gar keine Pausen mehr,
sondern esse unterwegs einfache Sachen: Trockenobst, Muesliriegel, Nüsse, Brote,
auch mal ein Stück Schokolade. Immer in kleinen Portionen, dafür aber in kurzen
Abständen. Wer die Pausen nicht zum Ausruhen braucht, spart so viel Zeit. Aber
ohne Essen fällt die Leistung irgendwann ganz gewaltig ab und die Motivation
gleich mit. 


C.5 Welches Werkzeug sollte man dabeihaben?
    =======================================

von Martin Emmerich <me@grmbl.saar.de> 

Am Besten rüstet man das Fahrrad vor der Tour auf Imbus-Schrauben um. 

Hier meine Tourenausrüstung, mit der ich bisher fast alles bewältigt habe.
Manches hängt auch von den technischen Fertigkeiten des Radlers oder dem Rad ab.
Diese Einträge sind mit "evtl." gekennzeichnet. Die Ausrüstung bezieht sich auf
Länder mit Radgeschäften in mittleren Städten, in denen man Standardmaterial
nachkaufen kann. 

 o 1 kompletter Satz Brems- und Schaltzüge (merke: längere Züge lassen sich
   kürzen!) 
 o Schläuche und Flickzeug 
 o evtl. 1 faltbarer Reifenmantel 
 o Reifenheber 
 o Ventile (es gibt auch Schläuche mit austauschbaren Sclaverand-Ventilen) 
 o Adapter zum Aufpumpen an Tankstelle 
 o Sortiment Imbus-Schlüssel 
 o kleiner verstellbarer Schraubenschlüssel oder Kombizange (letztere ist
   universeller aber viel schwerer) 
 o Ersatzbirnchen (Halogenbirnchen verpackt lassen, nicht mit den Fingern
   anfassen) 
 o Blumendraht (kunststoffummantelter Eisendraht) 
 o Schaltdraht (kunststoffummantelter Kupferdraht) 
 o Lappen 
 o evtl. Nippelspanner und Ersatzspeichen 
 o evtl. Schlüssel zum Nachspannen des Sattels, ein wenig Sattelfett (für
   Brooks-Ledersättel) 
 o Schweizer Taschenmesser (Schraubenzieher, Klinge, Flaschenöffner :-) ) 
 o evtl. passender Kurbel- und Zahnkranzabzieher (dann kann man auch schon mal
   an der Tankstelle Speichen reparieren und Lager nachstellen) 
 o evtl. passende Konusschlüssel 
 o evtl. Stiftschlüssel für Tretlager (der Rest geht auch mit Rohrzange und
   Lappen) 
 o evtl. etwas Lagerfett 
 o evtl. Nietendrücker 
 o Ersatzschrauben/Muttern 
 o Isolierband und Lenkerband/Heftpflaster 
 o Pflaster 
 o Aspirin o.ä. 
 o Elastische Binde 
 o Heilsalbe 
 o Salbe gegen Druckstellen und Scheuern 
 o Heparinhaltige Salbe (gegen Prellungen) 
 o Mückensalbe 
 o homöopathische Schnupfenmittel 

Anmerkung von Ingolf Koch (iikoch@techfak.uni-bielefeld.de): 

Zahnkranzabzieher---kann man auf die Nase fallen. Meinen Kranz bekomme ich mit
dem (passenden) Abzieher nicht ab. Helfen kann da ein Stück Kette, das um das
kleinste Ritzel gelegt wird und mit einem Ende am Rahmen befestigt wird. 

(ASCII-)Zeichnung: 

        ca 10-15 Kettenglieder
   
      ##########################___)
   
                                 A
                                 |
                        Metall-Lasche (mit Gummi/Plastik-Überzug)
   
      <--------------Tretrichtung

1. Kette auf größtes Ritzel 
2. Abziehkette wie oben angezeigt in Tretrichtung um das kleinste Ritzel legen,
   dabei die Lasche am rechten Hinterrohr befestigen 
3. Treten, so daß sich das kleinste Ritzel gegenüber dem Kranz im Uhrzeigersinn
   dreht. 



C.6 Anreisemöglichkeiten
    ====================

Velomobil-ADFC-GmbH (Postfach 107747, 2800 Bremen 1) hat Fahrradbusse zu
verschiedenen europäischen Zielen. Das Fahrrad wird schonend in einem
Spezialanhänger transportiert, man selbst sitzt im Reisebus. 

-- 
spz@serpens.swb.de (S.P.Zeidler)

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Last Update March 27 2014 @ 02:11 PM