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faqs.org - Internet FAQ Archives

<2007-06-03> de.rec.tiere.katzen FAQ - Haeufig gestellte Fragen (1/3)

( Part1 - Part2 - Part3 )
[ Usenet FAQs | Web FAQs | Documents | RFC Index | Forum ]
Archive-name: de/katzen-faq/part1
Subject: <2007-06-03> de.rec.tiere.katzen FAQ - Haeufig gestellte Fragen (1/3)
Maintainer: drtk-FAQ-Team <team@drtk-faq.de>
URL: http://www.drtk-faq.de/
Last-posted: 2007-05-06
Last-modified: 2007-06-03
Posting-Frequency: monthly

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drtk-FAQ v1.0.26

drtk-FAQ Team <team@drtk-faq.de>

11. Mai 2007

Inhaltsverzeichnis

1      Willkommen in drtk
1.1      Was ist drtk?
1.2      Wozu diese FAQ?
1.3      Tips für Einsteiger
1.4      Der Umgang miteinander
1.5      ToFu, Kammquoting und andere Newsreader Probleme
1.6      Wie finde ich alte Artikel?
1.7      Dramatische Nachrichten, soll ich die posten?
1.8      Was ist ein Troll?
1.9      Gibt es einen Chat der drtk-Leser?

2      Allgemeines
2.1      Was sind Dosis?
2.2      Ich möchte eine Katze, was soll ich tun?
2.3      Wie komme ich an eine Katze?
2.3.1      Tierheim/Tierschutz-/Katzenschutzverein
2.3.2      Züchter
2.3.3      Fundtiere
2.3.4      Tierärzte
2.4      Was brauche ich alles, um eine Katze aufnehmen zu können?
2.4.1      Katzenklo
2.4.2      Kratzbaum
2.4.3      Futter
2.4.4      Spielzeug
2.5      Was kostet mich die Katzenhaltung?
2.5.1      Grundausstattung
2.5.2      Laufende Kosten
2.5.3      Tierarzt
2.5.4      Gibt es eine Krankenkasse für Katzen?
2.6      Katze entlaufen - was tun?
2.7      Welche Katze ist für mich geeignet?
2.7.1      Rassekatze oder Mischling?
2.7.2      Jungtier oder erwachsene Katze?
2.7.3      Wie alt muss die Katze mindestens sein?
2.8      Wohin mit der Katze im Urlaub?
2.9	 Verhindern Glöckchen die Vogeljagd?

3      Ernährung
3.1      Welche Futter gibt es?
3.2      Warum sind Premiumfutter so teuer?
3.3      Trocken- oder Naßfutter?
3.4      Was sollte auf keinen Fall gefüttert werden?
3.5      Leckerchen für die Katze
3.6      Katzenfutter selbst gekocht
3.7      Ist vegetarische Ernährung sinnvoll?
3.8      Kann ich meiner Katze normale Lebensmittel geben?
3.9      Welches ist das Idealgewicht?
3.10     Sie muß abnehmen! Wie stelle ich das an?
3.11     Was soll sie trinken?

4      Gesundheit
4.1      Was kann ich tun, damit meine Katze gesund bleibt?
4.2      Welche typischen bzw. häufigen Katzenkrankheiten gibt es?
4.2.1      Katzenseuche (Feline Parvovirose, Panleukopenie)
4.2.2      Katzenschnupfen
4.2.3      Feline Leukämie ("Leukose")
4.2.4      Tollwut
4.2.5      FIP (Feline infektiöse Peritonitis)
4.2.6      FIV ("Katzen-Aids")
4.2.7      Niereninsuffizienz
4.2.8      Diabetes mellitus
4.2.9      Toxoplasmose
4.3      Wogegen kann und soll geimpft werden?
4.4      Was sind typische Krankheitssymptome? Worauf deuten sie hin?
4.4.1      Erbrechen
4.4.2      Durchfall
4.4.3      Verstopfung
4.4.4      Schmerzen beim Wasserlassen
4.4.5      Blut im Urin
4.4.6      Harnverhalten
4.4.7      Sehr häufiges Wasserlassen
4.4.8      Schlittenfahren
4.4.9      Appetitlosigkeit
4.4.10     Starker Durst
4.4.11     Mundgeruch
4.4.12     Niesen, Schnupfen
4.4.13     Husten
4.4.14     Verklebte Augen
4.4.15     Häufiges, heftiges Kratzen
4.4.16     Belag in den Ohren
4.4.17     Humpeln, Hinken, Schmerzen beim Bewegen
4.4.18     Knoten
4.4.19     Plötzliche starke Gewichtsabnahme
4.4.20     Plötzliche starke Gewichtszunahme
4.4.21     Krämpfe
4.4.22     Fieber
4.5      Was tun gegen Parasiten?
4.5.1      Flöhe
4.5.2      Zecken
4.5.3      Milben
4.5.4      Darmparasiten (Würmer)
4.6      Meine Katze wird alt. Was bedeutet das eigentlich?
4.6.1      Was sind typische Altersbeschwerden?
4.6.2      Was ist mit dem Narkoserisiko?
4.7      Meine Katze ist allergisch
4.7.1      Futtermittelallergien
4.7.2      Kontaktallergien
4.7.3      Atemwegsallergien
4.8      Meine Katze braucht Medikamente. Wie verabreichen?
4.9      Kann ich meine Katze gefahrlos selbst behandeln?
4.9.1      Medikamente der Humanmedizin
4.9.2      Alternative Medizin
4.10     Wie finde ich einen guten Tierarzt/eine geeignete Tierklinik?
4.11     Was kostet eine Behandlung?
4.12     Wie finde ich einen guten Tierheilpraktiker?
4.13     Wenn gar nichts mehr hilft.
4.13.1     Der Tod eines Tieres
4.13.2     Meine Katze muß eingeschläfert werden. Wie geht das vor sich?
4.13.3     Darf ich meine Katze im Garten begraben?
4.13.4     Wo finde ich die Geschichte von der Regenbogenbrücke?

5      Fortpflanzung
5.1      Sterilisieren oder Kastrieren?
5.2      Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Kastration?
5.2.1      Besonderheiten bei Kätzin und Kater
5.3      Was spricht für eine Kastration?
5.4      Woran erkennt man die Geschlechtsreife?
5.5      Wie kann ich uns auf die Geburt und die Zeit danach vorbereiten?
5.5.1      Unsere Katze ist trächtig. Wie sorgen wir für sie?
5.5.2      Geburt
5.5.3      Aufzucht
5.6      Mutterloses Junges - was nun?
5.7      Bekommen kastrierte Kater dickere Köpfe?
5.8      Meine Katze ist trotz Kastration rollig
5.9      Kann ich nicht die Pille geben?

6      Verhalten
6.1      Meine Katze pinkelt nicht ins Klo, was soll ich tun?
6.2      Die Katze ist aggressiv
6.3      Meine Katze kratzt an Tapeten
6.4      Katzensprache
6.4.1	   Verständigung zwischen Katzen
6.4.2	   Verständigung zwischen Katze und Mensch
6.5      Verbote und Erziehung
6.5.1      Verbote
6.5.2      Erzieherische Maßnahmen
6.6      Neue Mitbewohner
6.6.1      Wenn eine andere Katze/ein anderes Tier einzieht
6.6.2      Wenn es menschlichen Nachwuchs gibt
6.7      Spielen
6.8      Seltsame Klo-Gewohnheiten
6.9      Treteln mit den Vorderpfoten
6.10     Kratzen an der Schlafzimmertür
6.11     Sie bringt sich ständig in Gefahr
6.12     Scharren vor dem Futternapf
6.13     Beißen beim Kraulen

7      Sonstiges
7.1      Bonsaikitten
7.2      Hüpfender Braten
7.3      Welcher Rasse gehört die Whiskas-Katze an?
7.4      Gibt es Schildpatt-Kater?
7.5      Was ist eine EBM?

8      Literatur
8.1      Sachliteratur
8.1.1      Allgemeine Ratgeber, Erziehung und Pflege
8.1.2      Gesundheit und Ernährung
8.1.3      Verhalten und Psychologie
8.2      Belletristik
8.3      Bildbände

9      Glossar


Häufig gestellte Fragen und Antworten darauf aus der Newsgroup
de.rec.tiere.katzen

Copyright (c)     2002-2007 by drtk-FAQ-Team.

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Informationen.

History

10.01.2002 v0.1  	Erster Entwurf
01.05.2002 v1.0  	Erste veröffentlichte Version
05.06.2002 v1.0.1 	Kleine Korrekturen
06.08.2002 v1.0.2	Erste komplette Version, 4.4.20, 4.4.21 und 6.4
			ergänzt
28.10.2002 v1.0.3       1.10 und 7.5 ergänzt
10.12.2002 v1.0.4	diverse Tippfehler korrigiert
06.01.2003 v1.0.5	3.11 und 4.4.6 um URL ergänzt
			5.2, 5.2.1, 5.2.2 und 5.2.3 geändert
06.02.2003 v1.0.6       4.11 URL geändert                        
02.07.2003 v1.0.7       2.7.3 und Link auf PDF-Version hinzugefügt, sowie
                        zwei Literaturangaben in 8.1.2 aktualisiert
                        (Horzinek/Schmidt/Lutz und Kraft/Dürr/Hartmann)
17.07.2003 v1.0.8	3.3. geändert
03.11.2003 v1.0.9	1.9 um den Berliner Katzenstammtisch ergänzt, 
                        1.10 an den Umzug ins euIRC angepasst.
                        Tippfehler und URL auf die Giftdatenbank in 4.1
                        aktualisiert.
08.01.2004 v1.0.10	1.1 und 1.6 geändert                        
10.02.2004 v1.0.11	Überprüfung und Korrektur von Web-Links
28.04.2004 v1.0.12	4.5.4 überarbeitet
			Adresse der Webseite in 7.5 korrigiert
28.06.2004 v1.0.13	4.7.1 aktualisiert
01.08.2004 v1.0.14	5.2 grundlegend überarbeitet
21.10.2004 v1.0.15	5.3 um Warnung vor FIV ergänzt
			6.13 Tippfehler entfernt, 
			4.3 Link aktualisiert
04.01.2005 v1.0.16	4.3 Link aktualisiert
06.02.2005 v1.0.17	4.13.4 Autor der "Regenbogenbrücke" hinzugefügt
			6.12 Tippfehler korrigiert
10.03.2005 v1.0.18	Änderung der Bestimmungen zum Kopieren der FAQ
07.08.2005 v1.0.19	1.2 Abschnitt überarbeitet
			1.9 Treffen Dortmund und Berlin aktualisiert
			1.10 Tippfehler korrigiert
			2.3.3 Tippfehler korrigiert
			2.6 Link aktualisiert
			4.2.9 Link aktualisiert
			4.4.22 Abschnitt "Fieber" eingefügt
			4.6.2 Link aktualisiert
			7.1 Verweis auf kostenpflichtigen Artikel,
			    veralteten Link entfernt
			8.1.3 Leyhausen, neue Auflage
02.10.2005 v1.0.20	1.2 Abschnitt überarbeitet
09.02.2006 v1.0.21	4.3 Link aktualisiert
30.03.2006 v1.0.22	2.9 hinzugefügt
03.08.2006 v1.0.23	1.1 Charta vervollständigt
01.09.2006 v1.0.24	4.5.4 Abschnitt "Darmparasiten" erweitert
25.10.2006 v1.0.25	4.3 Grundlegende Überarbeitung mehrerer Abschnitte
11.05.2007 v1.0.26	Abschnitt 1.9 "Gibt es regelmäßige Treffen der drtk-
                        Leser?" mangels solcher Treffen entfernt
                        Abschnitt 1.10 in 1.9 umbenannt
			

Veröffentlichung

Diese FAQ wird automatisch an jedem 6. eines Monats in die Gruppen
de.rec.tiere.katzen, de.answers und news.answers gepostet. Diskussionen
darüber finden in de.rec.tiere.katzen statt. Eine HTML-Version ist im
WWW unter http://www.drtk-faq.de/ und eine PDF-Version unter 
http://www.drtk-faq.de/drtk-faq.pdf zu finden.

Die Autoren:

An der Erstellung dieser FAQ haben mitgewirkt (in alphabetischer
Reihenfolge):

Kathrin Bochow
Stefan Dringenberg
Ina "Bella" Gamache
Ulrike Germeshausen +
Michael Grimm
Nicole Rompel
Ulrike Pasching
Carola Schwabe
Martina Schwencke
Anita Sprungk
Ralf Stelter
Martina Walter
Christel Wysocki

Unser Dank gilt den vielen Ungenannten, die ihre hilfreichen Beiträge 
in drtk veröffentlicht haben.


1 Willkommen in drtk

1.1      Was ist drtk?

de.rec.tiere.katzen ist eine Gruppe in der deutschsprachigen Hierarchie
des Usenet. Sie wurde nach einer öffentlichen Abstimmung im Dezember
1995 eingerichtet. Die damals beschlossene Charta lautet wie folgt:

Themen der Gruppe: Alles, was mit Katzen zu tun hat, besonders Haltung
                   und Pflege der Hauskatze. Jedoch sind auch
                   Diskussionen über die wilden nahen Verwandten der
                   Hauskatze gestattet.
                   
                   Werbung ist in dieser Gruppe nicht erwünscht.

In der Gruppe und in dieser FAQ wird der Name üblicherweise mit drtk
abgekürzt.

Das Usenet ist themenorientiert - wenn sich im Laufe einer Diskussion 
das Thema auf Gebiete verlegt, die nichts mit Katzen zu tun haben (und
man beispielsweise nur noch über Zubereitungsarten von Kartoffelsalat
spricht), sollte man die Diskussion in die Gruppe verlegen, die dieses
zum Thema hat (z.B. de.rec.mampf) oder per Mail weiterführen.


1.2      Wozu diese FAQ?

Diese FAQ beinhaltet Antworten (oder Verweise auf die Antworten,
soweit sie hier den Rahmen sprengen würden) auf die in der Newsgroup
drtk am häufigsten gestellten Fragen.

Insbesondere soll sie eine Hilfe für Neueinsteiger darstellen.

Anfang 2002 hatte sich ein Team von Regulars zusammengefunden, um
eine am aktuellen Geschehen der Newsgruppe orientierte FAQ zu
erstellen. Diese erschien erstmals am 01.05.2002 unter dem Namen
"de.rec.tiere.katzen FAQ - Haeufig gestellte Fragen".


1.3      Tips für Einsteiger

Es gibt zwei weitere Newsgroups, die viele Hilfestellungen für
Neueinsteiger liefern. In der Gruppe de.newusers.infos (dni) werden
regelmäßig einige Texte veröffentlicht, die die wichtigsten
Informationen zum Umgang mit dem Medium Usenet liefern. Fragen zu diesen
Informationen werden in de.newusers.questions (dnq) diskutiert. Eine
andere Informationsquelle ist die Webseite
http://www.hotze.net/usenet.htm

Viel Wert wird (nicht nur) in drtk auf die Benutzung von Realnamen
gelegt. Da es eine echte Anonymität im Netz sowieso nicht gibt,
existiert meistens nur ein Grund, um ein Pseudonym zu benutzen: Man
möchte sich dahinter verstecken und mehr oder weniger für Ärger sorgen.
Aus diesem Grunde haben viele Leser ihren Newsreader so eingestellt,
dass Artikel, deren Autoren auf einen Realnamen verzichten, nicht
angezeigt werden. Unter http://www.wschmidhuber.de/realname/index.html
wurden einige Argumente zu diesem Thema gesammelt.

Wer möchte, dass seine Beiträge gelesen und beantwortet werden, der
sollte eine Zeit lang die Gruppe verfolgen und sich selbst ein Bild
davon machen, wie die Umgangsformen sind.

Die Kenntnis der Tipps und Hinweise aus den Gruppen dni und dnq sowie
deren Anwendung wird in drtk, wie in allen Newsgroups der de.*
Hierarchie, vorausgesetzt. Dies soll keinen Zwang formulieren, sondern
der besseren Verständigung untereinander dienen.

Also: Bitte erst informieren, dann posten.


1.4      Der Umgang miteinander

Auch, wenn man die anderen Teilnehmer nicht sieht, sollte man nie
vergessen, dass man sich mit Menschen und nicht mit Maschinen unterhält.
Aus diesem Grunde sollte man sich in der Gruppe nicht anders als im
realen Leben benehmen. Ein paar Hinweise zu den eigentlich
selbstverständlichen Umgangsformen enthält die so genannte Netiquette,
die unter http://www.kirchwitz.de/~amk/dni/netiquette nachgelesen werden
kann.


1.5      ToFu, Kammquoting und andere Newsreader Probleme

Ein häufiger Anfängerfehler ist das falsche Zitieren von Beiträgen, zu
denen man Stellung nimmt. Typisch ist TOFU ("Text oben, Fullquote
unten"), bei dem der Text des vorhergehenden Artikels noch einmal
vollständig an den eigenen gehängt wird. Eine Anleitung, in der sehr 
gut beschrieben wird, wie man im Usenet zitiert, ist unter
http://quoting.is-easy.de zu finden.

Ein anderes Problem ist, dass das von vielen benutzte Programm Outlook
Express (OE) einige Fehler hat, die es den Lesern deutlich erschweren,
die damit verfassten Artikel zu lesen. Ein Beispiel dafür ist das
Kammquoting. OE bricht zitierte Zeilen falsch um, so dass man hinterher
nicht mehr erkennen kann, von wem ein Zitat stammt. Dieser und viele
andere Fehler von OE werden in der OE-FAQ beschrieben, die sich unter
http://oe-faq.de/ nachlesen lässt. Zu Fragen rund um OE gibt es eine
eigene Newsgroup: de.comm.software.outlook-express.


1.6      Wie finde ich alte Artikel?

Die meisten Newsserver haben nur eine begrenzte Haltezeit für Artikel.
Liest man sie nicht in dem vorgegebenen Zeitraum, der von Server zu
Server unterschiedlich ist, bekommt man ältere Artikel nicht mehr zu
sehen. Es gibt jedoch eine bequeme Möglichkeit, um auch nach Themen zu
recherchieren, die bereits vor Jahren diskutiert wurden: Die
Suchmaschine Google verfügt über ein riesiges Archiv, in dem man zu den
meisten Stichworten eine Antwort findet. Es ist meistens sehr sinnvoll,
vor dem Schreiben einer Anfrage bei Google nachzusehen, ob die Frage
nicht schon längst beantwortet wurde. Die Suchmaschine ist unter
http://groups.google.de/advanced_group_search zu finden.

Dank Google lassen sich auch einzelne Beiträge wiederfinden. Jeder
Beitrag, der im Usenet veröffentlicht wird, erhält eine eindeutige MID
("Message-ID", beispielsweise <mini-FIP-FAQ_1074466804@odo.in-berlin.de>).
Wenn man die MID in das entsprechende Feld "Beitrags-ID" des Suchformulars 
von Google einträgt, dann bekommt man gewöhnlich den zugehörigen Artikel
angezeigt. 

Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass die Datenbank von Google
wie alles im Leben nicht vollständig ist. Es kann also sein, dass man
auch dort manche Artikel nicht findet. Aufgrund der Größe der Datenbank
ist die Chance, das Gesuchte dort zu finden, aber sehr groß.


1.7     Dramatische Nachrichten, soll ich die posten?

Seit einiger Zeit kursieren allerlei Mails, die auf Tierquälereien
aufmerksam machen wollen und in denen darum gebeten wird, ein größeres
Publikum darüber zu informieren. Bevor man eine solche Warnung in drtk
veröffentlicht, sollte man kurz bei Google nachsehen, ob das Thema dort
schon diskutiert wurde. In vielen Fällen handelt es sich um Fakes, also
Täuschungen. Typische Beispiele sind die "Bonsaikitten" und der
"hüpfende Braten" (siehe 7.1 und 7.2). Gute Informationen über solche
als "Hoax" bezeichneten Falschmeldungen findet man auf der Webseite
http://www.tu-berlin.de/www/software/hoax.shtml.


1.8     Was ist ein Troll?

Als Trolle werden Menschen (bzw. deren Beiträge) bezeichnet, die eine
Newsgroup nur aufsuchen, um dort Streit zu säen. Häufig nennen sie ihren
wahren Namen nicht und veröffentlichen ein Posting zu einem Thema,
welches mit Sicherheit heftige Gegenreaktionen hervorruft. Trolle
"verhungern", wenn man sie nicht füttert. Mit anderen Worten: Es ist
sinnvoll, auf ihre offensichtlichen Provokationen nicht zu reagieren.


1.9	Gibt es einen Chat der drtk-Leser?

Im Internet gibt es die Möglichkeit, miteinander zu chatten. Einige
Katzenfreunde, auch aus drtk, treffen sich im EUIRC-Netzwerk, Channel 
#katzen und sind dort mehr oder weniger regelmäßig (oft erst abends)
anzutreffen. Meist findet man jemanden, mit dem man in Echtzeit ein
Problem diskutieren oder einfach ein bisschen plaudern kann. Früher gab
es auch einen entsprechenden Kanal im IRCnet, dieser wurde allerdings
wegen der Politik der dortigen Operatoren aufgegeben.

Chatten kann man unter Verwendung eines IRC-Clients, z. B. mit dem frei
verfügbaren Chatzilla (enthalten im Mozilla) oder Xchat 
(http://www.xchat.org). Es gibt auch lizenzpflichtige Clients, z. B.
unter Windows den mIRC (http://www.mirc.com). Bei Fragen zum IRC gibt
es im Web diverse IRC-Hilfeseiten, z. B. http://irc.fu-berlin.de/ oder
Ralf Stelters Einstiegshilfe unter http://www.d-core.de/info/irc.html

Für die Einstellungen gilt:
        - Netzauswahl: euIRC
        - Server-Verbindung: Da gibt es viele. Gut zu erreichen ist z. B. 
                             irc.ber.de.euirc.net. Eine komplette 
                             Server-Liste gibt es unter 
                             http://www.euirc.net/server.php?lang=ger
        - Channelname: #katzen
        - Nickname: Nach Belieben

Seid nicht überrascht, wenn ihr erst mal ausgefragt werdet. So ganz
anonym geht es in #katzen nicht zu. Wir wissen immer gern, mit wem wir
da plaudern.  


2 Allgemeines


2.1      Was sind Dosis?

Im Roman "Felidae" von Akif Pirinçci bezeichnet der alte Kater Blaubart
die Menschen etwas abfällig als "Dosenöffner". Dosi ist ist die etwas
freundlichere Kurzform davon.


2.2      Ich möchte eine Katze, was soll ich tun?

Bevor man sich für die Haltung einer Katze entscheidet, sollte man
kritisch überprüfen, ob man dem Tier ein gutes Zuhause geben kann. Neben
den anfallenden Kosten gehört dazu auch eine Portion Toleranz. Wer es
nicht verkraften kann, wenn die Katze mal eine Tapete ankratzt, auf den
Teppich kotzt oder eine Vase umwirft, der wird wahrscheinlich nicht viel
Spaß an ihr haben. Auf keinen Fall sollte man sich spontan entscheiden
oder das Tier gar verschenken, ohne die Lebensumstände vorher genau
geprüft zu haben.  Hierzu gehört auch die Berücksichtigung der Tatsache,
dass Katzen deutlich über 20 Jahre alt werden können.


2.3      Wie komme ich an eine Katze?

Durch die Sorglosigkeit bzw. Gleichgültigkeit mancher Menschen
(Stichwort Kastration) gibt es sehr viele Katzen. Zu viele Katzen, um
jeder von ihnen ein gutes Zuhause geben zu können. Es ist also kein
Problem, eine zu bekommen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, auf
die im Folgenden und unter 2.7 etwas näher eingegangen wird.


2.3.1    Tierheim/Tierschutz-/Katzenschutzverein

Eine der tierfreundlichsten Möglichkeiten, an eine Katze zu kommen,
besteht darin, das nächste Tierheim oder eine Katzenhilfe-Organisation
aufzusuchen und sich dort von einem Stubentiger adoptieren zu lassen.
Die Kosten dafür können sehr variieren. In einem kleinen, ländlichen
Tierheim mag man vielleicht um eine Schutzgebühr in Höhe von 30 EUR pro
Katze bitten, in einer großen Stadt kann sich die Schutzgebühr auch auf
100 EUR belaufen. Dafür erhält man ein geimpftes und - je nach Alter -
auch bereits kastriertes Tier.


2.3.2    Züchter

Wer lieber ein Tier einer besonderen Rasse haben möchte, sollte sich
zuerst über die in seiner Nähe wohnenden Züchter informieren (siehe auch
2.7.1). Dazu kann man den zuständigen Zuchtverein befragen, einen Blick
in die Zeitung werfen oder auch Fachmagazine studieren (z.B.  "Katzen"),
wie es sie in jedem Supermarkt gibt.

Zum Preis können hier keine näheren Angaben gemacht werden. Es kommt auf
die Rasse an und auf den Züchter selbst.


2.3.3    Fundtiere

Manchmal kommt man zur Katze wie die berühmte "Jungfrau zum Kinde". Da
sitzt mit einem Mal ein hilfsbedürftiges Katzenkind vor der Tür und
begehrt Einlass, oder man entschließt sich, den Streuner aufzunehmen,
der einem aufgefallen ist.

Die rechtliche Seite sieht so aus, dass auch Tiere "Fundsachen" sind, d.
h. man muss sie bei der Polizei und/oder beim örtlichen Tierheim als
gefunden melden. Damit wird ganz normal die sechsmonatige Fundfrist in
Gang gesetzt, nach deren Ablauf einem das Fundtier erst "richtig"
gehört.

Es könnte durchaus sein, dass das zugelaufene Tier irgendwo sehr
schmerzlich vermisst wird. Dann gibt man dem eigentlichen Eigentümer mit
der Anzeige beim Tierheim die Möglichkeit, sein vermisstes
Familienmitglied wiederzufinden.

Meldet sich der rechtmäßige Eigentümer innerhalb der Fundfrist, darf man
für das Tier angefallene Kosten (Futter, Streu, eventuell TA) geltend
machen und Erstattung fordern.


2.3.4    Tierärzte

Auch über einen TA kann man zu seinem neuen Lebensgenossen kommen. Tä
wissen meist, welcher ihrer Kunden gerade Katzennachwuchs abzugeben hat.
Im Warteraum der Praxis hängen oft auch entsprechende Zettel aus.
Einfach mal fragen.


2.4      Was brauche ich alles, um eine Katze aufnehmen zu können?

Gar nicht viel. Wenn es dringend ist und schnell gehen muss (weil z. B.
das frierende Katzenkind sofort ins Haus muss), tut es eine
Plastikschüssel, etwa 5 cm hoch gefüllt mit Sand oder Erde, als Klo und
ein Kompottschälchen als Wasserschale. Das Futter kann auf einer
Untertasse gereicht werden. Als Liegeplatz wird sich sicher ein Sofa
oder bequemer Sessel finden lassen.


2.4.1    Katzenklo

Zieht die Katze richtig ein, sollte vom sandgefüllten Klo-Provisorium
umgestiegen werden auf die Profiversion - ein richtiges Katzenklo.

Es gibt verschiedene Versionen: Mit Deckel oder ohne, mit Geruchsfilter
oder Einstiegsklappe. Durchsichtig, in dezenten Farben oder ganz
futuristisch und poppig. Grundsätzlich ist der Katze egal, wie ihr Klo
aussieht. Hauptsache, sie passt hinein.

Manchmal allerdings bestehen Vorlieben, Deckel oder Einstiegsklappe
betreffend. Manche Tiere bevorzugen eine Toilette ohne Deckel, andere
hassen die Klappe. Bei heiklen Tieren kann es beim Ignorieren solcher
Abneigungen sogar zur Verweigerung der Klobenutzung kommen, und sie
werden unsauber (siehe auch 6.1 und 6.8). In den meisten Fällen gibt es
aber keine Probleme, und jedes Klo wird genutzt. Man sollte allerdings
ein wenig auf die Größe achten, die Katze sollte schon bequem
hineinpassen. Es kommt sonst auch leicht zu "Unfällen", wenn das
Hinterteil des Tieres hinausragt. Gegen das Hinausscharren der Streu
gibt es extra aufsetzbare Ränder oder Katzentoiletten mit besonders hohen
Wänden.


2.4.2      Kratzbaum

Katzen sind Raubtiere und entsprechend mit Waffen ausgerüstet. Neben
ihren Zähnen sind das die Krallen.  Die Krallen wachsen ständig nach,
vom Aufbau her ähneln sie Zwiebeln, mit vielen Schichten. Die oberste
Schicht wird regelmäßig abgestoßen, so bleiben die Krallen scharf.

An den Hinterpfoten wird die Krallenpflege durch die Katze mit den
Zähnen betrieben, die oberste Schicht wird abgeknabbert. Für die
Vorderpfoten benötigt die Katze eine Fläche zum Kratzen - dadurch wird
die inzwischen stumpfe Schicht "abgezogen". Wenn die Katze also am Sofa
oder an den Tapeten kratzt, ist das keine Böswilligkeit, sondern absolut
notwendige (!) Körperpflege.

Will man seine Einrichtung schonen, kommt man um die Anschaffung eines
Kratzbaumes (oder auch Kratzbrettes) nicht herum. Im Handel gibt es
zahlreiche verschiedene Modelle, in allen nur denkbaren Farben, Formen,
Größen und Preislagen. Wofür man sich entscheidet, bleibt dem eigenen
Geschmack überlassen. Jedoch sollte man unbedingt auf Stabilität und
Sicherheit des Katzenmöbels achten!

Eine Katze kann durch einen umfallenden, schweren Kratzbaum nicht nur
dauerhaft von der Benutzung abgeschreckt werden, sondern sogar getötet!
Wegen billiger Verarbeitung herausragende Nägel oder Klammern können das
Tier böse verletzen. Also lieber ein bisschen mehr ausgeben und auf
solide Verarbeitung achten. Und, ganz wichtig, auf absolut sichere
Verankerung des Kratzbaumes an Wand und Zimmerdecke achten!

Möchte man seinem Tier etwas Besonderes bieten und hat ein klein wenig
Talent, kann man natürlich auch selbst etwas bauen. Mit Kanthölzern,
Brettern, Teppichresten oder Sisalseil kann man seiner Fantasie freien
Lauf lassen. Obige Sicherheitshinweise gelten aber selbstverständlich
auch hier!


2.4.3      Futter

Alle Fragen zum Thema "Futter" werden detailliert im Abschnitt 3,
"Ernährung", behandelt. Hier lediglich der allgemeine Hinweis, dass nur
spezielles Katzenfutter gegeben werden darf. Hundefutter zum Beispiel
ist nicht gegeignet. Hunde und Katzen haben ganz verschiedene
körperliche Bedürfnisse.


2.4.4      Spielzeug

Katzenspielzeug gibt es wie Sand am Meer. Dafür gibt es keine direkten
Empfehlungen. Einige Katzen können sich stundenlang mit einem Wollknäuel
beschäftigen, andere wiederum polieren sich bei dem Anblick gelangweilt
die Krallen. Alle Teile, egal ob im Haushalt vorhanden oder zugekauft,
sollten allerdings unverschluckbar sein.

An käuflichem Spielzeug kommen meist mit Katzenminze ("Catnip") gefüllte
Bällchen und Spielmäuse am besten an. Auch so genannte "Katzenangeln"
werden oft heiß geliebt, das sind biegsame Kunststoffstäbe, an deren
Ende eine Plüschmaus hängt. Nicht zu vergessen die Laserpointer, mit
denen man zur Jagd auf einen kleinen, durchs Zimmer flitzenden
Lichtpunkt animieren kann.

ABER: So leicht man seinem Tier damit eine Freude machen kann - manche
dieser harmlos wirkenden Spielzeuge können eine Katze schwer verletzen
und sogar töten! Bei den kleinen Spielmäusen sollte man unbedingt Augen
und Nase entfernen! Diese Teile werden oft mit einem scharfkantigen,
spitzen Plastiksockel in das Spielzeug appliziert. Verschluckt die Katze
diese Teile, können schwere Verletzungen der Verdauungswege die Folge
sein!

Sehr beliebt sind Spielmäuse aus echtem Fell. Allerdings ist die
"Gewinnung", Herkunft und Herstellung der dafür verwendeten Felle
zweifelhaft. Meist kommen sie aus Asien; wie dort teilweise mit Katzen
und anderen Tieren umgegangen wird, ist wohl hinlänglich bekannt. Als
sichere, preisgünstige und tierfreundliche Alternative zu den Fellmäusen
gelten Sisalmäuse.

Der Laserpointer sollte so eingesetzt werden, dass der Lichtstrahl
niemals direkt in das Katzenauge fallen kann. Schwere Augenverletzungen
bis hin zur Blindheit können sonst die Folgen sein. Sicherer ist da z.
B. eine kleine Taschenlampe, die meistens den gleichen Spielspaß
garantiert, wenn der Lichtpunkt hell genug ist.

Eine Katze sollte niemals unbeaufsichtigt mit Schnüren, Bändern und
Gummis spielen können! Auch die "Katzenangel" gehört nach dem Spielen
wieder sicher beiseite geräumt. Jedes Jahr erhängen oder erwürgen sich
zahlreiche Katzen beim Spielen damit!

Gleichermaßen gefährlich ist das Spielen mit normalen Gummibändern: Oft
werden sie verschluckt und verursachen lebensbedrohliche
Darmverschlüsse. Gleiches gilt für die Zugbänder der "Gelben Säcke",
Wolle, Geschenkbänder und das obendrein giftige Lametta!

Ungefährlich, billig und für die Katze trotzdem hochinteressant hingegen
ist zum Beispiel zusammengeknülltes Papier, die schon erwähnten
Sisalmäuse, Tischtennis-Bälle, mit Katzenminze gefüllte und
zusammengedrehte alte Socken oder auch Kunststoff-Verschlusskappen von
Wasserflaschen.


2.5          Was kostet mich die Katzenhaltung?

Alles in allem ist eine Katze normalerweise eine sehr erschwingliche
Lebensbereicherung. Und für nur wenig mehr kann man sich selber und
seiner Katze eine große Freude machen, indem man gleich zwei Tiere hält.
Auch Tiere können seelisch vereinsamen. Und als Mensch hat man für nur
ein paar Euro mehr im Monat die Freude, seinen glücklichen Tieren beim
Spielen, Kuscheln und gegenseitigen Putzen zusehen zu können.


2.5.1        Grundausstattung

Kurz zusammengefasst benötigt man für die Haltung einer Katze folgendes:


1. Zwei Futterschüsseln, die rutschfest und leicht zu reinigen sein
   sollten. Die Preise liegen zwischen 3 und 10 EUR.

2. Ein billiges Katzenklo - eigentlich eine schlichte, rechteckige
   Plastikschüssel - bekommt man schon für etwa 9 EUR. Die Preise
   steigen schnell an, wenn man lieber etwas haben möchte, was in den
   Farben zur Wohnungseinrichtung passt, oder ein Klo mit Deckel
   und/oder Filter (bis 50 EUR und mehr).

3. Einen stabilen Katzentransportkorb. Ab und an muß man mit dem Tier
   zum TA. Dann die Katze bitte nicht einfach auf dem Arm dahin bringen!
   Auch das ruhigste und liebste Tier kann sich schnell erschrecken (z.
   B.  durch einen plötzlich bellenden Hund) und versucht dann alles, um
   zu entkommen.  Jedes Jahr gehen so etliche Tiere auf
   Nimmerwiedersehen verloren! Stabile Körbe aus Kunststoff bekommt man
   ab ca. 20 EUR. Nach oben gibt es keine Grenzen. Geflochtene
   Weidenkörbe sehen hübsch aus, sind aber undicht, wenn die Katze
   hineinpinkelt, lassen sich schlecht reinigen und/oder desinfizieren
   und sind obendrein nicht immer ausbruchsicher.

4. Ein Kamm oder eine Bürste sind sehr nützlich. Besonders zu Zeiten des
   Fellwechsels bewahrt man seine Katze so davor, sehr viele Haare zu
   verschlucken und sich häufig übergeben zu müssen. Der Preis einer
   solchen Bürste liegt zwischen 5 und 10 EUR.

5. Ohne eine Kratzgelegenheit geht gar nichts. Die Preise schwanken von
   etwa 9 EUR für ein billiges Kratzbrettchen bis hin zu mehreren
   Tausendern für die Luxusausgabe einer "Kratz- und Spiellandschaft".

6. Spielzeug nach Wahl (unbedingt Sicherheitshinweise unter 2.4.4
   beachten!). Hier variieren die Preise zwischen wenigen Cent und
   vielen Euro. Nicht immer muss das teuerste Spielzeug das Beste sein.
   Viele Katzenbesitzer haben schon die leidvolle Erfahrung gemacht,
   dass teuer bezahltes Spielzeug von der Pelznase völlig ignoriert
   wurde, ein Pappkarton, ein Flaschenverschluss oder eine alte Zeitung
   aber stundenlangen Spielspaß bescherte.


2.5.2      Laufende Kosten

Selbst bei so genanntem Premiumfutter belaufen sich die Futterkosten nur
auf etwa 50-75 Cent am Tag (siehe 3.2). Leckerchen - bei hoffentlich
sparsamem Einsatz (siehe auch 3.5) - kosten etwa 5 EUR im Monat. Auch
bei Streu gibt es große Preisspannen, aber für eine Katze muss man mit
etwa 20 EUR im Monat rechnen.


2.5.3      Tierarzt

Hat man eine rundum gesunde Katze, muss man nur einmal im Jahr für die
Impfungen (siehe 4.3) zum TA.  Wird die Katze mal krank, hat einen
Unfall oder chronische Beschwerden, kann es schnell ins Geld gehen.
Dazu mehr unter 4.11. Eine einfache Untersuchung (Check-Up) des Tieres
mit einer Auffrischimpfung gegen Katzenschnupfen und -seuche kostet ca.
25-30 EUR.


2.5.4      Gibt es eine Krankenkasse für Katzen?

Nach dem aktuellen Stand bieten zwei Versicherer (Agila und Ülzener)
eine Krankenversicherung für Haustiere an. Die monatlichen Beiträge
liegen zwischen 15 und 80 EUR. Die Gegenleistungen sind unterschiedlich:
Vom Bezahlen eines gedeckelten Betrages bis hin zum dreifachen Satz der
GOT. Meistens ist das Eintrittsalter des Tieres auf fünf Jahre begrenzt.

In der WDR-Sendung ServiceZeit wurden die Versicherungen vor einiger
Zeit vorgestellt. Das Fazit war: Es ist meistens sinnvoller, monatlich
einen festen Betrag beiseite zu legen. Hierzu kann man z. B. ein
Unterkonto anlegen, welches nur für Tierarztkosten genutzt wird. Am Ende
hat man meistens ein besseres Ergebnis als bei jeder Versicherung, zumal
das Geld auch noch verzinst wird.

Einen Test von Krankenversicherungen für Tiere gab es in der Ausgabe
Juni 1997 der Zeitschrift "Finanztest". Die beiden genannten
Gesellschaften haben Webseiten: http://www.agila.de/ und
http://www.uelzener.de/.


2.6       Katze entlaufen - was tun?

Viele von uns kennen die Situation, wenn Katz verschwindet... sei es,
dass ein Freigänger nicht von seiner Tour zurückkommt oder eine bis
dahin wohlbehütete Wohnungskatze durch einen dummen Zufall durchs offene
Fenster entwischt. Jetzt ist es von Vorteil, wenn Katz tätowiert
und/oder mit einem Chip versehen (und natürlich auch registriert!) ist,
so dass der Finder sofort weiß: Es handelt sich nicht um einen herren-
losen Streuner. Katzen kann man bei verschiedenen Organisationen
registrieren lassen, z. B. bei TASSO (http://www.tiernotruf.org) oder dem 
Deutschen Tierschutzbund (http://www.tierschutzbund.de/00006.html).

Wohnungskatzen, die noch nie draußen waren, verstecken sich meist in
unmittelbarer Nähe. Hier hat es sich bewährt, Futter rauszustellen und
vor allem nachts zu suchen und leise zu rufen.

In jedem Fall sollte man mit einem guten Foto der Katze einen Suchzettel
fabrizieren und möglichst flächendeckend verteilen. Wenn die Katze bei
TASSO (s. o.) registriert wird, sollte gleich ein gutes Foto
mitgeschickt werden, denn dann können im Falle eines Falles recht
brauchbare Suchplakate angefordert werden. Der erste Anruf sollte dem
örtlichen Tierheim gelten, ebenfalls wichtig sind die Tierärzte am Ort.
Auch eine Anzeige in der Tageszeitung kann Erfolg bringen. Je mehr Leute
von der Suche wissen, desto eher ist mit Erfolg zu rechnen.

Weitere Tipps gibt es unter:
http://www.christelw.de/katzen/tierschutz/entlaufen.html und
http://www.sabine-brandl.de/katzen.html

Das Wichtigste aber ist: Nicht zu schnell aufgeben. Viele Katzen sind
auch noch Wochen und Monate nach ihrem Verschwinden wieder zu Hause
aufgetaucht.


2.7        Welche Katze ist für mich geeignet?

Zumeist steht für den Wunsch nach einer Katze zunächst ein Katzenbaby
Pate, häufig ein putziges kleines Tierchen aus der Katzenfutter- oder
Katzenstreu-Fernsehwerbung. Bevor man sich aber von so verführerischen
Bildern zu übereilten Entschlüssen verleiten lässt, sollte man sich ein
wenig über das Wesen der Katze an sich sowie über die Eigenarten
verschiedener Rassen und Altersstufen informieren - damit die Traumkatze
nicht zum Alptraum wird.


2.7.1      Rassekatze oder Mischling?

Über diese Frage entscheidet letztlich der persönliche Geschmack. Im
Prinzip sind alle Katzen, ob Edel- oder Feld-Wald-Wiesen-Katze, gleich:
wunderbar verschieden, individualistisch, eigensinnig und unbere-
chenbar. Allerdings hat jede Rasse ein paar besondere Eigenheiten, über
die man sich vor Anschaffung des Tieres informieren sollte. Zum Beispiel
sind Orientalen sehr gesellig (= nicht als Einzelkatze geeignet),
gesprächig und menschenfixiert. Langhaarkatzen benötigen intensive
Fellpflege. Infos über die charakteristischen Merkmale der einzelnen
Rassen gibt's bei den Züchterverbänden oder in entsprechenden
Katzenbüchern.

Rassekatzen gibt es nicht nur beim Züchter. Wenn es kein Jungtier sein
soll, lohnt sich ein Blick in Tierheime und Katzenschutzhäuser, denn
auch Rassekatzen werden ausgesetzt, abgeschoben, zu Scheidungswaisen
oder verlieren ihren Menschen durch den Tod.

Wenn man sich an einen Züchter wendet, sollte man darauf achten, dass
die Tiere in die Familie integriert sind, also von klein auf an Menschen
gewöhnt und zutraulich sind. Ein seriöser Züchter gibt seine Jung-
katzen frühestens mit zwölf Wochen ab, händigt dem Käufer den
vollständig ausgefüllten Impfpass und die kompletten Papiere der Katze
aus. Die Grundimmunisierung ist abgeschlossen, die Tierchen sind ent-
wurmt. Ein guter Züchter gibt bereitwillig Infos über die Art der
bisherigen Fütterung sowie Tipps für den richtigen Umgang mit den
Kleinen und will eine Menge über das künftige Zuhause seiner
Katzenkinder wissen.

In seriösen Züchter-Vereinen ist es verboten, Jungtiere an
Tierhandlungen zu verkaufen. Rassekatzen, die in Tierhandlungen verkauft
werden, sind meist aus dem Ausland und/oder von Züchtern ohne Vereinszu-
gehörigkeit.

Rassekatzen haben ihren Preis: Welpen gibt es ab ca. 500 EUR, je nach
Rasse. ältere Tiere (aus der Zucht genommene Spätkastraten oder an den
Züchter zurückgegebene Tiere) sind deutlich günstiger zu haben.  Auch
"fehlerhafte" Katzen (falsche Fellfarbe, nicht ganz "typischer"
Körperbau etc.) kann man zu Liebhaberpreisen bekommen. Ein Züchter, der
hingegen für einen Verzicht auf Stammbäume einen hohen Preis- nachlass
in Aussicht stellt, ist unseriös, da die von Katzenvereinen eingehobene
Stammbaumgebühr sehr gering (ca. 40 EUR) ist. Meist sind solche Züchter
wegen Unkorrektheiten aus ihrem Verein ausgeschlossen worden und können
deshalb keinen gültigen Stammbaum beibringen.

Mischlinge bekommt man von privat, von Katzenschutzorganisationen,
Tierheimen, Tierärzten. Wie sie sich charakterlich und körperlich
entwickeln, ist meist nicht abzusehen - es sei denn, man kennt die
Elterntiere. Sie stecken also voller - meist positiver - Überraschungen.
Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass sie gesund wirken. Sie
sollten sauber und munter sein und keine übergroße Ängstlichkeit zeigen.
Jungtiere von privat sind häufig noch nicht geimpft und entwurmt -
unbedingt erfragen und das neue Familienmit- glied baldmöglichst einem
TA vorstellen.


2.7.2      Jungtier oder erwachsene Katze?

Das hängt am ehesten von den persönlichen Lebensumständen ab.

Katzenbabys sind süß, drollig, verspielt - und wahnsinnig anstrengend.
Sie haben nichts als Unfug im Kopf, machen viel kaputt, haben einen
enormen Energieüberschuss und müssen noch eine Menge lernen. Wer die
Zeit und die Nerven hat, ein Jungtier aufzuziehen, sollte gleich an die
Anschaffung von zwei Katzen denken. Dann hat das Kleine einen Kumpel,
mit dem es sich austoben und seine für die Entwicklung nötigen
Kampfspielchen exerzieren kann. Das schont die Wohnungseinrichtung, Haut
und Nerven des Dosis und macht sehr viel Freude.

Vorsicht mit "Wildlingen" (Jungtiere, die in den ersten Lebenswochen
keinen Menschenkontakt hatten); sie sind kaum für Katzenanfänger
geeignet.

Ein älteres Tier ist etwas ruhiger, meist schon ein wenig erzogen (weiß
i. a. wenigstens, was "nein" heißt).  Auch Ex-Tierheimbewohner müssen
übrigens nicht psychisch gestört sein. Die meisten leben sich schnell
ein, fassen bald Vertrauen und begreifen, dass ihr neuer Versorger es
gut mit ihnen meint. Die Geduld, die zu Anfang möglicherweise vonnöten
ist, wird meist schnell mit besonderer Anhänglichkeit belohnt.


2.7.3 Wie alt muss die Katze mindestens sein?

Das ideale Abgabealter für junge Katzen liegt bei zwölf bis 16 Wochen. 
In diesem Alter hat das Kätzchen bereits alles Wesentliche von der 
Mutter gelernt, vor allem ein normales kätzisches Sozialverhalten. Wer 
eine junge Katze aus einer Zucht oder das Ergebnis eines "Unfalls" 
einer gut gehaltenen Hauskatze bei sich aufnehmen möchte, sollte das 
Tier deshalb frühestens mit zwölf Wochen von der Mutter trennen. Die 
Entwurmung sowie die notwendigen Grundimmunisierungen werden in diesem 
Fall noch vor dem Übersiedelungstermin ins neue Heim vorgenommen. Wenn 
man sich jedoch für eine kleine Katze entschieden hat, die z.B. in 
einem Reitstall oder auf einem Bauernhof geboren ist, spielen andere
Faktoren als das "richtige" Abgabealter eine Rolle. Hält der Besitzer
der Mutterkatze seine Tiere nur als unkastrierte und ungeimpfte 
Mäusefänger, ist es besser für die Kleinen, sie schon ab fünf bis 
sechs Wochen zu sich zu nehmen. Ab ca. sechs Wochen haben sie keinen 
Immunschutz mehr von der Mutter. Deshalb infizieren sie sich fast 
immer mit Katzenschnupfen oder Schlimmerem. So junge Tiere aufzuziehen 
erfordert allerdings Katzenerfahrung - oder die Bereitschaft, sich 
schnell fundiertes Wissen über Haltung und Aufzucht anzueignen. Wer 
die Kätzchen trotz der Gesundheitsgefahren lieber erst später von der 
Mutter trennen will, sollte den ganzen Wurf möglichst inklusive der 
Mutter dem TA vorstellen sowie die Tiere entwurmen, grundimmunisieren 
und später auch nachimpfen lassen. Damit ist wenigstens eine 
grundlegende Gesundheitsvorsorge gesichert. Trotzdem muss man sich 
über zweierlei im Klaren sein: Bis zur Übersiedelung dürfte die 
Futterversorgung der künftigen Familienmitglieder alles andere als 
optimal sein (dem Halter Geld für gutes Futter zur Verfügung zu 
stellen garantiert leider nicht, dass die Katzen etwas davon haben), 
und die Kleinen sind bis dahin allen Gefahren ausgesetzt, denen 
Freigängerkatzen tagtäglich begegnen (jagende Hunde, Autounfälle etc.).


2.8       Wohin mit der Katze im Urlaub?

· Mitnehmen: Im Allgemeinen die schlechteste Lösung, denn Katzen lieben
  Ortsveränderungen nicht.  Handelt es sich allerdings um eine Art
  zweites Zuhause der Katze, in das sie regelmäßig "verschleppt" wird -
  kein Problem.

· Privat unterbringen: Siehe oben. Ein "zweites Zuhause" wird relativ
  gut akzeptiert.

· Katzenpension: Unbedingt vorher anschauen. Welche Impfungen werden
  erlangt, die bei reiner Wohnungshaltung bisher nicht nötig waren?

· Zu Hause versorgen lassen: Das kommt der Natur der Katze am ehesten
  entgegen. Sie bleibt in vertrauter Umgebung, bekommt zweimal täglich
  Futter, Wasser, Streicheleinheiten von Menschen, die sie kennt. In
  Frage kommen dafür Verwandte, Freunde, Nachbarn oder Catsitter.
  Catsitting funktioniert am besten auf Gegenseitigkeit. Dann hat man
  die Gewähr, dass der Betreuer sich mit Katzen auskennt, sie mag und
  tun wird, was er kann, um bei eigener Abwesenheit auch seine Katze gut
  betreut zu wissen.  Catsitter findet man über Catsitting-Clubs in den
  Städten (Kleinanzeigen), über holiday-petcare
  (http://www.holiday-petcare.de) und über Catsitter-Listen von
  Futterherstellern.

· Einen Kurzurlaub (Wochenende z. B.) verkraften Katzen auch unbetreut,
  wenn sie zu zweit sind und ihnen genügend Futter (Trofu oder
  Futterautomat), Wasser und saubere Klos zur Verfügung stehen.


2.9       Verhindern Glöckchen die Vogeljagd?

Gelegentlich wird empfohlen, Katzen ein Glöckchen umzubinden, um die
Jagd auf Vögel zu stören. Dies ist ist jedoch kritisch zu betrachten:
Gesunden, kräftigen Vögeln kann eine Katze kaum gefährlich werden. Nur
wenige Vogeljagd-Spezialisten erwischen erfahrene Altvögel, und 
ausgerechnet diese Spezialisten lernen schnell, sich auch mit Glöckchen
lautlos anzupirschen. Zudem ist das permanente nervige Gebimmel beim
normalen Herumstromern für das feine Gehör jeder glöckchentragenden
Katze eine Quälerei. Für nichts, denn flugunfähigen und noch nicht
flüggen Vögeln hilft die Warnung durch das Glöckchen nicht, sie können
nicht fliehen. Darüber hinaus kann das Halsband der Katze gefährlich
werden: Sie kann sich daran strangulieren, wenn es irgendwo 
hängenbleibt und sich nicht von allein öffnet oder abstreifen lässt.


3 Ernährung


3.1     Welche Futter gibt es?

Industriell hergestellte Fertigfutter sind als so genannte Nass- oder
Trockenfutter erhältlich. Unabhängig davon lassen sich beide Arten in
Standardfutter und Premiumfutter unterteilen. Ersteres findet sich in
praktisch jedem Lebensmittelgeschäft oder Supermarkt von diversen
Herstellern, während Premiumfutter fast ausschließlich über den
Tierbedarfsfachhandel vertrieben wird. Daneben sind so genannte
Ergänzungsfuttermittel im Handel erhältlich, die entweder aus
Inhaltsstoffen bestehen, welche nicht den gesamten Nährstoffbedarf der
Katze abdecken (z. B. Futter, die ausschließlich aus Fisch bestehen)
oder bestimmte Substanzen erhalten, die Mangelerscheinungen ausgleichen
sollen (z. B. Vitaminpräparate). Die Zusammensetzung des Futters wird
auf den Verpackungen angeführt. Leider bedienen sich die Hersteller
dabei oftmals einer eher schwer verständlichen Ausdrucksweise. Was die
Angaben auf den Packungen bedeuten, und wie man anhand dieser Angaben
die Qualität des Futters feststellt, wird bei Cats-Country
(http://www.cats-country.de/futteret.htm) erläutert.  Umfassende
weiterführende Hinweise zur Katzenernährung:

· http://www.keinwitz.de/katzenernaehrung.html

· http://de.geocities.com/ulrichlang2001/futter.html

· http://www.christelw.de/katzen/futter/


3.2     Warum sind Premiumfutter so teuer?

Das sind sie eigentlich gar nicht. Premiumfutter werden aus hochwertigen
Rohstoffen hergestellt, die aufgrund ihrer besseren Verwertbarkeit in
wesentlich geringeren Mengen bereits den Nährstoffbedarf der Katze
decken und zur Sättigung führen. Daher reichen wesentlich geringere
Mengen zur Fütterung aus, was den Preis pro Mahlzeit deutlich nach unten
korrigiert. Man kann sich den Kostenfaktor ähnlich dem zwischen Junkfood
und einem exquisiten Menü aus feinsten Zutaten vorstellen.


Rechenbeispiel: Eine 100 g-Tüte des Futters der Marke W. kostet 39 Cent.
                Laut Fütterungsempfehlung werden pro Tag 400 g benötigt,
                also 1,56 EUR.  Das höherwertige Futter der Firma I.
                kostet dagegen 0,79 EUR pro 170 g-Dose. Dieses deckt
                aber den gesamten Tagesbedarf eines Tieres. Somit fällt
                der Preisvergleich von 1,56 EUR zu 0,79 EUR zugunsten
                des Premiumfutters aus.


3.3     Trocken- oder Naßfutter?

Hochwertiges Dosenfutter kostet zwar mehr als ebensolches Trockenfutter,
hat aber - wenn es angenommen wird - deutliche Vorteile aufzuweisen. 
Auch wenn prinzipiell beide Futterarten Harnwegserkrankungen vorbeugen
sollen, wird ausschließliche Trockenfutterfütterung nach wie vor als
Risikofaktor für Harnsteine genannt. Feuchtfutter ist besser verdaulich
und erhöht die Flüssigkeitsaufnahme. Dadurch ist die "Pinkelhäufigkeit"
höher, was ein wichtiger Faktor zur Vorsorge vor Harnsteinen ist, weil
dabei die Möglichkeit zur Kristallbildung eingeschränkt wird. Bei
Trockenfutterfütterung ist darauf zu achten, dass der Katze genügend
Trinkwasser bereit steht, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken 
(siehe 3.11) - am besten an verschiedenen Stellen und nicht nur in der
Nähe des Futterplatzes. Der Nutzen von Trockenfutter bezüglich der
Verhinderung von Zahnstein wird stark überschätzt, schon weil das
Gebiss der Katze das Kauen im eigentlichen Sinne nicht ermöglicht.


3.4     Was sollte auf keinen Fall gefüttert werden?

Generell ist für den menschlichen Geschmack zubereitete Nahrung nicht
als Katzenfutter geeignet (siehe auch 3.8). Tabu sind schokoladenhaltige
Lebensmittel: Schokolade enthält Theobromin, einen Stoff, den die Katze
nur so langsam abbauen kann, dass er sich bis zu einer giftigen Dosis
anreichern kann. Des weiteren ist nicht jede Sorte Fleisch, vor allem
roh, geeignet als Katzennahrung. Rohes Schweinefleisch kann z. B. für
den Menschen harmlose Herpesviren enthalten, die bei Katzen die tödliche
Aujeszky'sche Krankheit (Pseudowut) hervorrufen. Einige Schinken- und
Salamisorten enthalten rohes Schwein und fallen daher ebenfalls unter
dieses Verbot. Bei rohem Geflügel besteht die Gefahr von
Salmonelleninfektionen, so dass Geflügelfleisch besser durchgegart
gefüttert werden sollte. Außerdem kann rohes Fleisch die Erreger der
Toxoplasmose enthalten (siehe 4.2.9).

Dass Alkohol auf keinen Fall als Tiernahrung taugt, sollte
selbstverständlich sein. Zurückhaltung ist auch bei allen Naschereien
und Süßspeisen angebracht. Wozu diese führen, kann mancher Dosi an sich
selbst auf der Waage und beim Zahnarzt sehen.


3.5     Leckerchen für die Katze

Wer seine Katze verwöhnen will, wird von einem riesigen Angebot geradezu
erschlagen. Bei den zahlreichen im Handel erhältlichen Produkten gilt
das Gleiche wie beim Futter: auf die Inhaltsstoffe achten. Auch
Leckereien sollten zuckerfrei sein, möglichst wenig Kohlehydrate
enthalten und nicht aus allen möglichen Schlachtabfällen bestehen. Gut
geeignet sind z. B. einzelne Brocken einer dafür reservierten
Trockenfuttersorte, Hefetabletten, frische Krabben, kleine Stückchen
milder Käse - alles, was Katz besonders gern mag und aus der Hand
fressen kann. Das können sogar kleine Stücke rohen Gemüses sein (z. B.
Gurke oder roter Paprika, siehe auch 3.8).

Dabei sollte aber unbedingt beachtet werden, dass auch Leckerchen
Energie liefern. Wenn viel nebenbei gegeben wird, müssen die
Hauptmahlzeiten entsprechend kleiner ausfallen.


3.6     Katzenfutter selbst gekocht

Nicht nur aus Diätgründen, auch als besonderes Leckerchen, oder weil man
selbst bestimmen will, was die Katze serviert bekommt, kann jeder seine
Katze auch mit selbst Gekochtem füttern. Soll das Tier dauerhaft so
ernährt werden, dann sind bei der Zusammenstellung der Nahrung unbedingt
die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse der Katze zu berücksichtigen,
um einer Mangelernährung vorzubeugen.


3.7     Ist vegetarische Ernährung sinnvoll?

Katzen sind Raubtiere und Fleischfresser. Ihr Gebiss und ihr gesamter
Verdauungsapperat sind nicht für die Verarbeitung von Pflanzenkost
geeignet. Katzen benötigen Pflanzen nur als Ballaststoffe sowie als


Hilfe beim Auswürgen von Haarballen (Katzengras). Im Gegensatz zum
Menschen kann die Katze den lebenswichtigen Stoff Taurin nicht selbst
herstellen, sondern ist auf tierische Nahrung angewiesen, um die
notwendige Menge aufnehmen zu können. Es werden vereinzelt
Nahrungsergänzungsmittel zur vegetarischen Ernährung von Katzen
angeboten, die den Mangel an Taurin, Arachidonsäure sowie Vitamin A und
B12 in vegetarischer Ernährung ausgleichen sollen. Hierbei besteht aber
die große Gefahr einer Mangelversorgung oder überdosierung. Letztlich
muss jeder für sich entscheiden, ob seine eigene Moralvorstellung nicht
zu einer Qual für das Tier wird.


3.8     Kann ich meiner Katze normale Lebensmittel geben?

Ausprobieren. Fast alles, was Mensch isst und Katz mag, darf sie haben -
in geringen Mengen. Tabu sind stark/scharf gewürzte, salzreiche, essig-
und zuckerhaltige oder schwer verdauliche Lebensmittel (z. B.
Hülsenfrüchte, Kohl), außerdem Süßigkeiten, Schokolade, Alkoholisches,
Koffeinhaltiges und rohe Zwiebeln (siehe auch 3.4). Kein Problem sind
Milchprodukte (Quark, Joghurt), Reis, Nudeln, Kartoffeln, gedünstete
Gemüse, gekochtes Fleisch und gedünsteter Fisch (salzfrei oder
wenigstens salzarm gegart).


3.9     Welches ist das Idealgewicht?

Das Idealgewicht einer Katze lässt sich nicht in Kilogramm ausdrücken,
da Körperbau, Größe und evtl.  Rasse eine entscheidende Rolle spielen.
Unter http://www.odo.in-berlin.de/fbmi.html gibt es eine Tabelle, anhand
derer man überprüfen kann, ob die eigene Katze Normalgewicht hat oder
nicht. Allgemein könnte man sagen: Schlanke Katze sind gesünder und
leben länger. Ob eine Katze schlank ist, kann man sehen.  Genaueres
ergibt ein Abtasten (Vorsicht bei kitzligen Katzen!): Wenn die Rippen
fühlbar sind, ist das Tier nicht zu dick. Sind sie nicht mehr problemlos
tastbar, ist Abspecken angesagt (siehe 3.10).


3.10      Sie muß abnehmen! Wie stelle ich das an?

· FdH: Weniger füttern, Gebettel ignorieren, keine Leckerchen
  zwischendurch. Übergewicht langsam (!) abbauen; zu schnelle Abnahme
  kann zum Leberschaden führen. Funktioniert problemlos (bis auf die
  nervliche Belastung des ständig belagerten Dosis) bei
  Einzel-Wohnungskatzen und bei Wohnungskatzen in
  Mehr-Katzen-Haushalten, wenn sie an einen eigenen Futternapf gewöhnt
  sind. Fehlt diese Voraussetzung, müssen die Katzen vermutlich an
  getrennte Fütterung gewöhnt werden.

· Ist das erwünschte Gewicht erreicht, kann kalorienreduziertes Futter
  gegeben werden, damit die Katze sich satt fühlt. Zum Abnehmen selbst
  taugt es nicht.

· Bewegung verschaffen: spielen, spielen, spielen... Ganz Bewegungsfaule
  kann man wenigstens dazu animieren, ihr Futter zu "jagen":
  Trofubrocken einzeln durch die Wohnung schnipsen.

· Bei Freigängern: Versuchen festzustellen, ob er/sie sich woanders mit
  durchfüttern lässt. Falls ja, die mitleidige Seele bitten, das Tier
  nicht weiter zu mästen.


3.11      Was soll sie trinken?

· Wasser: Das ideale Getränk für Katzen. Die Vorlieben der Tiger sind
  allerdings unterschiedlich.  Manche mögen es frisch, manche
  abgestanden, manche nur aus dem tropfenden Hahn, aus dem
  Zimmerbrunnen, aus der noch feuchten Bade- oder Duschwanne. Da Trinken
  wichtig ist, sollte man der Katze entgegenkommen und ihre persönlichen
  Vorlieben beachten. Das Gießwasser, das sich in Blumenuntersetzern
  sammelt, ist allerdings nur dann geeignet, wenn kein Pflanzendünger
  und/oder Pflanzenschutzmittel (auch "biologische"!) verwendet wird,
  und auch dann nur bedingt. Besser ist, wenn Katz an dieses Wasser
  nicht herankommt. Auch die Toilette ist keine geeignete Trinkschale -
  weniger wegen der Hygiene als wegen der Gefahr, kopfüber in den
  Abfluss zu rutschen und zu ertrinken (Tiefspüler, Kleinkatzen). Wenn
  eine Katze sehr wenig trinkt, kann das auch daran liegen, dass ihre
  Wasserschale am falschenPlatz steht. Viele Katzen ignorieren den
  direkt neben dem Futter stehenden Wassernapf oder baden bestenfalls
  ihre Pfoten darin. Wassernäpfe in einigen Metern Entfernung, auf der
  Fensterbank, im Nebenzimmer dagegen werden gerne angenommen.

· Milch: Kein Getränk, sondern ein energiereiches Lebensmittel, das von
  vielen Katzen nur schlecht vertragen wird. Nicht an Milch gewöhnte
  Katzen können den Milchzucker nicht verwerten und bekommen von Milch
  Durchfall. Siehe auch
  http://www.odo.in-berlin.de/katzen-und-milch.html

· Mit Wasser verdünnte Milch oder Kondensmilch: Geeignet für
  Wasserverweigerer, die Milch vertragen.

· Katzenmilch: Kein Getränk, sondern Leckerli. Mögen viele Katzen nicht.

· Joghurt, Quark (evtl. mit Wasser verdünnt): Geeignet für
  Wasserverweigerer.

· Warmes Wasser unters Naßfutter gemischt: Geeignet für ganz Trinkfaule
  - sofern sie "Suppe" mögen.


4 Gesundheit


4.1     Was kann ich tun, damit meine Katze gesund bleibt?

· Gesund ernähren, siehe 3.1 bis 3.8

· Mit Beschäftigung, Streicheleinheiten, Ansprache, Spielen belohnen.
  Leckerlis sparsam einsetzen, siehe 3.5

· Dafür sorgen, dass sie genügend trinkt, siehe 3.11

· Infektionskrankheiten vorbeugen, siehe 4.3

· Warme, vor Zugluft geschützte Schlafplätze anbieten.

· Parasiten vorbeugen bzw. bekämpfen (auch bei reinen Wohnungskatzen!),
  siehe 4.5

· Regelmäßige Gesundheitschecks beim TA durchführen lassen - wichtig vor
  allem für ältere Katzen (ab etwa sieben Jahre), siehe 4.6, und sich
  mit den wichtigsten veterinärmedizinischen Fachbegriffen vertraut
  machen; hierbei hilft: http://www.veteribaer.de/Fachbegriffe.htm

· Katzengras oder Malzpaste zur Verfügung stellen, damit die Katze beim
  Putzen aufgenommene Haare loswerden kann. Zumindest während des
  Fellwechsels regelmäßig kämmen oder bürsten, Langhaarkatzen täglich
  (!) ausgiebig kämmen.

· Nicht fett und faul werden lassen: ausreichend, aber eher knapp
  ernähren und spielen, spielen, spielen. Auch Katzen rosten, wenn sie
  rasten.

· Auf verdächtige Zeichen achten: Veränderungen von Klobenutzung,
  Kotbeschaffenheit, Fressverhalten, Trinkverhalten, Putzverhalten,
  Allgemeinbefinden; siehe auch 4.4

· Unfällen vorbeugen: Haushaltsgifte (Putz-, Wasch-, Reinigungs- und
  Desinfektionsmittel, Körperpflegemittel, Pflanzenschutzmittel,
  -dünger), Medikamente, Zigaretten und giftige Pflanzen außer
  Katzenreichweite schaffen (in der Giftpflanzendatenbank der Uni Zürich
  kann man nachschauen, ob eine Pflanze giftig ist oder nicht:
  http://www.vetpharm.unizh.ch/perldocs/toxsyqry.htm). Türen, die von allein
  zuschlagen könnten, sichern. Katzen nicht unbeaufsichtigt in Räumen
  lassen, in denen Fenster aufgekippt sind. Balkon mit Katzennetz
  sichern. Kratzbaum so stabil aufstellen, dass er nicht mitsamt der
  Katze umfallen und sie erschlagen kann. Heiße Herdplatten abdecken
  (Topf mit Wasser draufstellen). Plastiktüten wegräumen.
  Waschmaschine/Trockner vor dem Anschalten auf Katzenfreiheit
  überprüfen. Wenn Katz gern auf den Heizkörpern liegt, kann er/sie beim
  Abspringen mit den Krallen im Abdeckgitter hängenbleiben:
  gegebenenfalls abnehmen oder abdecken. Kein gefährliches Spielzeug
  (Gummibänder, Geschenkbänder, kleine spitze oder scharfkantige
  Gegenstände, die verschluckt werden könnten) herumliegen lassen,
  gekauftes Katzenspielzeug auf riskante Bestandteile überprüfen (z. B.
  Augen von Spielmäusen; allgemein gelten die gleichen Kriterien wie bei
  Spielzeug für Kleinkinder, siehe auch 2.4.4).


4.2       Welche typischen bzw. häufigen Katzenkrankheiten gibt es?

In den folgenden Unterpunkten versuchen wir, einige der verbreiteten
Katzenkrankheiten vorzustellen. Beim geringsten Verdacht auf das
Vorliegen eines der beschriebenen Symptome empfehlen wir, unbedingt
einen TA aufzusuchen.


4.2.1      Katzenseuche (Feline Parvovirose, Panleukopenie)

Die Katzenseuche wird durch das feline Parvovirus ausgelöst und ist eine
hochansteckende Infektionserkrankung. Das Virus ist in der Umwelt
äußerst widerstandsfähig und findet sich in allen Körpersekreten der
Katze. Die Aufnahme des Virus erfolgt über die Mund- und
Nasenschleimhäute, wo es sich auch vermehrt.

Die Katzenseuche beginnt bereits drei bis sechs Tage nach einer
Infektion mit massiven Störungen des Allgemeinbefindens in Form von sehr
hohem Fieber, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Danach tritt im Falle
einer so genannten perakuten Verlaufsform innerhalb von zwölf bis 36
Stunden der Tod ein. In ihrer so genannten akuten Form stellen sich dann
äußerst heftige und blutige Durchfälle ein, bei starker plötzlicher
Verringerung der weißen Blutkörperchen (Panleukopenie). Durch den hohen
Flüssigkeitsverlust sterben die meisten Tiere an akutem
Kreislaufversagen. Trotz intensiver tierärztlicher Betreuung überleben
nur wenige Tiere. Die Diagnose der Katzenseuche gelingt über den
Nachweis der Parvoviren im Kot.

Zum Glück hat die Katzenseuche heute ihren Schrecken verloren, da es
einen wirksamen Impfschutz gibt (siehe 4.3).


4.2.2      Katzenschnupfen

Der Katzenschnupfen ist eine sehr ernsthafte Erkrankung für eine Katze,
nicht zu vergleichen mit unserem Schnupfen. Viele unterschiedliche
Erreger des Katzenschnupfens sind heute bekannt, wie verschiedene Vi-
ren, Mikroben und Bakterien. Die Ansteckungsgefahr ist groß, die
übertragung erfolgt im direkten Kontakt der Tiere.

Bereits wenige Tage nach einer Infektion zeigt sich der Katzenschnupfen
in häufigem Niesen, und bald gesellen sich schleimiger Nasenausfluß,
kräftiges Speicheln und Tränenfluss dazu. Die Katze hat Fieber um 40C.
Sie atmet zunehmend durch den Mund und verweigert jede Futter- und
Flüssigkeitsaufnahme.  Wenn die Katze jetzt nicht in tierärztliche
Behandlung kommt, können Augenschädigungen bis hin zur Erblindung
verbleiben, in seltenen Fällen kann es zum Tod der Katze kommen.

Die Behandlung des Katzenschnupfens richtet sich nach den Symptomen, in
jedem Fall muss aber ein Antibiotikum über eine ausreichende Zeit
verabreicht werden. Der Besitzer kann die Behandlung unterstützen, indem
er die Verklebungen und Verkrustungen der Nasenöffnungen durch feuchte
Tücher auflöst und entfernt, damit die Nasenatmung wieder möglich wird.
Man muss unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten,
notfalls muss der TA mittels Infusion helfend eingreifen.

Es wird häufig eine chronische Verlaufsform des Katzenschnupfens
beobachtet, d. h. es zeigen sich immer wieder in unterschiedlicher
Heftigkeit die beschriebenen Krankheitsbilder.

Gegen Katzenschnupfen gibt es Schutzimpfungen (siehe 4.3).


4.2.3    Feline Leukämie ("Leukose")

Das feline Leukämievirus (FeLV) kann eine Vielzahl unterschiedlichster
Erkrankungen bei der Katze hervorrufen, wobei Tumore der weißen
Blutkörperchen (Leukämie, oder veraltet Leukose) eher selten sind.
Häufiger werden Blutarmut, Lymphknotentumore, vom Knochenmark ausgehende
Tumore sowie Störungen des Immunsystems und Magen-Darm-Traktes
beobachtet.

Die übertragung erfolgt über den Speichel und den Kot. Da das Virus in
der Umwelt nur wenige Minuten überlebensfähig ist, ist zur übertragung
ein enger Kontakt mit anderen Katzen nötig. Die Ansteckungsgefahr nimmt
mit der Größe einer Katzenpopulation zu. Die überwiegende Zahl der
infizierten Katzen kann das Virus erfolgreich eliminieren, bei einem
Teil der Katzen verbleibt es aber im Körper.

Eine Diagnose einer FeLV-Infektion erfolgt durch einen direkten Nachweis
des FeLV in einer Blutprobe.  Bei positivem Ausgang muss diese
Blutuntersuchung nach ein paar Wochen wiederholt werden, erst bei
erneutem positiven Ergebnis ist die Diagnose gesichert.

Bei dauerhafter FeLV-Infektion ist keine Heilung im Sinne einer
Entfernung der FeLV möglich. Solche Katzen sterben innerhalb von drei
bis fünf Jahren an den angeführten FeLV-assoziierten Erkrankungen.  In
erreger- und stressarmer Umgebung (ausschließliche Wohnungshaltung)
haben sie jedoch eine längere überlebensdauer zu erwarten.

Es gibt eine FeLV-Schutzimpfung mit ausreichendem Impfschutz für
Freigänger und Katzen in mittelgroßen Katzenpopulationen (siehe 4.3).


4.2.4    Tollwut

Die Tollwut ist eine Viruserkrankung, die nach dem Tierseuchengesetz
(TierSG) meldepflichtig ist. Liegt kein gültiger Impfnachweis vor, kann
eine Katze im Verdachtsfall eingeschläfert oder in Quarantäne genommen
werden, sofern sie sich in einem Tollwutsperrbezirk aufhielt.

Das Tollwutvirus wird hauptsächlich durch Bisse von infizierten Nagern
übertragen, es kann aber auch über die Mundschleimhaut beim Verzehr
infizierter Tiere aufgenommen werden.

Achtung! Die Katze kann die Tollwut durch Bisse auf den Menschen
übertragen! Das Tollwutvirus verliert im austrocknenden Speichel seine
Infektiosität in wenigen Stunden, in ungekühlten Kadavern in etwa einem
Tag und in gekühltem Gewebe in mehreren Tagen.

Nach einer Infektion vermehrt sich das Virus zunächst im Muskelgewebe,
bevor es über die Nervenbahnen ins Hirn gelangt, wo es sich stark
ausbreitet. Das Virus verbreitet sich darüber hinaus in die
Augennetzhaut und die Speicheldrüsen.

Nach zehn bis 15 Tagen kommt es zum Ausbruch der Tollwut, die in drei
Stadien durchlaufen wird. In den ersten ein bis zwei Tagen kommt es zu
auffälligen Verhaltensveränderungen (scheue Tiere werden zutraulich oder
umgekehrt), vergrößerten Pupillen und erhöhter Temperatur. Daran
anschließend zeigen sich über zwei bis vier Tage hinweg Muskelzuckungen,
Koordinationsstörungen der Hinterläufe, Schluckbeschwerden und erhöhte
Speichelproduktion sowie ein deutlich aggressives Verhalten. Das letzte
Stadium führt innerhalb von ein bis vier Tagen zum Tod durch
fortschreitende Lähmung, begleitet von großer Angst.

Man kann die Katze durch eine Tollwutschutzimpfung sehr gut schützen
(siehe 4.3).


4.2.5    FIP (Feline infektiöse Peritonitis)

Die feline infektiöse Peritonitis ist eine Infektionserkrankung, die
nicht sicher nachgewiesen werden kann, vor der es keinen zuverlässigen
Schutz gibt und für die keine Behandlungsmöglichkeiten bekannt sind. Sie
führt immer zum Tod der Katze. Am häufigsten erkranken junge Katzen
zwischen sechs Monaten und zwei Jahren und ältere Tiere ab 14 Jahren.

Man kennt zwei verschiedene Verlaufsformen, die trockene FIP und die
feuchte FIP. Bei letzterer kommt es wegen des entzündeten Bauchfells,
Herzbeutels und Brustfells zu massiven Ergüssen in die entsprechenden
Körperhöhlen. Dies führt zum typischen "Wasserbauch". Bei der trockenen
Form bleiben Flüssigkeitsabsonderungen der entzündeten Organe aus.
Allerdings werden auch Mischformen beider Verlaufsformen der FIP
beobachtet.

Die Krankheitserscheinungen beim Ausbruch einer feuchten FIP sind
vielfältig: Meist verweigert die Katze die Nahrung, magert ab und sieht
ganz offensichtlich krank aus. Dann kommt es zu einer starken Zunahme
des Bauchumfanges, und Fieber setzt ein. Die trockene FIP wird von
weniger klaren Symptomen begleitet: Auch hier treten Appetitlosigkeit
und Gewichtsverlust ein. Darüber hinaus beobachtet man häufig Blutar-
mut, Gelbsucht und manchmal Probleme mit den Augen und dem Nervensystem.

Die Ursachen für FIP sind noch nicht abschließend geklärt. Heute geht
man davon aus, dass es zunächst zu einer Infektion mit völlig harmlosen
und überall in der Umwelt anzutreffenden felinen enteralen Coronaviren
(FECV) kommt. Die überwiegende Mehrheit aller Katzen regiert mit einer
funktionierenden Immunantwort. Leider mutieren diese FECV recht häufig,
weshalb manchmal mutierte FECV entstehen können, die die gefährliche FIP
auslösen können. Diese Viren nennt man dann FIP-Viren.  Eine Katze
inifziert sich also nicht mit FIPV, sondern mit FECV. FIPV entstehen
erst durch Mutation in der Katze.

Seit 1991 ist eine Schutzimpfung gegen FIP namens Primucell R der Firma
Pfizer auf den Markt, der direkt in die Nase der Katze geträufelt wird.
Der Impfschutz wirkt über Antikörper in den Schleimhäuten der Nase, des
Mundes und des Rachens, die die über den Mund und die Nase aufgenommenen
FECV noch vor Eintritt in den Körper bekämpfen sollen. Die Wirksamkeit
dieser Impfung wird in der Fachwelt allerdings äußerst kontrovers
diskutiert. Weitgehend einig ist man sich darüber, dass eine Impfung nur
für Katzen zu empfehlen ist, die noch nie Kontakt mit Coronaviren
hatten. Aber selbst dann liegt die Schutzwirkung bei deutlich unter 100
Prozent. FIP ist vor allem in größeren Katzenbeständen ein Problem, also
in Tierheimen und Katzenzuchten, da dort sehr viel mehr Katzen mit
Coronaviren Kontakt hatten, als dies bei Katzen in Einzelhaltung ohne
Freigang der Fall ist.

Weitere Details sind der von Michael Grimm geschriebenen Mini-FAQ zu FIP
zu entnehmen, die unter http://www.odo.in-berlin.de/mini-FIP-FAQ.html zu
finden ist.


4.2.6    FIV ("Katzen-Aids")

FIV steht für "felines Immunschwäche Virus", und die durch dieses Virus
verursachte Erkrankung wird in Analogie zu HIV auch "Katzen-Aids"
genannt. Es besteht keine Gefährdung des Menschen durch FIV-infizierte
Katzen.

Das Virus ist in der Umwelt nur wenige Minuten überlebensfähig, es wird
hauptsächlich durch Bisse übertragen. Deshalb unterliegen Freigänger in
Gegenden hoher Katzendichte einem erhöhten Risiko, sich in
Revierstreitigkeiten mit dem FIV-Virus zu infizieren. Des weiteren kann
es zu einer Infektion beim Deckakt kommen, und infizierte Muttertiere
können das Virus auf ihre Welpen übertragen. Bei normalen sozialen
Kontakten existiert hingegen nur ein sehr geringes Infektionsrisiko.

Eine infizierte Katze bleibt über viele Jahre hinweg gesund, bevor
allmählich eine Beeinträchtigung des Immunsystems erkennbar wird: Es
häufen sich gesundheitliche Probleme mit unbekannter Ursache, wie
häufiges Fieber, Lymphknotenschwellungen, Appetitlosigkeit und
Gewichstverlust; aber auch Verhaltenstörungen sind möglich.

Diese Phase der Erkrankung kann von wenigen Monaten bis ein paar Jahre
anhalten, bevor ein mit dem menschlichen AIDS vergleichbares
Krankheitsstadium ausbricht: Die Katze verliert stark an Gewicht, und
die Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen sinkt drastisch. Außerdem
kommt es vermehrt zu entzündlichen Erkrankungen der Haut, der Mund- und
Nasenhöhle sowie zu chronischem Durchfall.

In diesem angeschlagenen Zustand treten vermehrt Infektionen auf. Das
Immunsystem der Katze ist so geschädigt, dass es trotz bester
tierärztlicher Hilfe unweigerlich zum Tod kommen wird.

Die Diagnose erfolgt über einen Bluttest. Es gibt keine Heilung einer
FIV-Infektion, man kann nur die begleitenden Erkrankungen behandeln, und
derzeit ist in Deutschland noch keine Schutzimpfung zugelassen (siehe
auch 4.3). Die wirksamste Vorbeugung besteht in der Vermeidung der
übertragung von Katze zu Katze.

Ähnlich wie beim Menschen gibt es für Katzen eine antivirale
Chemotherapie mit Retrovir(R), die die Lebensqualität der Katze erhöhen
und die Lebenserwartung verlängern kann. Diese Therapie bedarf aber
einer regelmäßigen überwachung der Blutwerte, weshalb es abzuwägen gilt,
ob man stressanfälligen Tieren die regelmäßigen TA-Besuche zumuten will.

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Last Update March 27 2014 @ 02:11 PM