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faqs.org - Internet FAQ Archives

de.comp.os.unix.linux.infos - FAQ (section5)


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Archive-name: de/comp/linux/dcoul-faq/section5
Posting-frequency: monthly
Last-modified: 2004-08-28 15:40:04
Version: CVS revision
URL: http://www.dcoul.de/faq/

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5. Fragen zu X11 und X-Programmen

5.1 Warum funktionieren unter XFree bei 16Bit Farbtiefe (65535 Farben)
die höheren Auflösungen nicht mehr, obwohl sie unter Windows mit der
gleichen Hardware möglich sind?

Wenn XFree beim Start des X-Servers eine Meldung der Art
(--) S3: Clock for mode "1024x768" is too high for the configured
hardware.
Limit is 80.000 MHz
(--) S3: Removing mode "1024x768" from list of valid modes.
ausgibt, liegt es daran, dass nach der Spezifikation des
Grafikchip-Herstellers die maximale Pixelclock, d.h. die maximale
Taktrate, mit der der RAMDAC (der Teil der Grafikkarte, der für das
Auslesen der Pixeldaten und deren Umwandlung in ein Bildsignal
zuständig ist) betrieben werden darf, bei höheren Farbtiefen als 8 Bit
begrenzt ist. So dürfen beispielsweise die S3 Trio64-Chips bei 8 Bit
Farbtiefe mit 135 MHz Pixelclock betrieben werden, bei 16 Bit
Farbtiefe aber nur noch mit maximal 80 MHz.
In dem obenstehenden Beispiel ist für den Modus 1024x768 in der
XF86Config eine Pixelclock von mehr als 80 MHz eingetragen, was bei 16
Bit Farbtiefe das Limit überschreitet, weshalb XFree den Modus nicht
zulässt.
Häufig halten die Windows-Treiber die Spezifikation des
Chipherstellers im Gegensatz zu XFree nicht ein, so dass sie auch in
16 Bit mehr als den eigentlich erlaubten Takt zulassen. Das
funktioniert in der Praxis zwar meistens, muss es aber nicht immer und
kann zum frühzeitigen Defekt der Grafikkarte führen, da der Chip bei
zu hohem Takt überhitzt werden kann (die in Wärme umgesetzte
Verlustleistung steigt mit der Frequenz).
Ab XFree 3.3.1 gibt es eine Option, mit der man die maximale Taktrate,
die man seiner Grafikkarte in Abhängigkeit von der Farbtiefe zumuten
will, in der XF86Config einstellen kann. Die Benutzung erfolgt auf
eigene Gefahr. Wer die vorgesehenen Limits überschreiten will, sollte
genau wissen, was er tut!
Im o.g. Beispiel (S3 Trio 64) lässt sich bei 80MHz Pixelclock immer
noch ein 1024x768-VESA-Modus mit 70Hz Bildwiederholfrequenz nutzen.
Mit einer angepassten Modeline sind auch noch 75 oder 76 Hz möglich.

5.2 Nach einer Weile funktioniert meine Maus unter X nicht mehr
richtig, ich kann keine Fenster mehr verschieben und auch (manche)
Knöpfe nicht mehr betätigen. Woran liegt das?

Wahrscheinlich ist NumLock (Taste oben links am 10er-Tastenblock auf
der Tastatur) aktiviert. Unter X11 ist die NumLock-Taste (genau wie
Shift, Ctrl, Alt etc.) ein sogenannter Modifier-Key, d.h. eine Taste,
die einer anderen Taste eine andere Bedeutung verleiht. Eine Maustaste
ist auch eine Taste in diesem Sinne, so dass NumLock+Maustaste etwas
Anderes ist als Maustaste. Wenn ein Programm so geschrieben bzw.
konfiguriert ist, dass es bei Mausereignissen (z.B. Maustaste
gedrückt) die Modifier-Keys nicht ignoriert, tritt das oben
beschriebene Verhalten auf.
Beim Windowmanager FVWM2 kann man z.B. für die windowmanager-eigenen
Funktionen angeben, auf welche Modifier reagiert werden soll. Nähere
Informationen dazu bietet die Manpage unter dem Schlüsselwort Key.

Es ist auch möglich, das Problem zu umgehen indem man X so
konfiguriert, dass der 10er-Block auch ohne aktivierten NumLock Zahlen
produziert. Dazu muss man folgende Zeilen in ~/.xmodmap bzw.
/etc/X11/Xmodmap einfügen:
! Nummerntastatur
keycode 90 = KP_0
keycode 91 = KP_Decimal
keycode 87 = KP_1
keycode 88 = KP_2
keycode 89 = KP_3
keycode 83 = KP_4
keycode 84 = KP_5
keycode 85 = KP_6
keycode 79 = KP_7
keycode 80 = KP_8
keycode 81 = KP_9
keycode 112 = KP_Divide
keycode 63 = KP_Multiply
keycode 82 = KP_Subtract
keycode 86 = KP_Add
-- AM

5.3 Warum kann ich KDE nicht starten? Das Kommando startkde bringt
etliche Fehlermeldungen der Art k*: cannot connect to X server.

KDE ist ein Desktop-Environment, d.h. es setzt auf einem laufenden
X-Server auf. Das Script startkde startet nicht den X-Server, sondern
lediglich die KDE-eigenen Programme.
Am einfachsten ist es, startkde in die Datei .xinitrc bzw. .xsession
im Homeverzeichnis einzutragen. Bei Distributionen, die beim Start von
X die Variable WINDOWMANAGER auswerten (z.B. SuSE), genügt es, diese
auf startkde zu setzen, da diese Variable in .xinitrc bzw. .xsession
ausgewertet wird.

5.4 Warum kann ich in Netscape 4 weder Mail- noch Newsserver angeben?
Netscape meldet nur Mail host foo is unknown, News host foo is unknown
bzw. <Protokoll> proxy foo is unknown.

Netscape 4 versucht offenbar, die eingegebenen Hostnamen sofort
aufzulösen, um die IP-Adresse zu ermitteln, was im Offline-Betrieb
ohne Zugriff auf einen Nameserver in der Regel nicht möglich ist und
zu der vorgenannten Fehlermeldung führt. Die entsprechenden
Einstellungen müssen also entweder im Online-Betrieb vorgenommen
werden, oder die entsprechenden Hostnamen müssen zusammen mit ihren
IP-Adressen in /etc/hosts eingetragen werden, so dass auch im
Offline-Betrieb eine Namensauflösung möglich ist. Alternativ kann man
in den Netscape-Preferences auch direkt die IP-Adresse des jeweiligen
Mail- bzw. Newsservers angeben.

5.5 Wie kann ich unter Linux Divx-, wmf-, oder asf-Videos wiedergeben

xanim <http://smurfland.cit.buffalo.edu/xanim/> scheitert leider
daran, avifile <http://avifile.sourceforge.net/> und MPlayer
<http://www.mplayerhq.hu/> kommen aber weitgehend problemlos damit
zurecht.

5.6 Wie kann ich unter Linux Quicktime-Videos mit Sorenson Codec
wiedergeben?

Die aktuelle Version von MPlayer <http://www.mplayerhq.hu/>(Stand:
2002-01-05) kann das.

5.7 Wieso bekomme ich die Fehlermeldung Can't find X includes. Please
check your installation and add the correct paths, wenn ich ein
Programm compilieren will, das X benutzt?

Das liegt daran, dass du die zu X gehörenden Headerfiles nicht
installiert hast. Je nach Distribution hat das Paket, das diese
enthält, einen anderen Namen; bei Debian z.B. heißt es "xlib6g-dev",
bei SuSE bis Version 8.1 "xdevel", bei neueren Versionen ebenso wie
bei RedHat "XFree86-devel".

5.8 Wenn ich mit su als root versuche ein X11-Programm zu starten,
erhalte ich die Fehlermeldung Error: Can't open display: oder Xlib:
connection to ":0.0" refused by server Xlib: Client is not authorized
to connect to Server Error: Can't open display: :0.0.

Im Artikel Alle Macht dem User von Jo Moskalewski werden die meisten
gängigen Lösungsansätze für dieses Problem erläutert. Der Text ist
unter http://www.dcoul.de/infos/user2root.html
<http://www.dcoul.de/infos/user2root.html> zu finden, überdies wird er
wöchentlich in de.comp.os.unix.linux.infos gepostet. Eine nette
Alternative/Abrundung der dort genannten Möglichkeiten ist das Skript
sux <http://fgouget.free.fr/sux/sux-readme.shtml>.

5.9 Wie kann man das Rad der Scroll-Mäuse unter Linux nutzen?

Eine einheitliche Unterstützung existiert bisher leider nicht, da
diese Funktionalität noch recht neu ist. In der Regel sind die
Funktionen des Rades über die Maustasten 4 bzw. 5 implementiert, so
dass sie sich prinzipiell in allen Programmen nutzen lassen, die diese
Tasten abfragen können. Unter der URL
http://www.inria.fr/koala/colas/mouse-wheel-scroll/ sind einige
Möglichkeiten beschrieben.
Mit http://jcatki.dhs.org/imwheel/ kann man wiederum Klicks der
Maustasten je nach Programm auf verschiedene Tastendrücke abbilden.
Dies ist aber meist nicht nötig, da sich die meisten Programme über
X-Ressourcen so konfigurieren lassen, dass sie direkt auf die
entsprechenden "virtuellen Mausklicks" reagieren.

5.10 Wie kann ich das Scrollrad meiner Maus im Adobe Acrobat Reader
nutzen?

Trage folgendes in ~/.Xresources ein und rufe anschließend xrdb -merge
~/.Xresources auf. - Jetzt sollte das Mausrad zumindest auf dem
Scrollbalken funktionieren und bei gedrückter Umschalttaste um ganze
Seite, in Verbindung mit Strg um ein Zeile und ohne zusätzliche Taste
um fünf Zeilen scrollen.
     AcroRead*XmScrollBar.baseTranslations: #augment \n\
     Ctrl<Btn4Down>: IncrementUpOrLeft(0) IncrementUpOrLeft(1)\n\
     Ctrl<Btn5Down>: IncrementDownOrRight(0) IncrementDownOrRight(1)\n\
     Shift<Btn4Down>: PageUpOrLeft(0) PageUpOrLeft(1)\n\
     Shift<Btn5Down>: PageDownOrRight(0) PageDownOrRight(1)\n\
     <Btn4Down>: IncrementUpOrLeft(0) IncrementUpOrLeft(0) \
     IncrementUpOrLeft(0) IncrementUpOrLeft(0) IncrementUpOrLeft(0) \
     IncrementUpOrLeft(1) IncrementUpOrLeft(1) IncrementUpOrLeft(1) \
     IncrementUpOrLeft(1) IncrementUpOrLeft(1)\n\
     <Btn5Down>: IncrementDownOrRight(0) IncrementDownOrRight(0) \
     IncrementDownOrRight(0) IncrementDownOrRight(0) \
     IncrementDownOrRight(0) IncrementDownOrRight(1) \
     IncrementDownOrRight(1) IncrementDownOrRight(1) \
     IncrementDownOrRight(1) IncrementDownOrRight(1)\n

5.11 Kann man mehrere Monitore gleichzeitig unter Linux betreiben?

Seit XFree86 Version 4.0 gibt es Unterstützung für den Betrieb
mehrerer Monitore und Grafikkarten unter X11. Das Xinerama-HOWTO gibt
eine kurze Einführung zur Konfiguration. In der Console ist dies
mittels des noch experimentellen Framebuffer Devices möglich.

5.12 Wie kann ich meine von XFree86 nicht unterstützte Grafikkarte
trotzdem im Grafikmodus benutzen?

Dazu gibt es drei Möglichkeiten: Jede VGA-kompatible Karte
funktioniert mit dem VGA16-X-Server von XFree3 bzw. dem Treiber "vga"
von XFree4. Dieser arbeitet im Standard-VGA-Modus, den jede VGA-Karte
unterstützt. Da VGA leider nur bis maximal 640x480 bei 60Hz
Bildwiederholrate und 16 Farben spezifiziert ist, kann auch der
XF86_VGA16 nicht mehr darstellen. Die interessantere Möglichkeit für
moderne Grafikkarten ist das VESA-Framebuffer-Device, welches es seit
Kernelversion 2.2 gibt, in Verbindung mit dem Framebuffer-X-Server
XF86_FBDev (bei XFree4 Treiber "fbdev"). Voraussetzung für deren
Benutzung ist eine Grafikkarte mit VESA-BIOS 2.0 oder neuer.
Dabei wird mit folgendem Trick gearbeitet: der Bootloader aktiviert
(noch im Real-Mode) über das VESA-BIOS den Grafikmodus und fragt
ebenfalls über das VESA-BIOS die Lage des Bildspeichers ab. Diese
Daten werden an den Kernel übergeben, welcher einfach den durch das
VESA-BIOS konfigurierten Videocontroller verwendet, so dass der Kernel
und auch der auf dessen Routinen aufsetzende X-Server XF86_FBDev
nichts über den Videocontroller der Karte wissen muss, sondern einfach
die voreingestellten Werte übernimmt.
Die großen Nachteile dabei:
  * Da der X-Server den Videocontroller nicht direkt anspricht, kann
    er keinerlei Beschleunigungsfunktionen nutzen, d.h. X ist relativ
    langsam.
  * Es sind nur die Videomodi möglich, die das VESA-BIOS zur Verfügung
    stellt, und die bieten bei den meisten Grafikkarten leider nur
    60Hz Bildwiederholrate.
    Bei Karten mit VESA BIOS Version 3 lässt sich diese Beschränkung
    dem DOS-Programm vbehz
    <http://www.informatik.fh-muenchen.de/~ifw98223/vbehz.htm>
    beheben. Man startet zuerst DOS, ruft vbehz auf und bootet nachher
    mit loadlin Linux.

Informationen zur Konfiguration des VESA-Framebuffer-Devices sind im
Linux-Kernelsource unter /usr/src/linux/Documentation/fb/vesafb.txt zu
finden.
Die dritte Möglichkeit bietet der Treiber "vesa" von XFree4. Er
spricht die Grafikkarte im VESA-Modus an, ohne den Umweg über den
Framebuffer zu gehen, dadurch ist die Konfiguration einfacher, die
oben erwähnten Beschränkungen bleiben aber bestehen.

5.13 Werden Grafikkarten mit Kyro- oder Kyro2-Chip von XFree86
unterstützt?

Seit Ende Februar 2002 sind unter
http://www.powervr.com/Downloads/index.asp
<http://www.powervr.com/Downloads/index.asp> binäre Treiber
erhältlich. Die Treiber bieten 2D- und 3D-Beschleunigung und verwenden
DRI. Sie liegen als rpm-Paket für die Kernel von Suse 7.3 (Kernel
2.4.10-4GB), RedHat 7.2 (Kernel 2.4.7-10, 2.4.9-31) sowie Mandrake 8.1
(Kernel 2.4.8-26mdk, 2.4.8-34.1mdk) und 8.2 (Kernel 2.4.18-6mdk),
sowie kernelunabhängig als src.rpm (wenn man eine RPM-basierte
Distribution mit einem anderen Kernel verwendet) und tar.gz-Paket vor.

Die Treiber stehen unter einer recht restriktiven Lizenz und liegen
nicht im Quelltext vor, daher ist es (zumindest vorläufig) nicht
möglich, sie bei diverse Linuxdistribution mitzuliefern oder gar in
XFree86 aufzunehmen.

Installationsanleitung und Liste bekannter Probleme (Unterstützung für
mehrere Grafikkarten, angepasste Modelines - nur Anpassung der
Bildwiederholfrequenz - und Betrieb auf SMP-Systemen) ist in
http://www.powervr.com/Downloads/Drivers/2-01-21-0007/README
<http://www.powervr.com/Downloads/Drivers/2-01-21-0007/README> zu
finden.

5.14 Wird die ATI Radeon VE von XFree86 unterstützt?

Ja, seit Version 4.1.0 gibt es Support für diese Grafikkarte inklusive
DRI (3D-Beschleunigung).
Solltest du trotzdem kein Bild erhalten, hilft es vermutlich, den
Monitor (mittels dem der Karte beiliegenden Adapter) am DVI-Anschluss
anzuschließen und den Computer neu zu starten.

5.15 Mein Bildschirm wird auf unter X11 nach einiger Zeit schwarz. Wie
schalte ich das ab?

Unter X11 existiert der Befehl xset, der korrekte Aufruf wäre xset s
noblank. Für die Energiespar-Funktionen existiert weiterhin die Option
dpms. Der Energiespar-Modus kann auch in der Konfigurationsdatei des
X-Servers komplett abgeschaltet werden; näheres findet man in
XF86Config-4 (5)(XFree 4.*) bzw. XF86Config (7).
  _________________________________________________________________

Build: 28.08.2004

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Last Update March 27 2014 @ 02:11 PM