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faqs.org - Internet FAQ Archives

de.comp.os.unix.linux-FAQ [25.10.99]


[ Usenet FAQs | Web FAQs | Documents | RFC Index | Sex offenders ]
Archive-name: de-linux/dcoul-faq
Posting-frequency: monthly
Last-modified: 1999-10-25

See reader questions & answers on this topic! - Help others by sharing your knowledge
                       de.comp.os.unix.linux - FAQ
                          Stand: 25.10.1999
              Autor: Karsten Merker (dcoul-faq@cologne.de)

Diese FAQ beinhaltet Antworten (oder Verweise auf die Antworten, soweit
sie hier den Rahmen sprengen wuerden) auf die in der de.comp.os.unix.linux-
Hierarchie und vorher in der de.comp.os.linux-Hierarchie am haeufigsten
gestellten Fragen. 

Alle Angaben erfolgen ohne Gewaehr, da der Autor nicht alles selbst
ausprobieren kann; die hier gesammelten Informationen entstammen haeufig
den Artikeln der vorgenannten Newshierarchie und die Benutzung erfolgt auf
eigene Gefahr. Der Autor uebernimmt keinerlei Haftung fuer durch die
Verwendung von Informationen aus dieser FAQ eventuell auftretende
Schaeden, gleich welcher Art.

Mitteilungen ueber Fehler, Aenderungs- oder Ergaenzungswuensche
bitte ich per Mail an dcoul-faq@cologne.de zu senden.
WICHTIG: gemaess Paragraph 28 Abs. 3 BDSG ist die Weitergabe dieser Adresse
         in kommerziellen Adressensammlungen sowie deren Verwendung zum
         Zwecke der Werbung oder der Markt- oder Meinungsforschung
         ausdruecklich untersagt.
Kurz gesagt, ich will keinen Spam !

Bedanken moechte ich mich bei allen, die mir Aenderungs- und
Erweiterungsvorschlaege geschickt haben.

Haeufig werden Detailfragen gestellt, die zu speziell sind, um hier
alle aufgefuehrt zu werden oder die sich nur mit Kenntnis der vorhandenen
Hard- und Software sinnvoll beantworten lassen. Wenn eine Frage nicht
Bestandteil der FAQ ist und auch auf dem eigenen Newsserver nichts zu
dem gesuchten Thema zu finden ist, bietet es sich an, mit einer der
Suchmaschinen im Netz, wie z.B. www.deja.com, die Archive der 
jeweiligen Newsgroup nach Stichworten zu durchsuchen, bevor man seine
Frage in den News stellt.

Die FAQ wird monatlich in den Newsgroups de.comp.os.unix.linux.newusers,
de.comp.os.unix.linux.misc und de.comp.os.unix.linux.infos sowie in
de.answers und news.answers gepostet und ist per FTP unter der URL
ftp://bolug.uni-bonn.de/faq/dcoul-faq zu beziehen.

Diese FAQ stellt ein urheberrechtlich geschuetztes Werk dar. Ihre
Verbreitung und Modifikation unterliegen den Regelungen der GNU General
Public License, Version 2 (Juni 1991), im Folgenden als GPL bezeichnet.
Fuer den Fall, dass Ihnen die GPL nicht bereits vorliegt, ist sie auf
Anfrage bei der Free Software Foundation, Inc., 59 Temple Place - Suite
330, Boston, MA 02111-1307, USA, in gedruckter oder elektronischer Form
sowie per ftp unter der URL ftp://bolug.uni-bonn.de/faq/COPYING in
elektronischer Form erhaeltlich. Falls diese FAQ in gedruckter Form oder
auf einem Datentraeger (z.B. CD-ROM) verbreitet werden soll, bitte ich um
kurze vorherige Ruecksprache, da ich sicher sein moechte, dass die jeweils
aktuelle Fassung verwendet wird (gegen ein kostenloses Belegexemplar
haette ich natuerlich auch nichts einzuwenden ;-).

-Karsten Merker (dcoul-faq@cologne.de)


Aenderungen gegenueber der letzten Fassung der FAQ (Stand 21.08.1999):

- Punkt 1.6: Wie kann ich mit Linux AOL benutzen ?
  Ergaenzung um URL zu experimenteller Software zum AOL-Zugang.

- Punkt 2.29: Wie kann ich ein ext2-Dateisystem defragmentieren ?
  Geaenderte URL eingetragen.

- Neuer Punkt 2.44: Was hat es mit den 2.3.x-Kerneln auf sich? Sollte
  man von 2.2.x updaten?

- Punkt 3.23: Kann man mehrere Monitore gleichzeitig unter Linux
  betreiben ?
  Update bzgl. XFree86 4.0

- Falsche Numerierung korrigiert (3.32, 3.33)

- Neuer Punkt 3.34 Wie kann ich die "FritzX PC" oder die "Eumex 404"
  (ISDN-Anlagen) unter Linux benutzen?

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Index:

0. "Warum Linux?" oder "Ist Linux das richtige fuer mich?"

1. Fragen zu ISPs, Mail, News und Mailboxnetzen (Fido/ZConnect)

 1.1  Wie kann ich Mails und News offline lesen, also ohne dabei dauernd
      eine Verbindung zum Internet haben zu muessen ?

 1.2  Gibt es fuer Linux ein Fido-Pointprogramm ?

 1.3  Gibt es fuer Linux ein ZConnect-Pointprogramm ?

 1.4  Kann ich CrossPoint unter Linux verwenden ?

 1.5  Warum stellt mein Tin (Newsreader) statt Umlauten nur Fragezeichen dar ?

 1.6  Wie kann ich mit Linux AOL benutzen ?

 1.7  Wie kann ich mit Linux ueber T-Online ins Netz kommen ?

2. Allgemeine Linux-Fragen

 2.1  Wo finde ich deutschsprachige Dokumentation zu Linux ?

 2.2  Welche Buecher gibt es zu Linux ? 

 2.3  Ich habe Linux gerade erst hochgefahren und fast mein gesamter Speicher
      ist schon belegt. Verbraucht Linux soviel Speicher ?

 2.4  Linux erkennt nur einen Teil meines Speichers. Wie kann ich das aendern?

 2.5  Warum zeigt Linux in /proc/cpuinfo an, im Rechner befaende sich
      ein Pentium 75, obwohl ein Pentium 90/100/120/133/166/200 eingebaut  
      ist ?

 2.6  Ich habe gehoert, es gibt Linux auch auf anderen Plattformen wie z.B.
      DEC Alpha, Sun SPARC, MIPS oder m68k. Kann ich meine Linux-Programme
      auch auf diesen Plattformen ausfuehren ?

 2.7  Ich bekomme beim Compilieren die Meldung, es sei ein "Signal 11"
      aufgetreten. Was bedeutet das ?

 2.8  Wenn ich unter X arbeite, kommt es manchmal, besonders nach dem
      Start von Netscape, zu einem seltsamen Effekt: ein oder mehrere
      Fenster werden in Falschfarben dargestellt. Wenn ich den Mauszeiger
      dann auf eines dieser Fenster bewege, stimmen die Farben in diesem
      Fenster wieder, aber alles andere wird in Falschfarben dargestellt.
      Woran liegt das?

 2.9  Warum stuerzt mein Netscape 3 dauernd ab, besonders, wenn ich
      Java-Applets ausfuehren moechte?

 2.10 Warum kann ich aus Netscape 3 heraus auf einmal nicht mehr im
      Postscriptformat drucken ? Weder Ghostscript noch ein
      Postscriptdrucker akzeptieren die erzeugten Daten.

 2.11 Warum funktionieren unter XFree bei 16Bit Farbtiefe (65535 Farben)
      die hoeheren Aufloesungen nicht mehr, obwohl sie unter Windows mit
      der gleichen Hardware moeglich sind?

 2.12 Warum zeigt mein Rechner einen geringeren (hoeheren) BogoMips-Wert an
      als ein Rechner mit einem anderen Prozessor, obwohl mein Rechner
      tatsaechlich schneller (langsamer) ist?

 2.13 Welche Linux-Distribution ist die beste ?

 2.14 Ich habe mir ein kleines Testprogramm compiliert, aber wenn ich es
      aufrufe, passiert gar nichts. Warum ?

 2.15 Warum kann ich ein Programm als "normaler" User starten, aber nicht
      als root ?
 
 2.16 Unterstuetzt Linux FAT32 (das mit Win95b a.k.a. OSR2 eingefuehrte
      "neue" Dateisystem) ?

 2.17 Welche Libc-Version ist neuer : 5.4.4 oder 5.4.38 ?

 2.18 Welchen Zweck hat die Datei /proc/kcore und warum belegt sie
      soviel Platz auf meiner Platte ?

 2.19 - 2.21 weggefallen

 2.22 Warum kann ich mich nicht als root ueber telnet einloggen ?

 2.23 Warum kann ich meine CD nicht mehr aus meinem CD-Laufwerk nehmen ?

 2.24 Warum kann ich keine ZIP-Disk mounten, obwohl der Kernel das
      Laufwerk beim Booten ordnungsgemaess erkannt hat ? Ich erhalte
      beim Mountversuch lediglich die Meldung "mount: wrong fs type,
      bad option, bad superblock on /dev/foo, or too many mounted file
      systems".

 2.25 Was bedeutet die Meldung "/dev/hdaX has reached maximal mount
      count; check forced" beim Booten ?

 2.26 Nach einer Weile funktioniert meine Maus unter X nicht mehr richtig,
      ich kann keine Fenster mehr verschieben und auch (manche) Knoepfe
      nicht mehr betaetigen. Woran liegt das ?   

 2.27 Ich benutze fuer meinen Internetzugang ISDN mit SyncPPP (ipppd) und
      Dial-On-Demand. Das funktioniert auch, aber nur einmal. Sobald die
      Verbindung abgebaut wurde, wird sie nicht automatisch wieder
      aufgebaut. 

 2.28 Ich habe einen Kernel mit Unterstuetzung fuer APM ("advanced power
      management"), aber es funktioniert nicht bzw. nicht korrekt.

 2.29 Wie kann ich ein ext2-Dateisystem defragmentieren ?

 2.30 In meiner Shell kann ich keine Umlaute eingeben und die "Del"/"Entf"-
      Taste arbeitet nicht so, wie sie soll (das Zeichen unter dem Cursor
      loeschen). Wie kann ich das aendern ?

 2.31 Warum kann ich ein RPM-Paket, das ich gerade mit
      "rpm -i foo-1.0-1.i386.rpm" installiert habe, nicht mit
      "rpm -e foo-1.0-1.i386.rpm" wieder deinstalliern ?
      RPM meldet nur: "package foo-1.0-1.i386.rpm is not installed".

 2.32 Warum kann ich KDE nicht starten ? Das Kommando "startkde" bringt
      etliche Fehlermeldung der Art "k*: cannot connect to X server".

 2.33 Wie kann ich auf der Kommandozeile (d.h. ohne X-basierte Programme 
      verwenden zu muessen) ftp ueber einen Proxy benutzen ?

 2.34 Bei Anleitungen zur Netzwerkkonfiguration findet man haeufig Angaben
      wie 192.168.1.0/24. Was bedeutet das "/24"?

 2.35 Warum kann ich in Netscape 4 weder Mail- noch Newsserver angeben?
      Netscape meldet nur 'Mail host "foo" is unknown' bzw.
      'News host "foo" is unknown'.

 2.36 Warum werden Textdateien im Querformat (jeweils 2 Seiten auf einem
      A4-Blatt) gedruckt und wie kann man das aendern ?

 2.37 Wie kann ich auf meine DOS-formatierten Disketten zugreifen ?

 2.38 Wie kann ich LILO wieder aus dem MBR entfernen ?

 2.39 Ich kann keinen Kernel mehr kompilieren: nach "make zImage" meldet
      das System "System is too big. Try using bzImage or modules."

 2.40 Wie kann ich auf meinen Streamer zugreifen?

 2.41 Warum habe ich seit dem Update auf Kernel 2.2.x alle Route-Eintraege
      doppelt?

 2.42 Was bedeutet die Meldung "mount fs type devpts not supported by
      Kernel"?

 2.43 Ich moechte einen neuen Kernel compilieren, erhalte auf "make
      menuconfig" aber nur die Meldung "make: *** No rule to make target
      `menuconfig'.  Stop."

 2.44 Was hat es mit den 2.3.x-Kerneln auf sich? Sollte man von
      2.2.x updaten?


3. Fragen zur Hardware

 3.1  Funktioniert die Matrox Mystique unter Linux ?

 3.2  Funktioniert die Matrox Mystique II unter Linux ?

 3.3  Funktioniert die Matrox Millenium II unter Linux ?

 3.4  Funktionieren Matrox-Grafikkarten mit dem G100/G200 unter Linux ?

 3.5  Warum haengt sich XFree86 3.3.2 mit meiner Riva128-basierten
      Grafikkarte beim Starten mit einem schwarzen Bildschirm auf ?

 3.6  Wird der Adaptec AHA 2940 U2W (AIC 7890) von Linux unterstuetzt?

 3.7  Funktioniert Linux auf meinem Laptop ?

 3.8  Wie bekomme ich X mit mehr als 320x200 Punkten auf meinem Notebook
      mit Neomagic-Chipsatz zum laufen ?

 3.9  Funktionieren GDI-Drucker (auch als "WinPrinter" bezeichnet) unter
      Linux ?

 3.10 Warum funktioniert mein internes Modem nicht unter Linux ?

 3.11 Funktioniert das Parallelport-ZIP unter Linux ?

 3.12 Funktionieren Parallelport-Streamer unter Linux ?

 3.13 Kann ich mit meiner ISDN-Karte unter Linux Faxe empfangen ?

 3.14 Funktioniert die Hauppage Win/TV PCI unter Linux ?

 3.15 Warum funktionieren unter Linux zwar MO-Medien mit einer Kapazitaet
      von 230MB, nicht aber solche mit 640MB ?

 3.16 Wenn ich ein externes SCSI-Geraet (z.B. einen Scanner) erst nach
      dem Booten einschalte, ist es nicht ansprechbar. Wie kann ich es
      trotzdem benutzen ?

 3.17 Seit ich meinen Speicher aufgeruestet habe, ist Linux viel langsamer
      geworden. Unter DOS tritt der Effekt aber nicht auf. Woran liegt
      das ?

 3.18 Welche CD-Brenner funktionieren unter Linux ?

 3.19 Welchen Treiber muss ich bei der Kernelkonfiguration fuer eine
      NE2000-kompatible PCI-Ethernetkarte waehlen ?

 3.20 Ich möchte meinen Rechner ohne Tastatur und Monitor unter Linux
      (z.B. als Kommunikationsserver) betreiben. Wie geht das ?

 3.21 Ich habe ein ATAPI-CDROM an den CDROM-Anschluss meiner Soundkarte
      angeschlossen, Linux erkennt es jedoch nicht. 

 3.22 Wie kann ich meine Festplatten nach einer gewissen Zeit der
      Inaktivitaet automatisch abschalten lassen (sog. "Spindown") ?

 3.23 Kann man mehrere Monitore gleichzeitig unter Linux betreiben ?

 3.24 Ich moechte den bei meinem Scanner mitgelieferten SCSI-Hostadapter
      AVA 1505 oder 1502 unter Linux benutzen, finde jedoch keinen Treiber.

 3.25 Welche Scanner funktionieren unter Linux ?

 3.26 Wie kann man das "Rad" der "Scroll-Maeuse" unter Linux nutzen ?

 3.27 Werden Grafikkarten mit i740-Chip unterstuetzt ?

 3.28 Warum funktioniert meine ISDN-Karte nach dem Update auf Kernel
      2.0.36 nicht mehr so wie vorher ?

 3.29 Warum ist nach dem Update auf Kernel 2.2 mein Drucker nicht mehr
      anprechbar ?

 3.30 Unterstuetzt Linux USB-Geraete?

 3.31 Wie kann ich Disketten vom Amiga oder vom Mac auf einem PC unter
      Linux lesen?

 3.32 Funktioniert die ELSA Winner 1000/T3D (und andere Karten mit dem
      S3 Trio3D) unter X?

 3.33 Wie kann ich meine von XFree86 nicht unterstuetzte Grafikkarte
      trotzdem im Grafikmodus benutzen?

 3.34 Wie kann ich die FritzX PC oder die Eumex 404 (ISDN-Anlagen) unter
      Linux benutzen?


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                   F A Q - frequently asked questions


--- 0. "Warum Linux?" oder "Ist Linux das richtige fuer mich?" ---

Haeufig taucht, gerade in de.comp.os.unix.linux.newusers, die Frage auf,
ob es sich lohnt, von einem anderen Betriebssystem auf Linux umzusteigen
oder ob man das besser lassen sollte. Dazu moechte ich mit freundlicher
Genehmigung des Autors hier auszugsweise einen Artikel von Bernhard Oemer
wiedergeben, den dieser mit der Msg-ID <912226238.889907@kelly.bundy.at>
in de.comp.os.unix.linux.newusers gepostet hat und der IMHO eine recht
gute Zusammenfassung von Pro und Contra eines Umstieges darlegt:

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From: Bernhard Oemer <oemer@tph.tuwien.ac.at>
Subject: Re: Warum Linux ?

> Hallo, ich, bisher Window'95 -Benutzer, möchte mich verbessern und eventuell
> umsteigen. Bin allerdings kein Computerfreak, habe nur geringe bis keine
> Grundkenntnisse und würde trotzdem gerne wissen, ob was an Linux so toll ist

Also erstmal - never change a running system. Wenn Du (was ja vorkommen
soll) mit Win95 wirklich zufrieden bist, dann gibt es keinen Grund
umzusteigen. Ein Umstieg auf Linux (ohne jede Unixerfahrung) ist mit
einem erheblichen Lernaufwand verbunden, da Linux konzeptionell in
mehr als einer Hinsicht das diametrale Gegenteil von Win95 darstellt:

Transparenz vs. Black Box:

Linux ist ein offenes System, d.h. *alle* Systemparameter sind
zug"anglich, wichtige Ereignisse werden mitgelogt und umfangreiche
Diagnosem"oglichkeiten stehen zur Verf"ugung. Viele Win95 user haben
Schwierigkeiten, diese Informationen richtig zu verwenden, da sie
gewohnt sind, Programme als blackboxes zu betrachten und bei Problemen
gleich zum Holzhammer (Neuinstallation, Service-Pack einspielen)
greifen.

Konfigurierbarkeit vs. Plug'n'Play:

Linux ist als System auf maximale Konfigurierbarkeit und Flexibilit"at
ausgelegt, w"ahrend Windows oft die M"oglichkeiten des Useres 
zugunsten einfacherer Bedienung und schnellerer Anfangserfolge
einschr"ankt.

M"achtigkeit vs. "Intuitiver" Bedienung:

Unix Programme sind i.a. auf effiziente Bedienung durch den erfahrenen
User und auf weitestgehende Automatisierbarkeit hin optimiert. Fast
kein Programm ist ohne vorheriges Studium der Doku benutzbar, viele
wichtige Progamme haben "uberhaupt kein graphisches Interface, sondern
sind nur via Kommandozeile zu bedienen. 

Orthogonalit"at vs. Integration:

Mit ein Grund f"ur die hohe Stabilit"at von Linux ist das Prinzip der
Orthogonalit"at d.h. ein Programm erf"ullt genau einen Zweck.
W"ahrend z.B. Dein Outlook Express gleichzeitig Newsserver, NTA
(News Tranport agent) und Newsreader spielt, werden unter Unix f"ur
jede dieser Aufgaben spezialisierte (und austauschbare) Tools verwendet.
Die so gewonnene Flexibilit"at wird nat"urlich mit einem erh"ohtem
(einmaligen) Installationsaufwand bezahlt.

Multiuser vs. Singleuser:

Unix ist ein Multiuser/Multitasking OS. Das hei"st mehrere User
k"onnen das System gleichzeitig benutzen und werden durch System von
User- und Gruppenrechten voneinander abgeschirmt. Auch als einzelner
User kannst Du von der erh"ohten Sicherheit durch die strikte Trennung
von Administration und Benutzung profitieren, was allerdings (wie
jedes Sicherheitssystem) eine gewisse Disziplin erfordert.

Wenn Du Dich entscheiden solltest, auf Linux umzusteigen (auch ein
dual-boot Betrieb mit Windows ist m"ogl.), dann solltest Du Dir
jedenfalls ein Buch zulegen und mit einer mehrw"ochigen
Einarbeitungszeit rechnen, bis Du mit dem System halbwegs
zurechtkommst.
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--- 1. Fragen zu Mail, News und Mailboxnetzen (Fido/ZConnect) ---


1.1  Wie kann ich Mails und News offline lesen, also ohne dabei dauernd eine
     Verbindung zum Internet haben zu muessen ?

     Zu den News gibt es eine sehr gute Schritt-fuer-Schritt-Anleitung von
     Markus Dickebohm, zu finden unter "http://www.uni-koeln.de/~acp66/", die
     die Einrichtung eines lokalen Newsservers (INN) beschreibt.
     Eine Alternative fuer einen kleinen Newsfeed bzw. den typischen
     Ein-Benutzer-Rechner ist Leafnode, zu finden unter
     http://wpxx02.toxi.uni-wuerzburg.de/~krasel/leafnode.html.
     Weitere Informationen zum Thema "Mails und News offline" finden sich
     unter http://www-public.rz.uni-duesseldorf.de/~kania/mailnews.htm,
     http://home.netsurf.de/Dieter.Brueggemann/mail-news.html und
     http://www.bonn.linux.de/wissen/mailnews/.
     Beim Betrieb eines lokalen Newsservers ist darauf zu achten, dass
     dabei korrekte Message-IDs (eindeutige ID eines jeden Newsartikels)
     erzeugt werden. Informationen dazu finden sich in der Message-ID-FAQ
     unter http://nethammer.qad.org/faq/messageid.txt.


1.2  Gibt es fuer Linux ein Fido-Pointprogramm ?

     Software zur Einrichtung eines Fido-Points gibt es per ftp auf
     ftp.gwdg.de unter /pub/linux/fido. Weitere Informationen befinden sich
     auf der Homepage von Roland Rosenfeld:
     http://www.rhein.de/~roland/FidoPnt/

     Wie mir mitgeteilt wurde, funktioniert die dort beschriebene
     Vorgehensweise allerdings nicht mehr mit der aktuellen Version von
     Fidogate, die Dokumentation von Fidogate wurde aber bezueglich der
     Einrichtung von Points ueberarbeitet.
     Alternativ gibt es ein fertiges Pointpaket per ftp von ftp.fido.de.
     Weitere Informationen zu FIDO unter Linux sind unter
     http://control.zcu.cz/flidr/ zu finden.


1.3  Gibt es fuer Linux ein ZConnect-Pointprogramm ?

     Nicht im herkoemmlichen Sinne, aber es gibt eine Gatewaysoftware, mit
     der ein ZConnect-System in einen ganz normalen News- und Mailserver
     eingebunden werden kann. Das Paket heisst "Unix-Connect" und ist
     unter ftp://ftp.dinoex.org/pub/unix-connect/ zu finden.
     Unix-Connect kann zusammen mit einem lokalen Newsserver (INN) auch als
     Point eingerichtet werden. Zur Einrichtung eines lokalen Newsservers
     verweise ich auf den Punkt 1.1. 


1.4  Kann ich CrossPoint unter Linux verwenden ?

     Ja, CrossPoint laeuft im DOSEmu, zumindest mit analogen Modems.
     Bei einigen funktioniert es auch mit ISDN-Karten, jedoch scheint
     es dabei gelegentlich Probleme zu geben.


1.5  Warum stellt mein Tin (Newsreader) statt Umlauten nur Fragezeichen dar ?

     Im Tin-unoff/Tin-pre1.4 (das ist die heute gebraeuchliche Version, da
     der urspruengliche Tin AFAIK nicht mehr weiterentwickelt wird), ist eine
     Funktion enthalten, die ueberprueft, ob die in einem Artikel enthaltenen
     Zeichen auf dem System ueberhaupt dargestellt werden koennen. Dazu 
     greift der Tin auf die "Locales" zurueck. Locales sind
     Konfigurationsdateien, die Informationen ueber nationale oder regionale
     Besonderheiten enthalten, u.a. die Sprache, das Zahlenformat (z.B. ob
     der Dezimaltrenner ein Punkt oder ein Komma ist), das Datums- und
     Zeitformat und den verwendeten bzw. darstellbaren Zeichensatz. Sind die
     Locales unvollstaendig oder nicht richtig konfiguriert, werden alle
     Nicht-7-Bit-ASCII-Zeichen (dazu gehoeren auch die Umlaute) vom Tin als
     nicht darstellbar gewertet und es wird ersatzweise ein Fragezeichen
     ausgegeben. Die Konfiguration, welche Locale-Einstellungen verwendet
     werden sollen, erfolgt ueber Environmentvariablen. Um die Darstellung
     der Umlaute zu erzielen, muss man mittels "export LC_CTYPE=de_DE" in
     der bash bzw. "setenv LC_CTYPE de_DE" in der (t)csh die Locales
     entsprechend konfigurieren.
     Fuehrt auch das nicht zum Erfolg, sind wahrscheinlich die Locale-Dateien
     unvollstaendig oder gar nicht installiert. In diesem Fall besteht (neben
     der Installation aktueller Locales) noch die Moeglichkeit, zur
     "brute force"-Methode zu greifen und den Tin aus den Sourcen mit der 
     Option "--disable-locale" selbst zu compilieren. In diesem Fall werden
     die Locales voellig ignoriert und jedes Zeichen als darstellbar bewertet.


1.6  Wie kann ich mit Linux AOL benutzen ?

     Auf "normalem" Wege gar nicht. AOL verwendet ein proprietaeres
     Zugangsprotokoll und unterstuetzt weder PPP noch SLIP, so dass
     der offizielle Zugang zu AOL nur mittels der von AOL gelieferten
     Software moeglich ist, die nicht in einer Linux-Version zur
     Verfuegung steht.
     Unter http://www.foo.org/james/aol/aolip.html befinden sich
     Informationen ueber experimentelle Software, die es ermoeglichen
     soll, auch unter Linux den AOL-Zugang zu nutzen. Falls das jemand
     praktisch ausprobiert hat, waere ich ueber einen Erfahrungsbericht
     dankbar. 

1.7  Wie kann ich mit Linux ueber T-Online in Netz kommen ?

     Informationen zur Konfiguration des Systems zur Nutzung des 
     T-Online-PPP-Zuganges finden sich unter
     http://home.t-online.de/home/albert.rommel/ppp.htm bzw.
     http://home.t-online.de/home/albert.rommel/linux-text.htm.
 


--- 2. Allgemeine Linux-Fragen ---

2.1  Wo finde ich deutschsprachige Dokumentation zu Linux ?

     Im "Deutschen Linux HOWTO Projekt" (DLHP). Die Texte sind unter
     
     http://www.tu-harburg.de/dlhp/ bzw.
     http://www.tu-harburg.de/dlhp/FTP/

     zu beziehen.

2.2  Welche Buecher gibt es zu Linux ?

     In de.etc.lists und maus.os.linux wird monatlich die "Deutsche Linux
     Buecherliste" gepostet, die alle aktuell erhaeltlichen Linux-Buecher
     enthalten sollte. Im Web ist sie unter
     http://www.infodrom.north.de/Linux/Buecher/ zu finden.


2.3  Ich habe Linux gerade erst hochgefahren und fast mein gesamter Speicher
     ist schon belegt. Verbraucht Linux soviel Speicher ?

     Linux versucht, den vorhandenen Speicher moeglichst effizient zu nutzen.
     Daher wird der von Programmen zur Zeit nicht benoetigte Speicher als
     Plattencache benutzt. Sobald ein Programm mehr Speicher anfordert, wird
     der Plattencache automatisch verkleinert und der freigewordene Speicher
     dem Programm zur Verfuegung gestellt. Es ist also vollkommen normal,
     dass der Speicher immer sehr voll zu sein scheint.


2.4  Linux erkennt nur einen Teil meines Speichers. Wie kann ich das aendern?
 
     Aeltere BIOS-Versionen koennen nur bis zu 64MB melden. Ist mehr
     Hauptspeicher vorhanden, muss man dies dem Kernel explizit mitteilen,
     in dem man beim Booten einen Kernelparameter uebergibt, bei 96MB z.B.
     "mem=96M". Wie Kernelparameter uebergeben werden, ist im
     BootPrompt-HOWTO beschrieben.
     Bei einigen Rechnern (scheinbar besonders haeufig bei alten Compaq-
     Modellen) tritt diese Problem schon bei weniger Speicher (z.B. mehr
     als 16MB) auf. Die Loesung ist jedoch auch hier die Uebergabe eines
     entsprechenden Kernel-Parameters. Ab Kernel-Version 2.0.36 wird auch
     Speicher ueber 64MB automatisch erkannt, soweit das BIOS diese
     Funktionalitaet unterstuetzt.


2.5  Warum zeigt Linux in /proc/cpuinfo an, im Rechner befaende sich
     ein Pentium 75, obwohl ein Pentium 90/100/120/133/166/200/* eingebaut
     ist ?

     Das Kommando "cat /proc/cpuinfo" liefert bei allen "normalen" Pentiums
     (MMX-Typen konnte ich noch nicht ausprobieren) ab 75 MHz die Ausgabe

     model           : Pentium 75+

     Das Pluszeichen hinter der 75 steht fuer "oder hoeher". Anhand der
     CPU-ID kann man nur die alten 60/66 MHz-Typen von den moderneren
     75-200 MHz-Versionen unterscheiden. Der Takt, fuer den ein konkreter
     Chip spezifiziert ist, laesst sich ueber das CPUID-Kommando leider nicht
     feststellen, so dass damit nur die Chip-Familie angegeben werden
     kann. Ab Kernel 2.2 gibt es in /proc/cpuinfo einen alternativen
     Eintrag: "cpu MHz". Der dort angezeigte Wert wird mit Hilfe eines
     CPU-internen Timers ermittelt und gibt die tatsaechliche Taktfrequenz
     (naeherungsweise) an. Der dazu verwendete Timer ist jedoch nicht in
     allen CPU-Typen vorhanden, so dass diese Funktion nicht bei allen
     Prozessoren zur Verfuegung steht.


2.6  Ich habe gehoert, es gibt Linux auch auf anderen Plattformen wie z.B.
     DEC Alpha, Sun SPARC, MIPS oder m68k. Kann ich meine Linux-Programme
     auch auf diesen Plattformen ausfuehren ?

     Grundaetzlich nein. Die verschiedenen Plattformen verwenden
     unterschiedliche Prozessoren und sind daher nicht binaerkompatibel. Fuer
     die Alphas gibt es eine Intel-Emulation, mit der auch Linux-Programme
     fuer Intel-Prozessoren dort ausgefuehrt werden koennen, aber diese
     ist wohl noch nicht vollkommen ausgereift.
     Sofern zu einem Programm der Sourcecode vorhanden ist, stellt es jedoch
     in der Regel kein Problem dar, ihn auf einer anderen Plattform unter
     Linux zu kompilieren.
     Die verschiedenen Linux/68k-Varianten sind untereinander binaerkompatibel,
     d.h. ein auf einem Amiga unter Linux/68k kompiliertes Programm laeuft auch
     z.B. auf einem Atari TT unter Linux/68k und umgekehrt.


2.7  Ich bekomme beim Compilieren die Meldung, es sei ein "Signal 11"
     aufgetreten. Was bedeutet das ?

     Das weist haeufig auf fehlerhafte Hardware hin (z.B. defekte oder zu
     langsame Speicherchips). Zu Signal 11 gibt es eine ausfuehrliche FAQ
     unter http://www.bitwizard.nl/sig11/.
     Enthaelt der Rechner einen AMD K6 aelterer Bauart und mehr als 32MB
     RAM, kann es durch einen Fehler im Prozessor zum Auftreten des Signal 11
     kommen. Der Fehler wird u.a. durch einige im gcc vorkommende 
     Codesegmente ausgeloest (der K6 haelt die Sequenz faelschlicherweise 
     fuer selbstmodifizierenden Code und behandelt sie falsch). Ab der
     Prozessorrevision B9732 (auf dem Prozessor aufgedruckt) ist der Fehler
     behoben. AMD hat fuer die Prozessoren mit dem Fehler einen Umtausch
     angeboten.


2.8  Wenn ich unter X arbeite, kommt es manchmal, besonders nach dem Start
     von Netscape, zu einem seltsamen Effekt: ein oder mehrere Fenster werden
     in Falschfarben dargestellt. Wenn ich den Mauszeiger dann auf eines
     dieser Fenster bewege, stimmen die Farben in diesem Fenster wieder,
     aber alles andere wird in Falschfarben dargestellt. Woran liegt das?

     Dieser Effekt tritt auf, wenn Programme mehr Farben benutzen moechten,
     als zur Verfuegung stehen. Wird der X-Server mit 8 Bit Farbtiefe
     betrieben (die Normaleinstellung), stehen maximal 2 hoch 8 = 256 Farben
     gleichzeitig zur Verfuegung. Wenn bereits alle verfuegbaren 256
     "Farbtoepfe" vergeben sind, kann ein Programm keine weiteren Farben mehr
     fuer sich reservieren. Um dieses Problem zu umgehen, kann ein Programm
     eine "private Colormap" anfordern. Dann erhaelt das Programm eine eigene
     Farbpalette von 256 Farben nur fuer sich. Da aber tatsaechlich nur 256
     Farben gleichzeitig dargestellt werden koennen, muss, sobald ein
     Programm bzw. dessen Fenster aktiviert wird, auf dessen Farbpalette
     umgeschaltet werden, die sich von denen der anderen Programme
     unterscheidet, so dass die Fenster der uebrigen Programme in
     Falschfarbendarstellung erscheinen.
     Netscape reserviert sehr viele Farben fuer sich, so dass das Problem
     haeufig nach dem Start von Netscape auftritt.

     Loesen laesst sich das Problem durch Betrieb des X-Servers in einer
     hoeheren Farbtiefe (16 Bit/65536 Farben oder 24Bit/16,7 Millionen
     Farben). Wer X auf der Kommandozeile startet, kann einen entsprechenden
     Parameter uebergeben: startx -- -bpp 16 (fuer 65536 Farben) oder
                           startx -- -bpp 24 (fuer 16,7 Mio. Farben).
     Je nach Karte muss man statt "-bpp 24" "-bpp 32" angeben.

     Ab XFree 3.2 kann auch durch den Parameter "DefaultColorDepth <Farbtiefe>"
     in der XF86Config der X-Server standardmaessig in entsprechender Farbtiefe
     (16/24/32 Bit) gestartet werden, so dass die Kommandozeilenoption bei
     startx nicht mehr noetig ist.

     Leider werden nicht alle von XFree grundsaetzlich unterstuetzten
     Karten auch in Farbtiefen ueber 8 Bit unterstuetzt.
     Im Zweifel helfen die Manpages zu XFree oder Ausprobieren weiter.
     Wenn der X-Server eine bestimmte Farbtiefe nicht unterstuetzt, gibt
     er beim Start eine entsprechende Fehlermeldung aus.

     Falls die eigene Karte nicht in mehr als 8 Bit Farbtiefe unterstuetzt
     wird, laesst sich das Problem bei Netscape durch die Option
     "-no-install" umgehen. Mit diesem Parameter legt Netscape keine
     eigene Farbpalette an, sondern versucht, mit den vorhandenen Farben
     auszukommen, allerdings kann es dabei natuerlich passieren, dass
     einzelne von einer Webseite geforderte Farben dann nicht verfuegbar
     sind.  


2.9  Warum stuerzt mein Netscape 3 dauernd ab, besonders, wenn ich
     Java-Applets ausfuehren moechte?

     Netscape 3 ist mit sehr alten Linux-Libraries gelinkt und kommt mit
     einigen Neuerungen bzw. Fehlerkorrekturen in den neueren Libs nicht
     klar. Die Loesung des Problem ist, Netscape 3 mit den alten Libraries
     zu starten. Wie das im Detail funktioniert, ist im WWW unter
     http://members.ping.at/theofilu/netscape.html beschrieben.


2.10 Warum kann ich aus Netscape 3 heraus auf einmal nicht mehr im
     Postscriptformat drucken ? Weder Ghostscript noch ein
     Postscriptdrucker akzeptieren die erzeugten Daten.

     Vermutlich sind die Locales (vgl. den Punkt "Warum stellt mein Tin
     statt Umlauten nur Fragezeichen dar ?") auf ein Zahlenformat mit dem
     Komma als Dezimaltrenner eingestellt. Netscape 3 hat einen Fehler,
     der bewirkt, dass die Locale-Einstellung des Dezimaltrenners
     faelschlicherweise auch fuer die Erzeugung von Postscript-Kommandos
     (und den dazugehoerigen Koordinaten) verwendet wird. Postscript
     erfordert aber immer einen Punkt als Dezimaltrenner, so dass
     fehlerhafter Postscript-Code erzeugt wird.
     Abhilfe schafft, vor dem Starten von Netscape die entsprechene
     Locale-Einstellung mittels "export LC_NUMERIC=C" (bash) bzw. "setenv
     LC_NUMERIC C" (csh) auf "Standard" (d.h. Punkt als Dezimaltrenner) zu
     aendern. Man sollte nur daran denken, sie danach wieder auf den
     korrekten Wert zu setzen. Eine mit weniger Schreibaufwand verbundene
     Alternative dazu ist, Netscape mittels "LC_NUMERIC=C netscape" (bash)
     oder "env LC_NUMERIC=C netscape" (tcsh) aufzurufen. Auf Dauer laesst
     sich das Problem am einfachsten loesen, indem man die 
     Environmentvariable LC_NUMERIC in einem kleinen Shell-Wrapper setzt,
     wie er im vorhergehenden Punkt ("Warum stuerzt mein Netscape 3 dauernd
     ab?") ohnehin verwendet wird.


2.11 Warum funktionieren unter XFree bei 16Bit Farbtiefe (65535 Farben)   
     die hoeheren Aufloesungen nicht mehr, obwohl sie unter Windows mit
     der gleichen Hardware moeglich sind ?

     Wenn XFree beim Start des X-Servers eine Meldung der Art

     (--) S3: Clock for mode "1024x768" is too high for the configured
          hardware.
          Limit is  80.000 MHz
     (--) S3: Removing mode "1024x768" from list of valid modes.

     ausgibt, liegt es daran, dass nach der Spezifikation des
     Grafikchip-Herstellers die maximale "Pixelclock", d.h. die maximale
     Taktrate, mit der der RAMDAC (der Teil der Grafikkarte, der fuer das
     Auslesen der Pixeldaten und deren Umwandlung in ein Bildsignal
     zustaendig ist) betrieben werden darf, bei hoeheren Farbtiefen als
     8 Bit begrenzt ist. So duerfen beispielsweise die S3 Trio64-Chips
     bei 8 Bit Farbtiefe mit 135 MHz Pixelclock betrieben werden, bei 16 Bit
     Farbtiefe aber nur noch mit maximal 80 MHz.
     In dem obenstehenden Beispiel ist fuer den Modus "1024x768" in der
     XF86Config eine Pixelclock von mehr als 80 MHz eingetragen, was bei 16
     Bit Farbtiefe das Limit ueberschreitet, weshalb XFree den Modus nicht
     zulaesst.
     Haeufig halten die Windows-Treiber die Spezifikation des Chipherstellers
     im Gegensatz zu XFree nicht ein, so dass sie auch in 16 Bit mehr als den
     eigentlich erlaubten Takt zulassen. Das funktioniert in der Praxis zwar
     meistens, muss es aber nicht immer und kann zum fruehzeitigen Defekt der
     Grafikkarte fuehren, da der Chip bei zu hohem Takt ueberhitzt werden
     kann (die in Waerme umgesetzte Verlustleistung steigt mit der Frequenz).

     Ab XFree 3.3.1 gibt es eine Option, mit der man die maximale Taktrate,
     die man seiner Grafikkarte in Abhaengigkeit von der Farbtiefe
     zumuten will, in der XF86Config einstellen kann. Die Benutzung erfolgt
     auf eigene Gefahr. Wer die vorgesehenen Limits ueberschreiten will,
     sollte genau wissen, was er tut!

     Im o.g. Beispiel (S3 Trio 64) laesst sich bei 80MHz Pixelclock immer
     noch ein 1024x768-VESA-Modus mit 70Hz Bildwiederholfrequenz nutzen.
     Mit einer angepassten Modeline sind auch noch 75 oder 76 Hz moeglich.


2.12 Warum zeigt mein Rechner einen geringeren (hoeheren) BogoMips-Wert an
     als ein Rechner mit einem anderen Prozessor, obwohl mein Rechner
     tatsaechlich schneller (langsamer) ist?

     Der BogoMips-Wert ist kein Mass fuer die Geschwindigkeit des Rechners,
     daher auch die Bezeichnung _Bogo_, das kommt vom engl. Wort "bogus",
     was unsinnig, falsch oder irrefuehrend bedeutet. Der Wert ist vom
     verwendeten Prozessortyp abhaengig und zwischen verschiedenen
     Prozessortypen nicht vergleichbar (beispielsweise liefert ein
     486DX4-100 einen hoeheren BogoMips-Wert als ein Pentium 100, obwohl
     der Pentium deutlich schneller ist, noch extremer ist der Vergleich
     zwischen einem AMD-K5 und einem Pentium). Naeheres dazu ist im
     BogoMips-Mini-HOWTO zu finden.
   

2.13 Welche Linux-Distribution ist die beste ?

     Es gibt keine "beste" Linuxdistribution, das ist eine Frage der
     persoenlichen Vorlieben. Die verschiedenen Distributionen haben
     unterschiedliche Schwerpunkte, jeder muss fuer sich entscheiden,
     was ihm besser gefaellt. Haeufig ist es sinnvoll, sich zumindest
     etwas an dem zu orientieren, was Bekannte benutzen, da man so
     einfacher Anprechpartner bei Problemen findet, ohne dabei die
     Besonderheiten verschiedener Distributionen beachten zu muessen,
     welche in manchen Faellen fuer Einsteiger etwas verwirrend sein
     koennen. Die in Deutschland am weitesten verbreiteten Distributionen
     duerften nach den News zu urteilen Debian, RedHat und Suse
     sein (Aufzaehlung in alphabetischer Reihenfolge).


2.14 Ich habe mir ein kleines Testprogramm compiliert, aber wenn ich es
     aufrufe, passiert gar nichts. Warum ?

     Ein haeufig unter Linux (und natuerlich anderen Unix-Derivaten)
     gemachter Fehler ist es, ein Programm "test" zu nennen. Es gibt ein
     Systemkommando mit dem Namen "test", das einen logischen Ausdruck
     auswertet und mit dem man z.B. ueberpruefen kann, ob eine bestimmte
     Datei existiert (und noch einiges mehr). Wenn man ein Programm "test"
     nennt und es aufruft, wird der eingestellte Suchpfad (enthalten in der
     Shellvariable PATH) von vorne nach hinten durchsucht, bis ein
     Programm mit dem Namen "test" gefunden wird. Das Verzeichnis, in dem
     sich das Systemkommando "test" befindet, steht in der PATH-Variable in
     der Regel weiter vorne als das eigene Home- oder Arbeitsverzeichnis, so
     das nicht das gerade selbst compilierte Programm ausgefuehrt wird,
     sondern das System-"test". Dieses erzeugt keine Ausgabe, sondern setzt,
     je nach dem Ergebnis des als Parameter uebergebenen logischen
     Ausdrucks, lediglich einen Fehlercode, den man in der Shell abfragen
     kann. Es sieht also so aus, als ob das Programm nichts tut.
     Bei manchen Shells ist "test" auch ein in die Shell integrierter
     Befehl, so dass bei der Eingabe von "test" ueberhaupt kein externes
     Programm ausgefuehrt wird. Dies laesst sich umgehen, indem das
     aufzurufende Programm mit vollem Pfad ("/foo/test") bzw. in dem
     entsprechenden Verzeichnis mit "./test" aufgerufen wird (vgl. auch
     den Punkt 2.15 der FAQ).


2.15 Warum kann ich ein Programm als "normaler" User starten, aber nicht
     als root ?

     Wenn das Programm im aktuellen Verzeichnis steht, ist es warscheinlich
     so, dass der Suchpfad fuer den "normalen" Benutzer das Verzeichnis ".",
     d.h. das jeweils aktuelle Verzeichnis, enthaelt, der Suchpfad fuer
     root aus Sicherheitsgruenden aber nicht. Unter Linux/Unix ist es
     standardmaessig so, dass das aktuelle Verzeichnis NICHT im Suchpfad
     steht, da man andernfalls sehr einfach ein "trojanisches Pferd"
     mit einem gebraeuchlichen Namen irgendwo ablegen koennte und nur
     darauf warten muesste, dass root im entsprechenden Verzeichnis
     (versehentlich) das Programm startet. Bsp: ein trojanisches Pferd
     mit dem Namen "sl" (ls als "Dreher") in /tmp. Sobald root in /tmp
     waere und versehentlich "sl" statt "ls" tippt, kann das trojanische
     Pferd alles tun, was es moechte, da es Root-Rechte hat, so z.B.
     irgendwo eine SUID-root-Shell anlegen o.ae. 
     Moechte man das Programm trotzdem starten, kann man es explizit mit
     voller Pfadangabe aufrufen ("/foo/bar/Programm") oder in Kurzform mit
     "./Programm", da der Punkt fuer das aktuelle Verzeichnis steht.

 
2.16 Unterstuetzt Linux FAT32 (das mit Win95b a.k.a. OSR2 eingefuehrte
     "neue" Dateisystem) ?

     Ja, ab Kernel 2.0.35. Fuer aeltere Kernelversionen gibt es 
     entsprechende Patches, jedoch ist es ratsam, statt der Verwendung
     des Patches auf Kernel 2.0.35 oder neuer upzudaten.


2.17 Welche Libc-Version ist neuer: 5.4.4 oder 5.4.38 ?

     Libc 5.4.38 ist neuer. Die verschiedenen Versionsteile bzw.
     "minor releases" sind bei der libc immer durch Punkte getrennt,
     d.h. 38 ist als "achtunddreissig" zu verstehen, nicht als
     "drei acht".


2.18 Welchen Zweck hat die Datei /proc/kcore und warum belegt sie soviel
     Platz auf meiner Platte ?

     Die Dateien in /proc sind nur virtuell, d.h. sie belegen keinen
     Plattenplatz, auch wenn sie scheinbar eine Laenge haben. Der Inhalt
     der Dateien in /proc wird vom Kernel bei Bedarf generiert. /proc/kcore
     ist ein Abbild des Hauptspeichers, d.h. die Datei ist genauso gross,
     wie der vorhandenen Hauptspeicher (plus 4 kB).
     Das Proc-Dateisystem hat den Zweck, den Zugriff auf Systeminformationen
     mit "normalen" Dateioperationen zu ermoeglichen, so dass man sie z.B.
     leicht in Skripten verwenden kann.


2.19 - 2.21 weggefallen


2.22 Warum kann ich mich nicht als root ueber telnet einloggen ?

     Das ist ein Sicherheitsfeature. So wird verhindert, dass man direkt
     mit einem Brute-Force-Attack versuchen kann, das Root-Passwort heraus-
     zubekommen. Man muss sich als normaler User einloggen und dann mit
     "su -l" Root-Rechte erlangen, wobei das Root-Passwort abgefragt wird.
     Ein Eindringling muss somit mindestens zwei Passworte knacken, um root
     zu werden. Sinnvollerweise ist das Root-Passwort dabei natuerlich ein
     anderes als das User-Passwort.
     Immer daran denken: wer selbst (z.B. ueber PPP) ins Netz kommt,
     ermoeglicht damit auch Anderen, an den eigenen Rechner zu kommen. 
     Telnet hat dabei ein grundsaetzliches Sicherheitsproblem: es
     uebertraegt auch die Kennworte im Klartext und ermoeglicht
     es dadurch einem Angreifer, vergleichsweise einfach an Kennworte
     zu kommen. Es ist daher durchaus lohnenswert, sich Gedanken ueber
     die Verwendung eines verschluesselnden Verfahrens zu machen, z.B.
     SSH o.ae., wobei telnet dann vollstaendig deaktiviert werden kann.
     SSH ist ein kommerzielles Produkt, welches in der Version 1 jedoch
     unter bestimmten Bedingungen kostenfrei eingesetzt werden kann. Fuer
     weitere Informationen sei auf die dem SSH-Paket beiliegenden
     Lizenzbedingungen verwiesen.


2.23 Warum kann ich meine CD nicht mehr aus meinem CD-Laufwerk nehmen ?

     Wenn eine CD mit dem Kommando "mount" in den Verzeichnisbaum eingebunden
     ist (manche Distributionen machen das beim Booten automatisch, falls
     eine CD eingelegt ist), ist der Auswurfknopf des Laufwerks gesperrt,
     damit die CD nicht versehentlich entnommen werden kann. Dies hat mehrere
     Gruende: Bei einem beschreibbaren Wechselmedium (MO, PD, ZIP etc.)
     darf dieses erst entnommen werden, wenn alle Puffer auf das Medium
     zurueckgeschrieben wurden (Linux arbeitet mit Write-Cache, d.h. Daten
     werden nicht immer sofort auf das Medium geschrieben, sondern zunaechst
     nur im Hauptspeicher gesammelt und erst bei Bedarf auf das Medium
     geschrieben). Erst nach dem Unmounten des Mediums (mit umount) kann man
     sicher sein, dass die Daten auch wirklich geschrieben wurden, so dass
     das System die vorherige Entnahme des Mediums verhindert.
     Ausserdem wird so verhindert, dass einem anderen Prozess bzw. dessen
     Benutzer, der noch Dateien auf dem Medium geoeffnet hat, dieses entzogen
     wird, was zu Programmfehlern und ggf. Datenverlust fuehren wuerde.
     Wenn ein umount-Befehl ausgefuehrt wurde, kann man sicher sein, dass
     keine Dateien auf dem Medium mehr geoeffnet waren.
     Der Befehl zum Unmounten lautet "umount <Verzeichnis>", wobei
     <Verzeichnis> dasjenige ist, in das die CD "eingeklinkt" wurde, in der
     Regel "/cdrom".
     Einige aeltere CDROM-Laufwerke unterstuetzen die Verriegelung des
     Auswurfknopfes nicht, dennoch sollte auch hier immer erst ein
     "umount"-Kommando ausgefuehrt werden, bevor das Medium entnommen wird.


2.24 Warum kann ich keine ZIP-Disk mounten, obwohl der Kernel das
     Laufwerk beim Booten ordnungsgemaess erkannt hat ? Ich erhalte
     beim Mountversuch lediglich die Meldung "mount: wrong fs type,
     bad option, bad superblock on /dev/hdc, or too many mounted file
     systems".

     ZIP-Medien sind standardmaessig partitioniert wie eine Festplatte,
     d.h. man muss beim Mounten die Partition und nicht nur das Geraet
     angeben. Gegeben sei ein ATAPI-ZIP als Master am sekundaeren
     Controller, also waere das ZIP-Laufwerk ueber /dev/hdc anzusprechen.
     Bei Medien von Iomega ist die Partition an vierter Stelle in der
     Partitionstabelle angelegt, d.h. der Mount-Befehl muesste
     mount /dev/hdc4 /mnt lauten. Bei Fremdherstellermedien kann die
     Partitionsnummer eine andere sein.


2.25 Was bedeutet die Meldung "/dev/hdaX has reached maximal mount count;
     check forced" beim Booten ?

     Beim Booten wird normalerweise das Programm fsck (FileSystemChecK) 
     aufgerufen, welches ueberprueft, ob die interne Struktur des
     Dateisystems noch konsistent ist. Wenn Linux korrekt beendet wird und
     die Platten sauber "unmounted" sind, wird auf der jeweiligen
     Partition eine Markierung gesetzt, die "alles ok" besagt
     ("Clean-Flag"). Wenn diese Markierung vorhanden ist, nimmt fsck beim
     naechsten Aufruf keine detaillierte Ueberpruefung der Partition vor.
     Da sich eventuell aber doch irgendwann ein Fehler eingeschlichen
     haben koennte, wird nach einer gewissen Anzahl von Mountvorgaengen
     ("maximal mount count")  trotzdem eine Pruefung durchgefuehrt, auch
     wenn die Markierung "alles ok" signalisiert (daher die Meldung "check
     *forced*"). Die Ueberpruefung kann bei grossen Partitionen mit vielen
     Dateien durchaus einige Minuten dauern. Die Anzahl der Mountvorgaenge,
     nach denen zwangsweise ein fsck-Lauf stattfindet, laesst sich mit
     Hilfe des Programms tune2fs einstellen. 


2.26 Nach einer Weile funktioniert meine Maus unter X nicht mehr richtig,
     ich kann keine Fenster mehr verschieben und auch (manche) Knoepfe
     nicht mehr betaetigen. Woran liegt das ?

     Wahrscheinlich ist NumLock (Taste oben links am 10er-Tastenblock auf
     der Tastatur) aktiviert. Unter X11 ist die NumLock-Taste (genau wie
     Shift, Ctrl, Alt etc.) ein sogenannter "Modifier-Key", d.h. eine Taste,
     die einer anderen Taste eine andere Bedeutung verleiht. Eine
     Maustaste ist auch eine "Taste" in diesem Sinne, so dass 
     "NumLock+Maustaste" etwas Anderes ist als "Maustaste". Wenn ein
     Programm so geschrieben bzw. konfiguriert ist, dass es bei
     Mausereignissen (z.B. Maustaste gedrueckt) die Modifier-Keys nicht
     ignoriert, tritt das oben beschriebene Verhalten auf.
     Beim Windowmanager FVWM2 kann man z.B. fuer die windowmanager-eigenen
     Funktionen angeben, auf welche Modifier reagiert werden soll. Naehere
     Informationen dazu bietet die Manpage unter dem Schluesselwort "Key".


2.27 Ich benutze fuer meinen Internetzugang ISDN mit SyncPPP (ipppd) und
     Dial-On-Demand. Das funktioniert auch, aber nur einmal. Sobald die
     Verbindung abgebaut wurde, wird sie nicht automatisch wieder
     aufgebaut.

     Beim Abbau der Verbindung wird vom ipppd die Defaultroute auf das
     ISDN-Interface geloescht, so dass weitere IP-Pakete keinen neuen
     Verbindungsaufbau triggern koennen, da sie mangels Route nicht auf
     das ISDN-Interface geleitet werden. Abhilfe: in /etc/ppp/ip-down
     die Defaultroute wieder auf das ISDN-Interface setzen.
     /etc/ppp/ip-down wird vom ipppd nach dem Abbau der Verbindung
     automatisch ausgefuehrt. 


2.28 Ich habe einen Kernel mit Unterstuetzung fuer APM ("advanced power
     management"), aber es funktioniert nicht bzw. nicht korrekt.

     Die APM-Funktionen arbeiten in der Regel nur, wenn im BIOS des
     Rechners ebenfalls APM aktiviert wurde. Weitere Informationen zu
     APM im Allgemeinen und auf Laptops im Besonderen finden sich
     im Battery-Powered Mini-HOWTO, welches in den meisten Distributionen
     irgendwo unterhalb des Verzeichnisses /usr/doc liegt, sowie auf der
     Linux-Laptop-Page (vgl. Punkt 3.7 der FAQ). 


2.29 Wie kann ich ein ext2-Dateisystem defragmentieren ?

     Es gibt dazu ein Programm im Alphastadium auf sunsite.unc.edu,
     allerdings wird von der Benutzung regelmaessig abgeraten, sowohl
     wegen der damit verbundenen Gefahren als auch aus grundsaetzlichen
     Erwaegungen, welche ein Text von Kristian Koehntopp erklaert, zu
     finden in der S.u.s.e-Support-Datenbank unter
     http://sdb.suse.de/sdb/de/html/ext2frag.html.

2.30 In meiner Shell kann ich keine Umlaute eingeben und die "Del"/"Entf"-
     Taste arbeitet nicht so, wie sie soll (das Zeichen unter dem Cursor
     loeschen). Wie kann ich das aendern ?

     Das laesst sich (zumindest fuer die Standard-Shell unter Linux, die
     bash) aendern, in dem man in die Datei .inputrc im Homeverzeichnis 
     die folgenden Zeilen eintraegt:
     set meta-flag on
     set convert-meta off
     set output-meta on
     "\e[3~": delete-char


2.31 Warum kann ich ein RPM-Paket, das ich gerade mit
     "rpm -i foo-1.0-1.i386.rpm" installiert habe, nicht mit
     "rpm -e foo-1.0-1.i386.rpm" wieder deinstalliern ?
     RPM meldet nur: "package foo-1.0-1.i386.rpm is not installed".

     RPM unterscheidet zwischen dem Namen der Datei und dem Namen des
     Paketes. Dies ermoeglicht es z.B., ein RPM-Paket auch mit verkuerztem
     Namen auf einer DOS-Diskette abzuspeichern und es trotzdem mit dem
     korrekten Namen zu installieren. Der Name des Paketes ist in der Datei
     abgelegt und kann mit "rpm -qp foo-1.0-1.i386.rpm" abgefragt werden.
     Im vorgenannten Beispiel soll das Paket "foo-1.0-1" heissen, so dass
     die Deinstallation einfach mittels "rpm -e foo-1.0-1" oder auch mit
     der Kurzform "rpm -e foo" (Weglassen der Versionsnummern) erfolgen kann. 


2.32 Warum kann ich KDE nicht starten ? Das Kommando "startkde" bringt
     etliche Fehlermeldung der Art "k*: cannot connect to X server".

     KDE ist ein "Desktop-Environment", d.h. es setzt auf einem laufenden
     X-Server auf. Das Script "startkde" startet nicht den X-Server,
     sondern lediglich die KDE-eigenen Programme.
     Am einfachsten ist es, "startkde" in die Datei .xinitrc bzw. .xsession
     im Homeverzeichnis einzutragen. Bei Distributionen, die beim Start
     von X die Variable "WINDOWMANAGER" auswerten (z.B. Suse), genuegt es,
     diese auf "startkde" zu setzen, da diese Variable in .xinitrc bzw.
     .xsession ausgewertet wird.


2.33 Wie kann ich auf der Kommandozeile (d.h. ohne X-basierte Programme
     verwenden zu muessen) ftp ueber einen Proxy benutzen ?

     In diesem Fall bietet sich Lynx an. Lynx ist ein Webbrowser fuer
     die Textkonsole, der auch ftp uber ftp-faehige http-Proxies beherrscht.
     Um Lynx den passenden Proxy bekanntzumachen, muss man lediglich die
     beiden Shell-Variablen http_proxy und ftp_proxy auf die URL des
     jeweiligen Proxies setzen, z.B. so:
     bash> export http_proxy=http://mein.http.proxy.de:8080/
     bash> export ftp_proxy=http://mein.http.proxy.de:8080/
     Alternativ kann man die Proxies fuer lynx auch in /etc/lynx.cfg 
     setzen.
     Eine andere Moeglichkeit ist die Verwendung des Programms wget, das
     entgegen seinem Namen nicht nur mit Web- sondern auch mit ftp-Servern
     und entsprechenden Proxies umgehen kann. 


2.34 Bei Anleitungen zur Netzwerkkonfiguration findet man haeufig Angaben
     wie 192.168.1.0/24. Was bedeutet das "/24"?

     Es handelt sich hier um eine Kurzschreibweise der Netzmaske. Die Zahl
     steht fuer die Anzahl der 1-Bits, die in der Netzmaske den Netzwerkteil
     der davorstehenden Adresse angeben. In diesem Beispiel sind es 24
     1-Bits, die Netzmaske ist also in binaerer Schreibweise
     11111111.11111111.11111111.00000000 bzw. dezimal 255.255.255.0.      


2.35 Warum kann ich in Netscape 4 weder Mail- noch Newsserver angeben?
     Netscape meldet nur 'Mail host "foo" is unknown', 'News host "foo"
     is unknown' bzw. '<Protokoll> proxy "foo" is unknown'.

     Netscape 4 versucht offenbar, die eingegebenen Hostnamen sofort
     aufzuloesen, um die IP-Adresse zu ermitteln, was im Offline-Betrieb
     ohne Zugriff auf einen Nameserver in der Regel nicht moeglich ist
     und zu der vorgenannten Fehlermeldung fuehrt. Die entsprechenden
     Einstellungen muessen also entweder im Online-Betrieb vorgenommen
     werden, oder die entsprechenden Hostnamen muessen zusammen mit
     ihren IP-Adressen in /etc/hosts eingetragen werden, so dass auch
     im Offline-Betrieb eine Namensaufloesung moeglich ist. Alternativ
     kann man in den Netscape-Preferences auch direkt die IP-Adresse
     des jeweiligen Mail- bzw. Newsservers angeben.


2.36 Warum werden Textdateien im Querformat (jeweils 2 Seiten auf einem
     A4-Blatt) gedruckt und wie kann man das aendern?

     Das ist abhaengig von der Konfiguration des Druckerfilters. Bei
     Systemen, die Apsfilter verwenden (z.B. SuSE), kann man das in
     der Datei /etc/apsfilterrc konfigurieren. Dort gibt es einen
     Eintrag "FEATURE", bei dem die verschiedenen Moeglichkeiten
     in den Kommentarzeilen beschrieben sind.


2.37 Wie kann ich auf meine DOS-formatierten Disketten zugreifen?

     Eine Diskette ist fuer Linux prinzipiell nichts anderes als jeder
     andere Datentraeger, d.h. man kann eine Diskette genauso mounten, wie
     eine Festplattenpartiton. In diesem Fall muss nur der passende
     Dateisystem-Typ angegeben werden, also z.B. so:
     mount -t vfat /dev/fd0 /mnt/floppy.
     Dabei steht vfat fuer lange Dateinamen in Windows95-Art und das
     Verzeichnis /mnt/floppy muss existieren. Vor dem Entnehmen der
     Diskette muss diese _unbedingt_ mittels "umount /mnt/floppy"
     wieder unmounted werden, sonst kann es zu Datenverlusten kommen !
     Da es doch recht umstaendlich ist, auf diese Art auf Disketten
     zuzugreifen, gibt es die mtools. Das sind Befehle, die den
     wichtigsten DOS-Befehlen mit einem vorangestellten "m" entsprechen,
     also z.B. mdir, mcopy, mtype etc. Damit kann man, ohne die Diskette
     mounten zu muessen, z.B. eine Datei von Diskette auf die Platte
     kopieren: "mcopy A:foo.txt /tmp/".


2.38 Wie kann ich LILO wieder aus dem MBR entfernen ?

     Am einfachsten ist es, MS-DOS zu booten und "fdisk /MBR" aufzurufen.
     Eine hinreichend neue DOS-Version vorausgesetzt, wird damit der MBR
     mit dem Standard-Bootblock ueberschrieben. Diese Funktion von
     fdisk ist AFAIK nicht offiziell dokumentiert und funktioniert mit
     einigen fdisk-Versionen nicht.
     Soweit unter Linux ein Backup des Original-Bootblocks vorhanden ist,
     kann dieser auch unter Linux wie im README zu lilo beschrieben per
     dd wieder installiert werden.


 2.39 Ich kann keinen Kernel mehr kompilieren: nach "make zImage" meldet
      das System "System is too big. Try using bzImage or modules."

      Die Meldung besagt, dass das erzeugte Kernel-Image zu gross ist.
      Bei der traditionellen Methode der Kernelerzeugung darf der
      resultierende Kernel maximal 512kB gross sein, ist er groesser,
      kann er von der Initialisierungsroutine nicht mehr korrekt entpackt
      werden. Um dieses Problem zu loesen, gibt es zwei Alternativen:
      entweder man erzeugt mehr Treiber als Module und verkleinert damit
      das erzeugte Kernel-Image oder man verwendet statt "make zImage"
      (bzw. "make zlilo" oder "make zdisk") "make bzImage" (respektive
      bzlilo oder bzdisk). Dabei wird ein anderes Speicherlayout
      verwendet, welches auch groessere Kernel-Images zulaesst. Die
      Bezeichnung "bzImage" steht dabei fuer "big zImage", hat also nichts
      mit bzip2 zu tun. Heutzutage ist es weitgehend unproblematisch,
      generell "make bzImage" statt "make zImage" zu verwenden, lediglich
      aeltere LILO- und Loadlin-Versionen koennen damit nicht umgehen.


 2.40 Wie kann ich auf meinen Streamer zugreifen?

      Haeufig wird gefragt, wie denn ein Streamerband gemounted werden
      kann. Die Antwort ist recht einfach: gar nicht (zumindest nicht
      unter Linux).
      Ein Streamer ist unter Linux ein sogenanntes Character-Device,
      d.h. es gibt darauf kein Dateisystem, das man mounten koennte.
      Zum Schreiben auf und zum Lesen vom Band verwendet man entsprechende
      Programme, z.B. tar und cpio. Fuer diese Programme ist ein Streamer
      eine "Blackbox", d.h. dass z.B. tar nicht weiss, an welche Stelle
      auf dem Band gerade geschrieben wird und tar kann das Band auch
      nicht vor- oder zurueckspulen. Fuer Bandoperationen (vor- oder
      zurueckspulen, loeschen, Suchen einer bestimmten Bandstelle, etc.)
      gibt es das Programm "mt" (magnetic tape). Fuer mt ist das Band
      wiederum eine Blackbox: mt kennt nicht die Daten auf dem Band, es
      kennt aber z.B. die Position des Bandes. Tar und mt ergaenzen sich
      daher.
      Bei beiden Programmen muss man das zum Streamer gehoerende Device
      angeben. Wie das Device heisst, haengt von der Art des Streamers ab.
      Der erste SCSI-Streamer im System heisst /dev/st0, ein QIC-80- oder
      Travan-Floppystreamer wird ueber /dev/ftape angesprochen und einer
      der bisher noch recht seltenen ATAPI-Streamer heisst z.B. /dev/hdb,
      d.h. er erhaelt die Bezeichnung, die eine Festplatte an gleicher
      Stelle erhalten wuerde. Bei den Device-Bezeichnungen muss noch eine
      wichtige Unterscheidung getroffen werden: die bisherigen Beispiele
      sind sogenannte "rewinding devices", d.h. nach dem Ende jeder
      Schreib- oder Leseoperation wird das Band automatisch an den Anfang
      zurueckgespult, so dass ein weiterer Schreibvorgang die vorhandenen
      Daten ueberschreiben wuerde. Moechte man, dass das Band nach dem
      Ende eines Schreib- oder Lesevorgangs an der Stelle stehen bleibt,
      an der es zuletzt war, muss als Device das entsprechende
      "nonrewinding device" angegeben werden, also z.B. /dev/nst0 oder
      /dev/nftape.   
      
      Wie bekommt man jetzt die Daten aufs Band? Dazu ein Beispiel mit
      einem SCSI-Streamer:
      - Zurueckspulen des Bandes, falls noch nicht erfolgt:
        bash> mt -f /dev/st0 rewind
        
      - Sichern des Verzeichnisses /etc auf den Streamer:
        bash> cd /; tar -cvf /dev/st0 etc/
        Da als Device /dev/st0 angegeben ist, wird das Band anschliessend 
        automatisch zurueckgespult.

      - Vergleich der geschriebenen Daten:
        bash> tar -dvf /dev/st0
        Die Option "-dv" bei tar bewirkt, dass die jeweils gerade
        ueberpruefte Datei auf dem Bildschirm ausgegeben wird. Falls eine
        Abweichung zwischen Band und Platte festgestellt wird, gibt tar
        eine entsprechende Meldung aus.


 2.41   Warum habe ich seit dem Update auf Kernel 2.2.x alle 
        Route-Eintraege doppelt?

        Der Kernel setzt ab Version 2.2 beim "ifconfig" automatisch
        Interface-Routen, aehnlich wie die BSD-Systeme das schon
        lange tun. Distributionen, die nicht standardmaessig mit Kernel
        2.2 ausgeliefert werden, setzen in den 
        Netzwerkkonfigurationsskripten die Interface-Routen explizit, wie
        es bei Kernel 2.0.x erforderlich war, so daß beim Betrieb mit
        Kernel 2.2 jede Interface-Route doppelt in der Routingtabelle
        erscheint. Das hat keine schaedlichen Auswirkungen, es ist aber
        natuerlich der Uebersicht nicht gerade foerderlich. 

 2.42   Was bedeutet die Meldung "mount fs type devpts not supported by
        Kernel"?
 
	Mit der glibc-2.1 wurden "neue" Pseudo-Terminals eingefuehrt,
        die sich am Unix98-Standard orientieren und deshalb als
        "Unix98-PTYs" bezeichnet werden. Fuer deren Nutzung wurde ein
        zusaetzliches Pseudo-Filesystem, devpts, geschaffen.
        Daher muss fuer die Verwendung von Unix98-PTYs bei der
        Kernelkonfiguration unter "Character Devices" der Punkt "Unix98
        PTY Support" und unter "Filesystems" der Punkt "/dev/pts 
        filesystem for Unix98 PTYs" aktiviert sein.
 

 2.43  Ich moechte einen neuen Kernel compilieren, erhalte auf "make
       menuconfig" aber nur die Meldung "make: *** No rule to make target
       `menuconfig'.  Stop."

       Das kann mehrere Ursachen haben. Die einfachste Variante: man
       befindet sich nicht im Kernel-Source-Verzeichnis (im Normalfall
       /usr/src/linux). Falls doch, ist kein Kernelsource installiert und
       muss nachinstalliert werden. Fuer Suse-Nutzer: anscheinend werden
       bei Suse 6.2 die Kernelsourcen nicht mehr standardmaessig 
       installiert, sofern sie bei der Installation nicht explizit
       ausgewaehlt wurden.


 2.44  Was hat es mit den 2.3.x-Kerneln auf sich? Sollte man von
       2.2.x updaten?

       Alle Kernel mit einer ungeraden Minor-Nummer (die Nummer an zweiter
       Stelle, also bei 2.3.x die '3') sind Entwickler-Kernel. Diese
       enthalten experimentelle Funktionen, lassen sich eventuell gar
       nicht kompilieren oder koennen im Extremfall auch Daten auf der
       Festplatte zerstoeren. Daher sollte man diese Kernel nur verwenden,
       wenn man wirklich weiß, was man tut. Fuer den "Normaluser" sind
       Entwicklerkernel ungeeignet und Beschwerden über Probleme mit
       Entwicklerkerneln werden in den de.comp.os.unix.linux-Newsgroups im
       Regelfall ignoriert.


--- 3. Fragen zur Hardware ---


3.1  Funktioniert die Matrox Mystique unter Linux ?

     Im Textmodus auf jeden Fall, XFree unterstuetzt die Mystique erstmals
     in Version 3.3. 


3.2  Funktioniert die Matrox Mystique II unter Linux ?

     Im Textmodus auf jeden Fall, XFree unterstuetzt die Mystique II erstmals
     in Version 3.3.1.


3.3  Funktioniert die Matrox Millennium II unter Linux ?

     Im Textmodus auf jeden Fall, XFree unterstuetzt die Millenium II
     erstmals in Version 3.3.1.


3.4  Funktionieren Matrox-Grafikkarten mit dem G100/G200 unter Linux ?

     Ab XFree86 3.3.3.1 sind die PCI-G100/G200 laut der XFree86-Homepage
     "fully supported".


3.5  Warum haengt sich XFree86 3.3.2 mit meiner Riva128-basierten
     Grafikkarte beim Starten mit einem schwarzen Bildschirm auf ?

     Der SVGA-Server aus XFree86 3.3.2 funktioniert mit Karten dieses
     Typs nur, wenn die Grafikkarte vom BIOS exclusiv einen eigenen
     Interrupt zugewiesen bekommt. Dies kann entweder durch entsprechende
     BIOS-Einstellungen oder (bei manchen BIOS-Versionen) durch ein
     Umstecken der Grafikkarte in einen anderen Slot erreicht werden. Die
     Version 3.3.3 behebt dieses Problem.


3.6  Wird der Adaptec AHA 2940 U2W (AIC 7890) von Linux unterstuetzt?

     Der SCSI Chip aic7890 wird derzeit noch nicht voll unterstuetzt.
     An einem Treiber wird jedoch bereits gearbeitet, der aktuelle Status
     kann unter ftp://ftp.dialnet.net/pub/linux/aic7xxx/7890-Status
     eingesehen werden.


3.7  Funktioniert Linux auf meinem Laptop ?

     Informationen zur Lauffaehigkeit von Linux auf Laptops und zu den
     besonderen Problemen von Laptops finden sich auf der Linux-Laptop-Page
     unter http://www.cs.utexas.edu/users/kharker/linux-laptop/.


3.8  Wie bekomme ich X mit mehr als 320x200 Punkten auf meinem Notebook
     mit Neomagic-Chipsatz zum laufen ?

     Ab XFree 3.3.3.1 werden einige Neomagic-Chips unterstuetzt.


3.9  Funktionieren GDI-Drucker (auch als "WinPrinter" bezeichnet) unter Linux?

     Im Regelfall nein, und sie werden es auch aller Voraussicht nach in
     naeherer Zukunft nicht.
     GDI-Drucker haben keine "Eigenintelligenz" und keinen oder kaum eigenen
     Speicher, sie verstehen daher auch keine Standard-Druckerkommandos. Sie
     funktionieren nur unter Windows mit dem mitgelieferten Treiber,
     unter DOS z.B. sind sie bereits nicht mehr nutzbar.
     Die Datenuebertragung an einen solchen Drucker ist in der Regel sehr
     zeitkritisch und funktioniert in einer echten Multitasking-Umgebung
     meistens nicht sauber.
     Weiterhin sind die verwendeten Protokolle proprietaer, in den meisten
     Faellen nicht bekannt und man muesste fuer jeden Drucker- bzw.
     Protokolltyp einen eigenen Treiber schreiben. Der einzige mir bekannte
     GDI-Drucker, der unter Linux funktioniert, ist der HP 820Cxi, welcher
     in den aktuellen Ghostscript-Versionen rudimentaer unterstuetzt wird.
     Informationen hierzu finden sich unter
     http://www.rpi.edu/~normat/technical/ppa/.


3.10 Warum funktioniert mein internes Modem nicht unter Linux ?

     Wenn es sich um ein sogenanntes "WinModem" handelt, gilt das gleiche,
     wie im Abschnitt "GDI-Drucker" beschrieben. Ein "WinModem" ist kein
     Modem im herkoemmlichen Sinn (ein Geraet mit einer seriellen
     Schnittstelle, das selbstaendig Daten in Toene und wieder zurueck
     verwandelt und dabei gleichzeitig ggf. Fehler korrigiert). Bei einem
     "WinModem" muss der Prozessor des Computers all diese Aufgaben
     uebernehmen. Die verwendete Hardware ist proprietaer, die Ansteuerung
     ist extrem zeitkritisch und in einer Multitasking-Umgebung wie unter
     Linux derzeit nicht vernuenftig zu realisieren. "WinModems"
     funktionieren nur unter Windows, unter DOS z.B. schon nicht mehr.
     Das gleiche Problem ergibt sich mit PCI-Modemkarten, die ebenfalls
     nur mit einem speziellen Treiber funktionieren.
  
     Handelt es sich nicht um ein "WinModem", aber um einen plug'n play-Typ,
     kann es sein, dass die Einstellungen fuer IRQ und Basisadresse nicht
     stimmen. Sind diese bekannt, koennen sie dem System mit dem Kommando
     "setserial" uebermittelt werden. Ggf. muss man mit Hilfe der "isapnptools"
     das Modem umkonfigurieren.


3.11 Funktioniert das Parallelport-ZIP unter Linux ?

     Ja. Wenn ein neuer Kernel mit "make config" konfiguriert wird,
     ist der Parallelport-Treiber unter den anderen SCSI-Treibern zu finden,
     da es sich bei dem Parallelport-ZIP eigentlich um ein SCSI-ZIP mit
     einem Parallelport->SCSI-Wandler handelt.
     Eine Alternative zu dem (vergleichsweise langsamen) Standard-Treiber
     gibt es unter http://www.torque.net/zip.html und unter 
     http://www.cyberelk.demon.co.uk/parport.html.
     Ab Kernel 2.2 wird auch das ZIP-Plus unterstuetzt. Neuere 
     Zip-Laufwerke haben anscheinend eine gegenueber dem urspruenglichen
     Parallelport-ZIP geaenderte Schnittstelle. In diesen Faellen soll
     u.U. die Verwendung des ZIP-Plus-Treibers helfen.


3.12 Funktionieren Parallelport-Streamer unter Linux ?

     Nicht mit dem in den 2.0.X-Kerneln integrierten FTape-Treiber.
     Unter http://www-math.math.rwth-aachen.de/~LBFM/claus/ftape/
     ist jedoch ein aktuelleres FTape-Paket zu finden, welches
     einige Parallelport-Streamer unterstuetzt (u.a. einige
     Iomega-Ditto-Parallelport-Laufwerke). Genauere Informationen
     zu den unterstuetzten Typen sind dem Paket zu entnehmen.
 

3.13 Kann ich mit meiner ISDN-Karte unter Linux Faxe empfangen?

     Der Empfang analoger Faxe mit isdn4linux ist bei passiven
     ISDN-Karten bisher nicht moeglich. Mit manchen aktiven Karten
     oder Karten mit integriertem Analogteil ist analoges Faxen
     teilweise moeglich.
     Da das Programmieren der sehr zeitkritischen Routinen fuer
     die passiven Karten bisher noch niemand uebernommen hat (und es
     auch relativ kompliziert ist), wird dies wahrscheinlich auch in
     der naeheren Zukunft nicht moeglich sein. 
     Digitale G4-Faxe werden bisher ebenfalls nicht unterstuetzt.


3.14 Funktioniert die Hauppage Win/TV PCI unter Linux ?

     Ja, Treiber dafuer (und fuer andere auf dem Bt848- oder Bt878-Chip
     basierende Fernseh/Video-Karten) gibt es im WWW unter
     http://www.thp.uni-koeln.de/~rjkm/linux/bttv.html.
     Ab Kernelversion 2.2 sind die Treiber Bestandteil des Standardkernels.

3.15 Warum funktionieren unter Linux zwar MO-Medien mit einer Kapazitaet von
     230MB, nicht aber solche mit 640MB ? 

     Linux unterstuetzt mit Kernel 2.0.x auf MOs nur eine Blockgroesse von
     512 Bytes, wie sie bei den 230MB-Medien verwendet wird, die
     640MB-Medien benutzen jedoch eine Blockgroesse von 2048 Bytes.
     In den 2.2-Kernels befindet sich auch Unterstuetzung fuer Bloecke mit
     2048 Bytes. Als Alternative dazu befinden sich unter
     http://wwwcip.informatik.uni-erlangen.de/~orschaer/mo/
     Patches fuer Kernel 2.0.X. Diese fuehren allerdings zu Problemen beim
     Betrieb von IDE-Platten. Unter 
     http://www.uni-ulm.de/~s_mbuck1/linux/patches.html
     befindet sich eine abgeaenderte Version, die dieses Problem nicht mehr
     hat.
     Ab Kernelversion 2.2 sind keine Patches mehr notwendig.

     Es wird dazu geraten, beim Erzeugen des Ext2-Filesystems auf einem
     640MB-MO mittels mke2fs explizit eine Blockgroesse von 2048 Bytes
     anzugeben, da es ansonsten zu Problemen kommen kann.
     Ausserdem sind alte a.out-Binaries im QMAGIC-Format nur von Medien
     zu starten, deren Blockgroesse identisch mit der des Geraetes ist, auf
     dem sie erzeugt wurden, da die Headerinformationen im QMAGIC-Format
     abhaengig von der Blockgroesse sind. Mit a.out-ZMAGIC und den aktuellen
     ELF-Binaries tritt das Problem nicht auf.
     

3.16 Wenn ich ein externes SCSI-Geraet (z.B. einen Scanner) erst nach   
     dem Booten einschalte, ist es nicht ansprechbar. Wie kann ich es
     trotzdem benutzen ?

     Der SCSI-Bus wird normalerweise nur bei der Initialisierung des
     Hostadapters nach Geraeten abgesucht. Initialisiert wird der Hostadapter
     entweder beim Booten, wenn der Treiber fest eincompiliert ist, oder,
     falls er als Modul vorliegt, beim Laden des Moduls. Wenn ein SCSI-Geraet
     zu diesem Zeitpunkt nicht eingeschaltet ist, kann es nicht gefunden werden.
     Neben der unbefriedigenden Loesung, beim Systemstart alle Geraete
     einzuschalten, besteht die Moeglichkeit, dem Kernel auch im laufenden
     Betrieb mitzuteilen, dass nach einem SCSI-Geraet gesucht werden soll.
     Dazu wird das Kommando

     "scsi add-single-device <Host> <Channel> <ID> <LUN>"

     in die Pseudo-Datei /proc/scsi/scsi geschrieben. Dabei bedeuten

     Host    : die Nummer des Hostadapters (bei nur einem Hostadapter
               wird hier 0 angegeben),

     Channel : die Nummer des SCSI-Kanals auf dem ausgewaehlten Hostadapter
               (bei einem einkanaligen Adapter, was wohl der haeufigste
               Fall sein wird, wird eine 0 angegeben),
 
     ID      : die SCSI-ID des neu hinzugekommenen Geraetes,

     LUN     : soweit mit LUNs (Logical Unit Numbers) gearbeitet wird,
               die LUN des hinzugekommenen Geraetes. 


     Um also z.B. einen Scanner mit der SCSI-ID 6 an einem einzelnen
     einkanaligen Hostadapter nachtraeglich anzumelden, genuegt in der
     Shell das Kommando

     echo "scsi add-single-device 0 0 6 0 " >/proc/scsi/scsi

     Dabei sollte das spaeter eingeschaltete Geraet die hoechste SCSI-ID
     im Strang haben, da es ansonsten zu Problemen mit der Vergabe der
     Device-Namen kommen kann. SCSI-Devicenamen (/dev/sdx fuer Festplatten,
     /dev/stx fuer Streamer, /dev/scdx fuer CDROMs und /dev/sgx fuer
     generic SCSI-Devices wie z.B. Scanner oder CD-Brenner) werden in der
     Reihenfolge der SCSI-IDs vergeben. Damit waere z.B. sda die Platte mit
     der kleinsten SCSI-ID, sdb die Festplatte mit der naechstgroesseren
     SCSI-ID etc. Es gibt aber keine feste Kopplung der Buchstaben an die
     SCSI-ID, sondern es kommt nur auf die Reihenfolge an, d.h. die erste
     Festplatte muss nicht unbedingt ID 0 und die zweite Festplatte ID 1
     haben, sondern sie koennten z.B. auch die IDs 3 und 6 haben.
     Wird jetzt nachtraeglich ein Geraet eingebunden, das eine kleinere
     ID hat, als ein bereits angemeldetes, wuerden sich die Devicenamen
     aller Geraete mit einer hoeheren ID verschieben, was ein ziemliches
     Chaos zur Folge haette.
     WICHTIG: Auch wenn es moeglich ist, nachtraeglich eingeschaltete
     Geraete zu erkennen, duerfen waehrend des Betriebes keine Geraete
     physikalisch an den Bus angeschlossen oder von ihm abgetrennt werden
     (sogenanntes Hot-Plugging), da das zu schweren Hardwareschaeden
     fuehren kann. Dies ist nur mit speziell dafuer ausgelegten Hostadaptern
     und SCSI-Geraeten moeglich.


3.17 Seit ich meinen Speicher aufgeruestet habe, ist Linux viel langsamer
     geworden. Unter DOS tritt der Effekt aber nicht auf. Woran liegt das ?

     Dieser Effekt tritt auf, wenn mehr Speicher im Rechner vorhanden ist,
     als die Cache-Logik des Mainboards verwalten kann. Das fuehrt dazu,
     dass Speicher, der oberhalb einer gewissen Grenze (haeufig 64MB, bei
     vielen 486er-Boards aber auch schon 32MB) liegt, nicht mehr gecachet
     wird, so dass Zugriffe in diesem Bereich sehr langsam sind.
     Dies ist eine Hardwarebeschraenkung, die nichts mit Linux zu tun hat,
     aber unter Linux sichtbar wird, da Linux den Speicher vollstaendig
     nutzt und viele Daten im oberen Adressraum ablegt. Unter DOS werden
     standardmaessig nur die unteren 640kB verwendet, die natuerlich
     innerhalb des cachebaren Bereichs liegen, und bei der Verwendung von
     EMS/XMS wird der Speicher von unten nach oben belegt, so dass der Effekt
     erst sichtbar wird, wenn ein DOS-Programm wirklich mehr als die o.g.
     Obergrenze verwendet. Ein DOS-Programm, das mehr als 64MB Speicher
     anspricht, ist mir bisher allerdings noch nicht untergekommen.
  
     Bei manchen Boards kann man im BIOS einen Wert fuer die "cacheable area"
     setzen. Dieser sollte natuerlich moeglichst hoch eingestellt werden.
     Die maximale Groesse der cacheable area ist von mehreren Faktoren
     abhaengig: von der Groesse des Cache, von der Breite des Tag-RAMs und
     vom Chipsatz. Von den Intel-Chipsaetzen fuer Pentiums (FX, HX, VX, TX)
     haben AFAIK alle bis auf den HX eine im Chipsatz liegende Beschraenkung
     auf 64MB cacheable area, auch wenn der Chipsatz insgesamt mehr Speicher
     verwalten kann, der jedoch dann nicht gecachet wird.
     Bei einem HX-Board muss ausserdem fuer eine cacheable area ueber 64MB 
     ein 11 Bit breites Tag-RAM verwendet werden. Manche HX-Boards werden
     standardmaessig mit einem 8Bit breiten Tag-RAM ausgeliefert und muessen
     mit einem 11 Bit breiten Tag nachgeruestet werden, um mehr als 64MB
     cachen zu koennen.
     Der ALI Aladin 4/4+ und seine Clones sowie der VIA Apollo
     VPX/VP-2 koennen wie der HX-Chipsatz bis zu 512MB cachen, SiS 5581/82
     und 5597/98 schaffen immerhin bis zu 128MB RAM (alle Angaben ohne
     Gewaehr). Die Faehigkeit des Chipsatzes alleine reicht allerdings
     nicht, das Board muss ebenfalls fuer eine entsprechend grosse
     cacheable area ausgelegt sein. Je nach Board/Chipsatz kann eine
     Erweiterung des Tags und/oder der Cachegroesse notwendig sein.
     PII und Celeron(A) haben den 2nd-Level-Cache bereits im Prozessor
     integeriert und koennen daher unabhaengig vom Chipsatz mindestens
     512MB cachen. 

3.18 Welche CD-Brenner funktionieren unter Linux ?

     Das "uebliche" Brennprogramm unter Linux ist X-CD-Roast, welches auf
     cdrecord zurueckgreift. Die jeweils aktuelle Liste der von X-CD-Roast
     bzw. cdrecord unterstuetzten Brenner findet sich auf der X-CD-Roast-
     Homepage unter http://www.fh-muenchen.de/rz/xcdroast.
     X-CD-Roast ist ein Tcl/Tk-Programm und unbedingt darauf angewiesen,
     dass exakt die richtigen Versionen von Tcl, Tk und Tix installiert sind,
     da es ansonsten abstuerzt.
     Informationen ueber in der Praxis getestete Kombinationen von Soft- und
     Hardware finden sich unter http://www.guug.de:8080/cgi-bin/winni/lsc.pl.

 
3.19 Welchen Treiber muss ich bei der Kernelkonfiguration fuer eine
     NE2000-kompatible PCI-Ethernetkarte waehlen ?

     Ab Kernel 2.0.35 gibt es dazu einen eigenen Punkt unter "PCI Ethernet
     adapters". Bei aelteren Kerneln benoetigt man den ISA-NE2000-Treiber
     (unter "Other ISA cards"). Dieser enthaelt dort auch Unterstuetzung
     fuer PCI-NE2000-Clones. Auf dem Chip "Realtek 8029" basierende Karten
     funktionieren problemlos, bei Karten mit Winbond 89C940 bzw. verwandten
     Chiptypen ist ggf. Kernel 2.0.33 oder neuer noetig.


3.20 Ich möchte einen Rechner ohne Tastatur und Monitor unter Linux
     (z.B. als Kommunikationsserver) betreiben. Wie geht das ? 

     Soweit es Linux betrifft, problemlos. Ob es in der Praxis funktioniert,
     ist abhaengig vom BIOS. Viele BIOS-Versionen pruefen, ob eine
     Tastatur angeschlossen ist und booten nicht, falls das nicht der Fall
     ist. Meistens gibt es jedoch eine BIOS-Option, mit der man diese
     Ueberpruefung deaktivieren kann. Ein weiteres Problem kann die
     Grafikkarte bzw. deren BIOS sein. Einige Karten pruefen bei der
     Initialisierung des VGA-Bios, ob ein Monitor angeschlossen ist und
     liefern einen POST-Error (Piepser), falls nicht. In einem solchen Fall
     hilft in der Regel leider nur der Austausch der Karte oder der Anschluss
     eines entsprechend verdrahteten Blindsteckers, welcher der Karte einen
     angeschlossenen Monitor vorgaukelt.


3.21 Ich habe ein ATAPI-CDROM an den CDROM-Anschluss meiner Soundkarte
     angeschlossen, Linux erkennt es jedoch nicht.

     Das kann mehrere Ursachen haben. Wenn die Soundkarte ein Plug 'n
     Play-Typ ist und das IDE-Interface nicht durch das BIOS beim Booten
     aktiviert wird, ist es fuer den Kernel (zumindest fuer 2.0.x) nicht
     sichtbar, so dass es nicht initialisiert werden kann. Sofern der
     IDE-Support nicht als Modul compiliert ist (das waere nur moeglich,
     wenn NICHT von einer IDE-Platte gestartet wird, also z.B. von einer
     SCSI-Platte oder ueber eine "inital ramdisk"), helfen die isapnptools
     ohne Tricks auch nicht weiter, da der Kernel bei fest eincompiliertem
     IDE-Support normalerweise nicht mehr nachtraeglich nach IDE-Interfaces
     suchen kann.
     In der zum isapnptools-Paket gehoerenden Datei "README.ide" ist jedoch
     ein Weg beschrieben, mit dem man unter Ausnutzung einer eigentlich
     fuer PCMCIA-Karten vorgesehenen Kernelfunktion auch nachtraeglich noch
     IDE-Interfaces aktivieren kann.
  
     Wenn das Interface zwar aktiviert, jedoch als tertiaeres Interface
     konfiguriert ist, wird es ebenfalls nicht gefunden, da der Kernel nur
     nach den primaeren und sekundaeren IDE-Kanaelen sucht. Das Vorhandensein
     eines dritten Interfaces muss daher dem Kernel durch die Boot-Option
     "ide2=<Basisadresse>" mitgeteilt werden. In der Regel ist die
     Basisadresse fuer das tertiaere Interface 0x1e8. Wie Boot-Optionen
     uebergeben werden, ist ausfuehrlich im BootPrompt-HOWTO beschrieben.


3.22 Wie kann ich meine Festplatten nach einer gewissen Zeit der
     Inaktivitaet automatisch abschalten lassen (sog. "Spindown") ?

     Bei IDE-Platten geht das mit "hdparm -S", fuer SCSI-Platten
     ist ein Kernelpatch ("SCSI-Idle") notwendig. In der Praxis ist ein
     solcher Spindown aber nur selten sinnvoll. Unter Linux, wie unter jedem
     Unix, erfolgt normalerweise spaetestens alle paar Minuten irgendein
     Plattenzugriff, es sei denn, es handelt sich z.B. um eine reine
     Datenplatte, die nicht gemountet ist. Dadurch wird eine Platte, falls
     der Timeout so kurz ist, dass sie zwischen den Zugriffen den Motor
     abschalten kann, dauernd herunter- und und wieder heraufgefahren, was
     die Lebensdauer der Platte rapide verkuerzen kann, insbesondere, wenn
     es sich um eine Desktopplatte handelt, die im Gegensatz zu einer
     Notebookplatte nicht fuer solche Stromsparmassnahmen ausgelegt ist.


3.23 Kann man mehrere Monitore gleichzeitig unter Linux betreiben ?

     Ab XFree86 4.0 wird es Unterstuetzung fuer Mehrmonitorbetrieb geben.


3.24 Ich moechte den bei meinem Scanner mitgelieferten SCSI-Hostadapter
     AVA 1505 oder 1502 unter Linux benutzen, finde jedoch keinen Treiber.

     Sowohl der AVA 1505 wie auch der 1502 funktionieren mit dem Treiber
     fuer die Adaptec 152x-Reihe. Wichtig ist, dass die Typen 1505 und 1502
     kein BIOS haben und deshalb vom Treiber nicht automatisch erkannt werden
     koennen. Es ist daher noetig, dem Kernel IRQ und IO-Basisadresse
     als Bootparamter zu uebergeben, z.B. durch einen Eintrag in
     /etc/lilo.conf in der Form append="aha152x=0x340,11" (fuer Basisadresse
     0x340 und IRQ 11). Naehere Erlaeuterungen zu Bootparametern finden
     sich im BootPrompt-HOWTO.


3.25 Welche Scanner funktionieren unter Linux ?

     Unter http://www.mostang.com/sane/sane-backends.html stehen die von
     SANE (Scanner Access Now Easy) unterstuetzten Scanner-Typen. SANE
     bietet ein einheitliches API fuer verschiedene Scanner-Treiber und
     verfolgt insoweit einen aehnlichen Ansatz wie TWAIN unter Windows. 


3.26 Wie kann man das "Rad" der "Scroll-Maeuse" unter Linux nutzen ?

     Eine einheitliche Unterstuetzung existiert bisher leider nicht,
     da diese Funktionalitaet noch recht neu ist. In der Regel sind
     die Funktionen des Rades ueber die Maustasten 4 bzw. 5
     implementiert, so dass sie sich prinzipiell in allen Programmen
     nutzen lassen, die diese Tasten abfragen koennen. Unter der URL
     http://www.inria.fr/koala/colas/mouse-wheel-scroll/ sind einige
     Moeglichkeiten beschrieben, weitere Informationen finden sich
     unter http://solaris1.mysolution.com/~jcatki/imwheel/.


3.27 Werden Grafikkarten mit i740-Chip unterstuetzt ?

     Es gibt einen X-Server fuer Karten mit i740-Chip, jedoch nur als
     Binary, da Intel Informationen zu diesem Videocontroller nur gegen
     ein Non-Disclosure-Agreement herausgibt. Zu finden ist er unter dem
     Namen XBF-i740* in verschiedenen Ausfuehrungen auf ftp.redhat.com
     sowie entsprechenden Mirror-Sites. Benoetigt wird neben dem Server
     natuerlich auch der Rest von XFree86.


3.28 Warum funktioniert meine ISDN-Karte nach dem Update auf Kernel
     2.0.36 nicht mehr so wie vorher ?

     Im Kernel 2.0.36 sind gegenueber aelteren Versionen einige
     Aenderungen am ISDN-Subsystem vorgenommen worden, die eine neue
     Version der isdn-utils notwenig machen. Diese sind entweder als
     Binaerpaket auf den ftp-Servern der Distributionshersteller zu finden
     oder als Source auf ftp.franken.de. Eine der wichtigen Aenderungen
     ist, dass dial-on-demand ab Kernel 2.0.36 nicht mehr die
     Standardeinstellung ist, sondern erst ueber die isdn-utils aktiviert
     werden muss.


3.29 Warum ist nach dem Update auf Kernel 2.2 mein Drucker nicht mehr
     anprechbar ?

     Mit Kernel 2.2 haben sich einige Aenderungen bei der
     Druckeransteuerung ergeben. Die Nummer des Devices (/dev/lp[012])
     ist jetzt nicht mehr von der Hardwareadresse des IO-Ports abhaengig.
     Der erste gefundene Druckerport ist nun /dev/lp0, wogegen bei
     Kernel 2.0.x der "normale" Druckerport auf Adresse 0x378 /dev/lp1
     war.
     Da neben den PC-typischen Druckerschnittstellen nun auch Parallel-
     schnittstellen anderer Hardwarearchitekturen unterstuetzt werden
     sollen, wurde der Treiber fuer die Druckerschnittstelle in einen
     High- und einen Low-Level-Teil aufgespalten. Wenn der Treiber als
     Modul genutzt werden soll, ist bei Linux auf PCs der Eintrag
     "alias parport_lowlevel parport_pc" in /etc/conf.modules noetig.


3.30 Unterstuetzt Linux USB-Geraete?

     Erst ab Kernel 2.2.9 standardmaessig, allerdings hat auch dort
     die USB-Unterstuetzung den Status "experimentell".
     Informationen zu USB unter Linux sind unter
     
     http://www.linux-usb.org/
     
     erhaeltlich.


3.31 Wie kann ich Disketten vom Amiga oder vom Mac auf einem PC unter
     Linux lesen?

     Amigadisketten im "normalen" AmigaDOS-Format mit 880kB (DD) oder
     1,72MB (HD) lassen sich auf einem PC prinzipiell nicht lesen, da der
     PC-Diskettenlaufwerkscontroller dazu hardwaremaessig nicht in der
     Lage ist.
     Beim Mac muss auch zwischen dem "alten" 800kB-Format und dem
     1,44-MB-Format unterschieden werden. Bei den 800kB-Disketten gilt das
     gleiche wie beim Amiga, die 1,44-MB-Disketten sind physikalisch in
     einem PC lesbar. Fuer den Zugriff auf die Disketten stehen die
     hfs-utils zur Verfuegung (aehnlich den mtools).


3.32 Funktioniert die ELSA Winner 1000/T3D (und andere Karten mit dem
     S3 Trio3D) unter X?

     Der S3 Trio3D wird erst ab XFree86 3.3.4 unterstuetzt. Wichtig:
     beim S3 Trio3D/2x handelt es sich trotz der aehnlichen Bezeichnung
     um einen anderen Chip, welcher von XFree86 bisher nicht
     offiziell unterstuetzt wird. Ab XFree86 3.3.5 soll es rudimentaere
     Unterstuetzung fuer dem Trio3D/2x geben. 


3.33 Wie kann ich meine von XFree86 nicht unterstuetzte Grafikkarte
     trotzdem im Grafikmodus benutzen?

     Dazu gibt es zwei Moeglichkeiten: Jede VGA-kompatible Karte
     funktioniert mit dem VGA16-X-Server. Dieser arbeitet im
     Standard-VGA-Modus, den jede VGA-Karte unterstuetzt. Da VGA leider
     nur bis maximal 640x480 bei 60Hz Bildwiederholrate und 16 Farben
     spezifiziert ist, kann auch der XF86_VGA16 nicht mehr darstellen.
     Die interessantere Moeglichkeit fuer moderne Grafikkarten ist das
     VESA-Framebuffer-Device, welches es seit Kernelversion 2.2 gibt, in
     Verbindung mit dem Framebuffer-X-Server XF86_FBDev. Voraussetzung
     fuer deren Benutzung ist eine Grafikkarte mit VESA-BIOS 2.0 oder
     neuer.
     Dabei wird mit folgendem Trick gearbeitet: der Bootloader aktiviert
     (noch im Real-Mode) ueber das VESA-BIOS den Grafikmodus und fragt
     ebenfalls ueber das VESA-BIOS die Lage des Bildspeichers ab. Diese
     Daten werden an den Kernel uebergeben, welcher einfach den durch das
     VESA-BIOS konfigurierten Videocontroller verwendet, so dass der
     Kernel und auch der auf dessen Routinen aufsetzende X-Server
     XF86_FBDev nichts ueber den Videocontroller der Karte wissen muss,
     sondern einfach die voreingestellten Werte uebernimmt.
     Die grossen Nachteile dabei:
     - da der X-Server den Videocontroller nicht direkt anspricht, kann er
       keinerlei Beschleunigungsfunktionen nutzen, d.h. X ist relativ
       langsam.
     - es sind nur die Videomodi moeglich, die das VESA-BIOS zur
       Verfuegung stellt, und die bieten bei den meisten Grafikkarten
       leider nur 60Hz Bildwiederholrate.
     Informationen zur Konfiguration des VESA-Framebuffer-Devices sind
     im Linux-Kernelsource unter
     /usr/src/linux/Documentation/fb/vesafb.txt zu finden.


3.34 Wie kann ich die FritzX PC oder die Eumex 404 (ISDN-Anlagen) unter
     Linux benutzen?

     Gar nicht. Beide Geraete verwenden ein eigenes Protokoll zur
     Kommunikation mit dem Rechner, welches vom jeweiligen Hersteller
     nicht zugaenglich gemacht wird, so dass entsprechende Treiber
     nicht entwickelt werden koennen. 

-- 
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Last Update March 27 2014 @ 02:11 PM